Geplante Modifikation

Einsatzmöglichkeiten

In der Bestandsführung wird eine geplante Modifikation mittels zweier Reservierungen mit unterschiedlichen Beistellteilkennzeichen modelliert. (Durch die beiden Materialnummern wird sichergestellt, dass die Bestands- und Planungsprozesse das korrekte Material genauestens widerspiegeln.)

Die beiden Materialien werden als Komponenten für den Fremdvorgang gesichert – das eine mit Beistellteilkennzeichen S (das alte Teil, das an den Lohnbearbeiter geht (Hauptkomponente)), das andere mit Beistellteilkennzeichens X (das neue Teil, das vom Lohnbearbeiter kommt ).

Die Komponentenmaterialnummer spiegelt sich ebenfalls in der Materialnummer im Aufarbeitungsauftragskopfes wider (AFPO).

Bei mehreren Fremdvorgänge verwendet der letzte Fremdvorgang die Bewegungsarten 262/101 und bucht das Teil zurück in den Bestand.

Der geplante Materialwechsel wird sowohl für interne als auch externe Vorgänge unterstützt.

Vollständige Lohnbearbeitung ohne interne Vorgänge

Eine geplante Modifikation auf Auftragsebene (dieser Fall) sollte bereit durch den Benutzer initiiert worden sein, wenn der Aufarbeitungsauftrag angelegt wird. Es ist daher möglich, auf dem Selektionsbild der Transaktion für die Aufarbeitungsauftragserstellung ( IW81 ) eine Von - und Nach -Materialnummer anzugeben.

  1. Das System überträgt diese beiden separaten Materialnummern umgehend in die entsprechenden Felder des Auftragskopfes und Hauptkomponentenreservierung.

  2. Der Unterschied zum Standardprozess besteht darin, dass der Aufarbeitungsauftrag Informationen zur ursprünglichen Materialnummer ( Von ) und der geplanten, neuen (modifizierten) Materialnummer ( Nach ) bei der Erstellung im Auftrag speichert.

  3. Das Auftragskopfelement, das in der Planung als Bedarfsdeckerelement sichtbar ist, wird für die neue Materialnummer ( Nach ) sein. Der abschließende Wareneingang aus der Lohnbearbeitungsbestellung (Bewegungsart 101) ist auch für dieses Material. Die alte Materialnummer ( Von ) ist die Nummer, die als Komponente an den Lohnbearbeiter gesendet und schließlich auf Lohnbearbeiterseite verbraucht wird.

  4. Nachdem Sie die zwei Materialnummern auf dem Selektionsbild erfasst haben, müssen Sie den internen (Default-)Vorgang manuell in einen Fremdvorgang umsetzen. Darüber hinaus können Sie bei Bedarf zusätzliche Komponenten für den Fremdvorgang mit Beistellteilkennzeichen X manuell eingeben. Das bedeutet, dass die Hauptkomponente für den ersten Vorgang automatisch erzeugt wird und die zweite Komponente manuell erfasst wird. Das alte Material mit Beistellteilkennzeichen S wird in der Reservierungstabelle RESB abgelegt, das neue Material mit Beistellteilkennzeichen X in Tabelle AFPO.

    Hinweis Hinweis

    Wenn ein Szenario mit geplanter Modifikation aus dem Startbild eingeleitet wird, werden beide Komponenten S und X automatisch erzeugt.

    Ende des Hinweises
  5. Nach dem Lohnbearbeitungseingang (101) ist das neue Teil nach wie vor nicht physisch im Bestand vorhanden (Verbrauchsbuchung bis Kontierung). Die Warenbewegung 101 mit Bezug zum Aufarbeitungsauftrag wird im Hintergrund angestoßen, um den Aufarbeitungsauftrag abzuschließen und das neue Teil in den Bestand zu überführen.

Teilweise Lohnbearbeitung auf Vorgangsebene
  1. Der Aufarbeitungsauftrag wird zur Erzeugung der Lohnbearbeitungsbestellanforderung verwendet, so wie dies auch in einem normalen IH-Auftragsszenario der Fall ist.

    Der Unterschied zur Variante der vollständigen Lohnbearbeitung ohne interne Aktivitäten besteht darin, dass eine geplante Modifikation bei der internen oder externen Arbeit und in einem beliebigen Vorgang des Auftrags technisch durchführbar ist. Es ist für den Lohnbearbeiter und den Kunden jedoch nicht möglich, das Material im gleichen Aufarbeitungsprozess zu modifizieren, daher ist nur eine geplante Modifikation innerhalb eines Aufarbeitungsauftrags möglich.

  2. Die externe geplante Modifikation wird durch das Beistellteilkennzeichen auf Komponentenebene in gleicher Weise gesteuert wie das auch bei der Variante der vollständigen Lohnbearbeitung der Fall ist.

  3. Für einen internen Vorgang mit einer geplanten Materialnummernänderung können Sie die beiden Komponenten/Reservierungen verwenden, die ohnehin angelegt werden müssen, und dort die unterschiedlichen Materialnummern ablegen. Das alte Material wird der Reservierung mit der Bewegung 261 (oder 313) zugeordnet, das neue Material der Reservierung mit der Bewegung 262 (oder 314).

  4. Im Gegensatz zum Szenario Vollständige Lohnbearbeitung ohne interne Vorgänge , in dem der Benutzer das ‘ Von ’- und ‘ Nach ’-Material auf dem Selektionsbild angibt, muss der Benutzer hier die Komponenten und die entsprechenden Beistellteilkennzeichen auf dem Komponenten bild manuell überprüfen. Das System legt automatisch eine geplanten Materialänderung nur für die Kopfkomponente an. Wenn die geplante Materialänderung jedoch in einem internen oder externen Vorgang nach dem ersten Vorgang erfolgen soll, muss der Benutzer die entsprechenden Komponenten manuell anlegen.

  5. Der Benutzer muss jeden zusätzlichen Vorgang nach dem ersten Vorgang manuell anlegen. Wenn die Materialänderung in einem Vorgang erfolgt ist, der nicht der letzte Vorgang des Auftrags war, müssen Sie die folgenden Vorgänge mithilfe der geplanten neuen Materialnummer einrichten. Das System verwendet automatisch die neue Nummer für alle Reservierungen für die Folgevorgänge nach einem Vorgang mit einer geplanten Materialänderung.

  6. Die obige Logik für geplante Modifikationen basiert auf den Standard-Bewegungsarten 261/101. Wenn die Materialänderung in einem internen Vorgang erfolgt, der für die Umbuchungsbewegungsarten 313/315 konfiguriert ist, stößt das System automatisch im gleichen Schritt wie die 315-Warenbewegungsbuchung durch den Benutzer eine 309-Materialumbuchungsbewegung als Folgeanpassung an. Das alte Material wird zuerst aus dem Transitbestand oder Sperrbestand (Sonderbestandsszenario) zurück in den normalen Bestand geführt, anschließend bucht die 309-Warenbegungs das Material auf die neue Materialnummer.