Automatische Produktionsversorgung bei Produktaustauschbarkeit Sie können auch bei austauschbaren Produkten die
automatische Produktionsversorgung
im
DI-System
einsetzen. Das DI-System holt sich dabei die Komponentenbedarfe aus dem SAP APO mit Hilfe des
Remote
Function Call (RFC).
Das Auslesen der Komponentenbedarfe aus SAP APO mit RFC wird sowohl für die automatische Produktionsversorgung, als auch für das Anzeigen der Sekundärbedarfe in der aktuellen
Bedarfs-/Bestandsliste (
Transaktion
MD04)
verwendet. Das System kann aber nur die Bedarfe der Komponenten auslesen, die auch zusammen in einem Integrationsmodell enthalten sind.
Sie haben für jedes Produkt einer Austauschbarkeitsgruppe in der Produkt-Varianten-Struktur eine Positionsvariante mit Änderungsnummer bzw. im Baukasten eine Baukastenposition mit Änderungsnummer angelegt. Damit das DI-System Komponentenbedarfe aus dem APO anfordern kann, müssen die Mitglieder einer Austauschbarkeitsgruppe in der iPPE-Produktstruktur enthalten sein. Wenn Sie den Beziehungstyp voll austauschbar einsetzen, dann müssen Sie die austauschbaren Komponenten einer Ersetzungskette dabei so früh wie möglich in die iPPE-Produktstruktur einbinden. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass bei der Datenübertragung in den APO alle austauschbaren Komponenten im gleichen Integrationsmodell enthalten sind.
Wenn Sie ein Nachfolgermaterial nicht in der Produktstruktur eingebunden haben und nicht mit Hilfe des CIF in den APO übertragen haben, dann kann das DI-System dafür auch keinen Bedarf aus dem APO holen.
Sie haben für jedes Produkt einer Austauschbarkeitsgruppe einen
Regelkreis
im DI-System angelegt.
Sie haben die Produkte einer Austauschbarkeitsgruppe in die Selektion zur automatischen Produktionsversorgung eingetragen.
Da Regelkreise keine zeitliche Gültigkeit haben, müssen Sie, sobald die zu ersetzende Komponente ungültig ist, d.h. nicht mehr verwendet werden darf, den Regelkreis manuell löschen , da sonst im Falle eines Mindestbestands weiterhin das ungültige Material angefordert werden kann.
Sie haben im APO eine ATP-Prüfung für Planaufträge in der Serienfertigung durchgeführt. Dadurch hat das System die Komponenten im Planauftrag angepasst und die Produktersetzung im Auftrag durchgeführt. Die ATP-Prüfung für Planaufträge mit austauschbaren Komponenten ist zwingend erforderlich, um die automatische Produktionsversorgung einsetzen zu können.
Das System führt eine Fehlmengenrechnung unter Berücksichtigung von Komponentenbedarfen, Beständen und Zugängen (evtl. auf Basis eines Mindestbestandes) durch. Die anzufordernde Nachschubmenge ergibt sich aus der Fehlmengenrechnung . Dabei wird keine Verfügbarkeitsprüfung durchgeführt, daher kann von einem auslaufenden Material unter Umständen mehr angefordert werden, als tatsächlich noch Lagerbestand vorhanden ist.
Aus dem Planauftrag ergeben sich folgende Bedarfe für die zu ersetzende Komponente A und ihren Nachfolger B: A= 3 Stück; B= 7 Stück. Der gesamte Werksbestand von A beträgt nur noch 3 Stück.
Im Regelkreis von A ist ein Mindestbestand von 5 Stück gepflegt. Im Regelkreis von B ein Mindestbestand von 10 Stück. Da der PVB-Bestand gleich 0 ist, erzeugt das System nun einen Mengenabruf für A in Höhe von 8 Stück, obwohl es im Werk nur noch 3 Stück von A gibt. Da der PVB-Bestand von B ebenfalls 0 ist, erzeugt das System für B einen Mengenabruf in Höhe von 17 Stück.
Bei der automatischen Produktionsversorgung wird immer geprüft, ob für eine Komponente im Auftrag, die zu einer Austauschbarkeitsgruppe gehört, bereits Teilrückmeldungen vorliegen, um sicherzustellen, dass die korrekten Bedarfsmengen berücksichtigt werden. Denn bei Teilrückmeldungen im Rahmen der Produktionsrückmeldung im APO kann es vorkommen, dass die Bedarfsmenge einer Komponente noch nicht reduziert wurde, da der Warenausgang im DI-System noch nicht gebucht worden ist. Aus diesem Grund muss das System eine Vorausberechnung für die zu reduzierende Komponentenmenge vornehmen. Dabei wird die Reihenfolge, in der die Komponenten ersetzt werden, ermittelt und es wird vorausberechnet, welche Menge von der aktuellen Bedarfsmenge der Komponente abgebaut werden muss.
Beispiel für Teilrückmeldungen
. Dafür haben Sie im APO eine Austauschbarkeitsgruppe vom Typ
Ersetzungskette
angelegt.
Mit Hilfe der ATP-Prüfung wird im Auftrag 4711 die Produktersetzung durchgeführt und die entsprechenden Komponenten werden im Auftrag angelegt. Im Auftrag ergibt sich nun folgende Situation:
Komponente A : 10 Stück
Komponente B : 15 Stück
Komponente C: 15 Stück
Durch eine Teilrückmeldung in Höhe von 7 Stück und die darauffolgende Warenausgangsbuchung wird der Bedarf der Komponente A im Planauftrag um 7 Stück reduziert. Es entsteht nun folgende Situation bei den drei Komponenten :
Komponente A :3 Stück
Komponente B : 15 Stück
Komponente C: 15 Stück
Eine weitere Teilrückmeldung für Y in Höhe von 10 Stück wird durchgeführt. Wenig später wird für Komponente B eine automatische Produktionsversorgung gestartet. Dabei wird u.a. der Bedarf für Auftrag 4711 in Höhe von 15 Stück ermittelt. Darüberhinaus wird festgestellt, dass für die Teilrückmeldung noch keine Warenausgangsbuchung durchgeführt wurde. Um nun den physischen Bestand der Komponente B ermitteln zu können, muss zunächst eine Bedarfsmenge von 10 Stück im Auftrag 4711 abgebaut werden. Das System liest nun die Reihenfolge der Ersetzung in der Austauschbarkeitsgruppe. Das System baut nun zuerst die Bedarfsmenge von A auf 0 ab und anschließend reduziert es die Bedarfsmenge von B um 7 Stück. Es bleibt nun ein Bedarf von 8 Stück für B übrig, der angefordert werden kann.
In den iPPE-Aktivitäten des
Normalarbeitsplanes
, den Sie für nicht konfigurierbare Produkte einsetzen, können Sie im Register
Zuordnungen
für die zugeordnete Komponente festlegen, wann sie verbraucht werden soll, d.h. zu welchem Zeitpunkt sie bereitgestellt werden muss. Wenn Sie die Einstellungen
Bereitstellung zum Beginn
oder
zum Ende
oder
kein Verbrauch
eingestellt haben, dann liefert das System die richtigen Bedarfe. Wenn Sie jedoch die Einstellung
kontinuierlicher Verbrauch
gewählt haben, dann kann es zu Fehlern bei den Bedarfsmengen kommen, da die Produktaustauschbarkeit den kontinuierlichen Verbrauch von Komponenten bei der Planung nicht berücksichtigt.
Beispiel für kontinuierlichen Verbrauch
Bedarf Komponente A : 40 Stückzwischen 10 und 14 Uhr
Bei der Planung werden 20 Stück des Bedarfs von A auf Komponente B umgeleitet. Es ergibt sich folgende Planungssituation:
Bedarf von A: 20 Stück zwischen 10 und 14 Uhr
Bedarf von B: 20 Stück zwischen 10 und 14 Uhr
Wenn Sie in der automatischen Produktionsversorgung einen Planungshorizont bis 12 Uhr einstellen, dann ermittelt das System einen Bedarf für A in Höhe von 10 Stück und einen Bedarf für B ebenfalls in Höhe von 10 Stück.
Das richtige Ergebnis wäre:
Bedarf Komponente A: 20 Stück zwischen 10 und 12 Uhr
Bedarf Komponente B: 20 Stück zwischen 10 und 14 Uhr
Bei einem Planungshorizont bis 12 Uhr würde das System dann den richtigen Bedarf für A in Höhe von 20 Stück liefern.