Ungeplante Modifikation

Einsatzmöglichkeiten

In diesem Fall wird die Modifikation (neue Materialnummer, keine Änderung an der Serialnummer) erst zum Zeitpunkt des Wareneingangs festgestellt, entweder nach dem Lohnbearbeitungsvorgang (wenn der Lohnbearbeiter die ungeplante Modifikation vorgenommen hat) oder bei der Buchung des Wareneingang zum Aufarbeitungsauftrag für einen internen Vorgang.

Die Materialänderung wird im Lohnbearbeitungsmonitor (Transaktion ADSUBCON ) abgewickelt, der die Bestellung mit dem neuen Material aktualisiert, oder in der Transaktion für den Wareneingang zum Aufarbeitungsauftrag (Transaktion IW8W ), in der mit Bewegungsart 309 eine anschließende Materialumbuchung durchgeführt wird.

Ablauf

Vollständige Lohnbearbeitung ohne interne Vorgänge und mit ungeplanter Modifikation
  1. Der Benutzer bucht die Materialänderung im Lohnbearbeitungsmonitor (Transaktion ADSUBCON ), mit dem die Bestellung aktualisiert wird; dann kann der Wareneingang für das neue Material gebucht werden (wie im Standardprozess).

  2. Der Wareneingangsprozess ist der gleiche wie der Standardprozess ohne Materialänderung; daher muss dem 101-Lohnbearbeitungswareneingang ein 101-Wareneingang für den Aufarbeitungsauftrag folgen, der die IW8W -Funktionen simuliert (Setzen des Auftragslieferstatus, Lieferkennzeichen), in Abhängigkeit vom Sonderbestandsszenario.

  3. Um einen Wareneingang für den Aufarbeitungsauftrag buchen zu können, muss der AFPO-Satz beim Lohnbearbeitungswareneingang automatisch mit der neuen Materialnummer aktualisiert werden, ähnlich wie bei der Logik für die Lohnbearbeitungsbestellung, bevor der Wareneingang für den Aufarbeitungsauftrag bearbeitet werden kann.

  4. Die ungeplante Änderung funktioniert nur für die Gesamtmenge, nicht für Teilmengen/Teillieferungen.

Teilweise Lohnbearbeitung auf Vorgangsebene mit externer und interner Arbeit und ungeplanter Modifikation
  1. Bei dieser Variante muss das Material im Aufarbeitungsauftragskopf nach dem Lohnbearbeitungsvorgang mit dem neuen Material aktualisiert werden, um die ungeplante Modifikation abzubilden. Nur dann kann eine interner Folgeprozess fortgesetzt werden.

  2. Falls nach der Erstellung der Lohnbearbeitungsbestellung noch offene Reservierungen für weitere Vorgänge vorhanden sind, müssen die Komponenten und der Auftragskopf mit der neuen Materialnummer aktualisiert werden. Der Aufarbeitungsauftragsprozess wird dann mit den Standard-Warenbewegungen für die neue Materialnummer fortgesetzt. Im normalen Prozess muss der Benutzer die Reservierung für den internen Vorgang mit dem neuen Material manuell aktualisieren; das System kann nur den AFPO-Satz automatisch aktualisieren, wenn der Anstoß aus der Wareneingangstransaktion ADSUBCON erfolgt.

  3. Wenn auf einen ungeplanten Wareneingang eine geplante Materialänderung folgt, muss der Benutzer manuell eingreifen, um die Vorgänge und Komponenten der geplanten Materialänderung anzupassen.

  4. Bei einer Materialnummernänderung stößt das System aus dem LB-Wareneingangsereignis einen Workflow an den Planer des Aufarbeitungsauftrags an, damit davon Kenntnis erhält, dass er den Auftrag bearbeiten muss, d.h., alle Information überprüfen und bei Bedarf die Vorgangs- und Komponentendaten des Auftrags anpassen muss.

  5. Falls nach einer internen Änderung bereits Folgebelege (beispielsweise eine Lohnbearbeitungsbestellung) für den anschließenden externen Prozess erzeugt wurden, gelten die folgenden Einschränkungen:

  6. Wenn die Bestellung bereits angelegt wurde, können Sie das Material nicht ändern.

  7. Die Lohnbearbeitungsbestellanforderung wird automatisch mit dem neuen Material aus dem Aufarbeitungsauftrag aktualisiert, wenn die Änderung auf Komponentenebene erfolgt. Falls eine Lohnbearbeitungsbestellung bereits angelegt wurde, können Sie die Materialnummer der Reservierung nicht ändern. Der Benutzer muss zuerst (nach Rücksprache mit dem Lieferanten) die Bestellung löschen – und erst anschließend die neue Bestellung löschen. Das Löschen der Bestellung ist nicht möglich, wenn bereits Folgebewegungen stattgefunden haben.

  8. Bei einem internen Vorgang mit ungeplanter Modifikation, ist es erforderlich, eine zweite Komponente mit einem neuen Material manuell hinzuzufügen, das die automatische oder manuelle Aktualisierung von Folgevorgängen/-Komponenten anstößt.