Zentraler Prozesskatalog

Definition

Der zentrale Prozesskatalog enthält zentral im Konzern vorgedachte Prozesse und Prozessschritte, die direkt oder indirekt mit der Finanzberichterstattung (zur Erfüllung der Sektion 404 des Sarbanes-Oxley-Act) oder mit Offenlegungskontrollen und –maßnahmen (zur Erfüllung der Sektion 302) zu tun haben.

Verwendung

Der zentrale Prozesskatalog dient der Arbeitserleichterung der einzelnen Organisationseinheiten und damit der Reduzierung der Projektkosten eines SOA-Projekts. Aus dem zentralen Prozesskatalog können die einzelnen Organisationseinheiten der Organisationshierarchie Prozesse mit ihren Prozessschritten unverändert übernehmen (referenzieren) oder kopieren und an die Gegebenheiten der Organisationseinheit anpassen. Wenn die Organisationseinheit die Prozessschritte eines Prozesses referenziert, dann sind zentrale Änderungen automatisch für die Organisationseinheit gültig.

Der Aufbau des zentralen Prozesskatalogs erfolgt durch den Power-User oder die Person, die der Rolle mit der Aufgabe Zentralen Prozesskatalog bearbeiten (EDIT-CPCAT) zugeordnet ist.

Struktur

Der zentrale Prozesskatalog umfasst Prozesse , die in einer Prozessgruppenhierarchie angeordnet sind. Jeder Prozess besteht aus Prozessschritten in einer bestimmten Reihenfolge.

Die Prozessgruppenhierarchie enthält auf unterster Hierarchieebene die Prozesse. Ein Prozess kann unterhalb von beliebig vielen Prozessgruppen hängen. Die bisher von Konzernen gemachten Erfahrungen haben gezeigt, dass für die Abbildung der Prozesse für Sektion 404 ca. 10 Prozessgruppen mit jeweils ca. 5 bis 10 Prozessen nötig sind.

Im zentralen Prozesskatalog gehören zu einem Prozess wie auch zu den Prozessschritten zentrale Attribute (z.B. die Vorgangsart eines Prozessses oder ob ein Prozess branchenspezifisch ist). Weitere Attribute müssen später von der Organisationseinheit, die einen Prozess übernimmt, hinzugefügt werden.

Neben den Attributen legen Sie für einen Prozess folgende Zuordnungen fest:

  • Zuordnung von Kontrollzielen und Risiken (P-CO-R-Zuordnung)

    Bei der P-CO-R-Zuordnung hinterlegen Sie die Ziele der im Prozess enthaltenen Kontrollen und die Risiken, die das Erreichen dieser Kontrollziele behindern könnten.

  • Zuordnung von Kontengruppen

    Der SOA fordert die Dokumentation der Prozesse, die einen wesentlichen Einfluss auf die Bilanz/GuV haben. Aus diesem Grund ordnen Sie einem Prozess die Kontengruppen zu, auf die der jeweilige Prozess Einfluss hat. Zur Verfügung stehen alle Kontengruppen, die in der Kontengruppenhierarchie als signifikant für den Konzern definiert wurden.

Ein Prozessschritt kann bereits im zentralen Prozesskatalog als Kontrolle definiert werden. In diesem Fall geben Sie neben den zentralen Attributen zum Prozessschritt auch allgemeine Kontrollattribute an (siehe Zentrale Dokumentation der Kontrollen ).

Alle im zentralen Prozesskatalog definierten Objekte und alle Zuordnungen sind zeitabhängig.

Integration

Werte für die Vorgangsart können Sie im Customizing des MIC unter Attributwerte bearbeiten hinterlegen.