Grundeinstellungen

In diesem Kapitel werden die Arbeitsschritte behandelt, die notwendig sind, bevor mit der Dialogprogrammierung begonnen werden kann.

Differenzierungstypen

Menüpfad: Steuerung allgemeinDifferenzierungsytpen

Beschreibung: Anwendungsdaten hängen in der Regel vom Primärschlüssel des Anwendungsobjektes ab. Beim Geschäftspartner ist dies die Partnernummer. Daneben kann es aber Attribute geben, die nach weiteren Kriterien differenziert werden sollen. Werden die Daten zu einer Instanz immer nur für eine Ausprägung dieses Kriteriums eingegeben, handelt es sich um einen Differenzierungstyp. Dieser wird dann in der Regel auf dem Einstiegsbild eingegeben. Auch die Existenz einer Instanz wird dann in Abhängigkeit vom eingegebenen Differenzierungstyp fortgeschrieben.

Konfigurieren Sie die Erfassungsbilder möglichst so, daß

  • der Wert des Differenzierungstyps in den Kopfdaten sichtbar ist, wenn die darunterliegenden Daten von diesem abhängen

  • auf keinem Bild Sichten unterschiedlicher Differenzierungstypen zusammengefaßt sind

Beispiele: Differenzierungstypen sind meist Organisationseinheiten wie Buchungskreis, Vertriebsbereich etc. Darüber hinaus kann es aber auch Differenzierungstypen geben, die keine Organisationseinheit darstellen. Beim FI-Debitor muß der Buchungskreis auf dem Einstiegsbild eingegeben werden. Ein großer Teil der Daten hängt vom Buchungskreis ab. Diese Felder sind auf separaten Bildern zusammengefaßt. Die Kopfdaten dieser Bilder enthalten auch den Wert des Buchungskreises, so daß dem Benutzer transparent ist, welche Daten je Buchungskreis unterschiedlich ausgeprägt werden können. Beim Sichern wird die Existenz des Debitors im eingegebenen Buchungskreises fortgeschrieben. Soll der Debitor in einem weiteren Buchungskreis angelegt werden, müssen auf dem Einstiegsbild der Buchungskreis und auf den Datenbildern die von diesem abhängigen Daten erneut eingegeben werden.

Hinweis: Die Definition eines Differenzierungstyps gilt für alle Anwendungsobjekte. Je Anwendungsobjekt wird festgelegt, welche Differenzierungstypen relevant sind (siehe Zuordnung Anwendungsobjekte -> Differenzierungstypen).

Verwendung: Jedem Anwendungsobjekt werden die relevanten Differenzierungstypen zugeordnet (siehe Zuordnung Anwendungsobjekte -> Differenzierungstypen). Bei jeder Sicht (siehe Anwendungsobjekte definieren) wird der Differenzierungstyp hinterlegt. Bei der Konfiguration der Erfassungsbilder soll damit später geprüft werden, daß nur Sichten eines Differenzierungstyps auf einem Bild zusammengefaßt werden.

Aktivitäten: Prüfen Sie, ob für Ihr Anwendungsobjekt Differenzierungstypen relevant sind. Ist dies der Fall und ein benötigter Differenzierungstyp nicht vorhanden, wenden Sie sich an die Entwicklungsgruppe Geschäftspartner , die die Differenzierungstypen und zugehörigen Elemente innerhalb der SAP zentral vergibt. Zur Anlage kundeneigener Differenzierungstypen sind folgende Schritte durchzuführen:

  • Differenzierungsytpen definieren

Jedes Merkmal, nach dem Daten differenziert werden sollen, muß hier eingetragen werden.

  • Differenzierungstypelemente definieren

Differenzierungstypen setzen sich aus einem oder mehreren Elementen zusammen. Während der Buchungskreis nur aus einem Element – dem Buchungskreis selbst - besteht, setzt sich der Vertriebsbereich aus den drei Elementen Verkaufsorganisation, Vertriebsweg und Sparte zusammen. Jedes Differenzierungselement wird an der Oberfläche normalerweise durch ein Eingabefeld repräsentiert.

  • Zuordnung Differenzierungstyp → Differenzierungstypelement

Ordnen Sie hier dem Differenzierungstyp seine Elemente zu. Auch bei Differenzierungstypen mit nur einem Element muß hier eine Zuordnung vorgenommen werden.Hinweis: Die für den Differenzierungstyp verantwortliche Anwendung bestimmt die zuzuordnenden Elemente. Benötigt eine andere Anwendung einen Differenzierungstyp mit weiteren Elementen, sollte nicht der existierende Differenzierungstyp erweitert, sondern ein neuer Differenzierungstyp angelegt werden.

Anwendungsobjekte

Beschreibung: Jedes das BDT nutzende Stammdaten-/Bewegungsdatenobjekt muß sich hier bekannt machen. Die Pflege von Anwendungsobjekten ist unterteilt in die Punkte

  • Anwendungsobjekte definieren

  • Zuordnung Anwendungsobjekte → Differenzierungstypen

  • Einstelltransaktionen, Arbeitsmenü

Menüpfad: Steuerung allgemeinAnwendungsobjekte

Anwendungsobjekte definieren

In diesem Schritt machen Sie das neue Anwendungsobjekt dem BDT bekannt und entscheiden u.a., ob

  • Teilbarkeit genutzt werden soll

  • Tabstrips zur Navigation sichtbar sein sollen

  • auf dem Einstiegsbild die Bildauswahl erscheinen soll

  • zentrale vom BDT als Service zur Verfügung gestellte Berechtigungsprüfungen genutzt werden sollen

Beispiele: Insgesamt existieren derzeit 15 Anwendungsobjekte aus den Bereichen IBU Banking, IBU Insurance, Vertragskontokorrent und Immobilienverwaltung. Einige Beispiele sind:

  • BUPA Geschäftspartner

  • BUPR Geschäftspartnerbeziehungen

  • BKKA Bankkonto

  • FICA Vertragskonto

Namenskonvention: Das BDT ist nur für die Entwicklung von SAP-eigenen Anwendungsobjekten freigegeben, kundeneigene Anwendungsobjekte sollten damit nicht entwickelt werden. Zur Registrierung eines neuen Anwendungsobjektes wenden Sie sich an die Entwicklungsgruppe Geschäftspartner . Dort wird ein zentrales Register geführt, das verhindert, daß verschiedene Anwendungsobjekte mit gleicher Identifikation entstehen, was zu Problemen führen könnte.

Zuordnung Anwendungsobjekte à Differenzierungstypen

Hier wird festgelegt, welche der zuvor gepflegten Differenzierungstypen für das Anwendungsobjekt relevant sind. Existiert ein benötigter Differenzierungstyp noch nicht, muß dieser zuerst angelegt werden (siehe Differenzierungstypen).

Einstelltransaktionen

Die unter Kapitel Dialog beschriebenen Einstellungen werden je Anwendungsobjekt getrennt gepflegt. Definieren Sie z.B. ein Bild für das Anwendungsobjekt ‚BUPA‘ (Geschäftspartner), so existiert dieses nur innerhalb dieses Anwendungsobjektes.

Mit Hilfe der Einstelltransaktionen können Sie sehr einfach die Transaktionen erstellen, mit denen die BDT-Steuertabellen für Ihr Anwendungsobjekt gepflegt werden können. Aus diesen Transaktionen erstellen Sie später das Arbeitsmenü zu Ihrem Anwendungsobjekt (siehe Arbeitsmenü).

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die aktuell existierenden Einstellaktivitäten und darüber, welche Aktivität

  • von jedem Anwendungsobjekt unbedingt benötigt wird (Muß)

  • optional von einem Anwendungsobjekt genutzt werden kann (Kann).

Aktivität

Beschreibung

Muß

Kann

Voraussetzung

0001

Anwendungen

X

   

0002

Feldgruppen

X

   

0003

Sichten

X

   

0004

Abschnitte

X

   

0005

Bilder

X

   

0006

Bildfolgen

X

   

0007

Zeitpunkte

X

   

0008

GUI-Standardfunktionen

X

   

0009

GUI-Zusatzfunktionen

X

   

0010

Matchcodes

X

   

0011

Zuordnung Dynprofeld → DB-Feld

X

   

0012

Feldmodifikationskriterien

X

   

0013

Objektteile

 

X

Teilbarkeit

0014

Objekteilegruppierungen

 

X

Teilbarkeit

0015

Anwendungstransaktionen

X

   

0016

Tabellen

X

   

0017

Fremdanwendungen

 

X

Fremde Oberfläche

0100

Feldmodifikation je Aktivitätstyp

 

X

Service gewünscht

0101

Feldmodifikation je Objektteil

 

X

Teilbarkeit

0102

Berechtigungsarten

 

X

Service gewünscht

0103

Feldgruppen für Berechtigung

 

X

Service gewünscht

0104

Bildkonfiguration

X

   

0105

Feldmodifikation je Fremdanwendung

 

X

Fremde Oberfläche

0200

Änderungsbeleglisten

X

Änderungebelege

Aktivitäten: Pflegen Sie zu jeder Einstellaktivität eine Einstelltransaktion. Pro Aktivität sind dazu folgende Schritte durchzuführen:

  • Erstellen Sie eine Reporttransaktion und tragen Sie als Startparameter den Report BUSVIEWS ein.

Vorgehen: Gehen Sie in das Menü ABAP Workbench und wählen SieEntwicklung® WeitereWerkzeuge → Transaktionen. Geben Sie den Transaktionscode ein und wählen Sie Anlegen . Wählen Sie nun die Option Reporttransaktion und geben Sie auf dem folgenden Bild neben dem Transaktionstext im Feld Programm BUSVIEWS ein.

  • Tragen Sie die Einstellaktivität bei Ihrem Anwendungsobjekt ein und ordnen Sie den im ersten Schritt angelegten Transaktionscode zu.

Beim Start der Transaktion wird nun automatisch der zur Steuerungsfunktion gehörende Pflegeview bzw. das Viewcluster für Ihr Anwendungsobjekt aufgerufen.

Arbeitsmenü

Erstellen Sie für Ihr Anwendungsobjekt ein separates Arbeitsmenü. Dieses sollte die Steuerungstransaktionen enthalten. Orientieren Sie sich beim Menüaufbau am Untermenü Steuerung Gpartner des Arbeitsmenüs BUPT .

Hinweis: Die Pflege von Bereichsmenüs erreichen Sie aus dem Menü ABAP Workbench über Entwicklung → Weitere Werkzeuge → Bereichsmenüs .

Anwendungen

Jede Anwendung, die bei der Pflege eines Anwendungsobjektes mitwirkt, muß sich hier registrieren. Sie entwickelt immer innerhalb einer eigenen Funktionsgruppe. Dort erstellt sie ihre Subscreens sowie ihre Funktionsbausteine zu den BDT-Zeitpunkten.

Die Anwendung ist damit gekapselt und bestens vorbereitet für eine Entkopplung. Vermeiden Sie es, unterschiedliche Komponenten in einer Anwendung zusammenzufassen. Eine eventuell später notwendige Entkopplung dieser Komponenten wäre dann nur noch mit einigem Programmieraufwand möglich (d.h. durch Splitten der Anwendung und damit auch der Funktionsgruppe).

Menüpfad: Steuerung <Objekt> → Anwendungen

Namenskonvention: Für Anwendungen des Kunden ist der Namensbereich Y* und Z* reserviert, Entwicklungspartnern steht der Namensbereich X* zur Verfügung. SAP-Anwendungen melden ihre Anwendung bei der für das Anwendungsobjekt verantwortlichen Anwendung an.

Das Anwendungskürzel spielt eine wichtige Rolle bei den Namenskonventionen für die weiteren BDT-Objekte.