Multi Currency Accounting
Mit der Anwendungskomponente Multi Currency Accounting (MCA) können Sie alle Konten in Originalwährung führen und Sie können die Bewertung auf zentralen Fremdwährungspositionskonten vornehmen, anstatt auf einzelnen Bestandskonten. Die Fremdwährungspositionen dokumentieren das Währungsrisiko und zeigen Ihnen Währungsschwankungen, getrennt von operativen Gewinnen und Verlusten, auf.
Sie können
ihre Fremdwährungsgewinne und -verluste in funktionale Währung auf die entsprechenden Fremdwährungspositionen transformieren.
das Währungsrisiko in den verschiedenen Buchungskreisen auf der Basis einer oder mehrerer Fremdwährungspositionen kontrollieren.
Fremdwährungspositionen auch für alle nicht-funktionalen Währungen bewerten.
Das System erstellt anschließend auf der Basis der Originalwährungssalden die MCA-Bilanz.
Sie können das Hauptbuch in bis zu drei Währungen führen.
Die Bilanzwährung (funktionale Währung) ist dieselbe Währung, in der die Fremdwährungspositionen bewertet werden sollen. In Hochinflationsländern beispielsweise kann es jedoch sein, dass die Bank für die Bilanz die Hauswährung verwenden möchten und für die Bewertung aller Fremdwährungstransaktionen eine andere Währung, die stabiler ist als die Bilanzwährung. Sie können dann für das Konzernberichtswesen eine dritte Währung verwenden.
Als funktionale Währung wird die Währung bezeichnet, in der die Bank ihre Fremdwährungspositionen hält und gegen die die Bank diese Fremdwährungspositionen bewertet.
Das Konzept der funktionalen Währung erlaubt es daher der Bank, ihr aktuelles Risiko, das aus Fremdwährungstransaktionen entsteht, jederzeit festzustellen (auch innerhalb eines Tages).
Im Bankwesen ist die Transaktionswährung eine bilanzierende Einheit (alle Salden in Transaktionswährung müssen 0 ergeben). Wird die „Währungsgrenze" überschritten,entsteht ein Währungsrisiko
Die langfristige Auswertung von Fremdwährungspositionen in funktionaler Währung zeigt die Änderungen auf und somit auch das Risiko der Bank
Das heißt, Sie können Fremdwährungspositionen verwalten und diese in einem mehrwährungsfähigen Hauptbuch ausweisen, um somit ihr Währungsrisiko zu ermitteln. Das MCA beinhaltet Funktionen zur Bewertung von Fremdwährungspositionen sowie zur Erstellung des Hauptbuchs in funktionaler Währung. Sie können sowohl Fremdwährungs-Bankvorgänge verwalten als auch in Fremdwährung ausgewiesene Transaktionen, die aus der Führung eines Betriebs resultieren (auch impliziter Währungstausch genannt).
Für Buchhaltungs-, Steuer- und Berichtszwecke müssen für die Erträge und Aufwände, die in Währungen ausgewiesen sind, die nicht der funktionalen Währung entsprechen, die entsprechenden Beträge in funktionaler Währung errechnet werden. Der Betrag in funktionaler Währung muss dann eingefroren, d.h. „festgeschrieben“, werden. So können Sie zwischen dem aus der Transaktion selbst erwirtschafteten Gewinn oder erlittenen Verlust und dem sich aus Kursschwankungen ergebenden Gewinn oder Verlust unterscheiden.
Nachdem das System die Beträge in funktionaler Währung festgeschrieben hat, müssen die Fremdwährungspositionskonten den Fremdwährungsgewinn oder –verlust aufzeigen und bewertet werden. Die Währungsbewertung wirkt sich nicht auf den Betrag in funktionaler Währung auf den Gewinn- und Verlustkonten aus. Das bedeutet, dass der Fremdwährungsgewinn oder –verlust mittels der Fremdwährungspositionskonten in funktionale Währung transformiert werden muss. Das System bucht die Transformation auf die entsprechenden Konten (Quellkonto in Fremdwährung, Zielkonto in Zielwährung).
Ein Audit Trail führt auf die ursprünglichen Beträge und die Originalwährung des Gewinns oder Verlusts zurück.
In regelmäßigen Abständen (täglich, monatlich oder wenigstens am Ende des Geschäftsjahres) buchen Sie alle Gewinn- und Verlustkonten um und übernehmen ihre Salden auf ein Bilanzkonto (vorläufiger oder Bilanzgewinn)

MCA-Prozess in FI-GL
Vorsystem
Sie können MCA an ein Vorsystem wie SAP Bank Analyzer (AFI) oder aber auch an andere externe Systeme anbinden und Bewegungsdaten entweder aus Ihrem Vorsystem in das SAP-System importieren oder die Daten manuell erfassen.
MCA Datenübernahme
In diesem Schritt berechnet das System den Gewinn- oder Verlustbetrag in funktionaler Währung, der bei Transaktionen entstanden ist, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung ausgewiesen sind. Die Datenübernahme erfolgt mittels 6-Pack Adapter. (Sie können einzelne „Transaktionen/Geschäftsvorgänge“ manuell erfassen und Positionskonten korrigieren)
GuV-Prozesse
GuV-Festschreibung
Prozess zur Festschreibung von Gegenwerten für GuV-Buchungen durch Buchen eines Bewertungsergebnisses zu einem Stichtag. Sie schreiben den Fremdwährungsbetrag fest, indem Sie den Umrechnungskurs zu einem bestimmten Datum anwenden. Das System schreibt so den operativen Gewinn oder Verlust fest.
GuV-Umbuchung
Prozess zur Umbuchung eines Saldos oder Einzelpostens von einem GuV-Konto auf ein Bestandskonto. Sie schließen die Gewinn- und Verlustkonten ab und übertragen deren Salden auf das entsprechende Bilanzkonto. Wenn Sie die Gewinn- und Verlustkonten an demselben Tag abschließen, an dem Sie auch den Übertrag durchführen, können Übertrag und Abschluss in einem Schritt stattfinden.
GuV-Transformation
Prozess zur Transformation aller Salden oder Einzelposten von einem Quell- auf ein Zielkonto (Erfolgskonto). Kontosalden oder Einzelposten, die ungleich der funktionalen Währung sind, wandelt das System in die funktionale Währung um, bevor sie in ein bestimmtes Zielkonto gebucht werden. Sie transformieren den Fremdwährungsgewinn oder -verlust in funktionale Währung und buchen die Beträge auf Konten in funktionaler Währung. Dies schließt alle Fremdwährungspositionen und kommt der Buchung eines Fremdwährungstauschs gleich. Zunächst werden die Salden der Fremdwährungsgewinn- und –verlustkonten auf die Fremdwährungspositionskonten in der Bilanz umgebucht. Anschließend führt das System die Transformation der Summen in funktionaler Währung auf Belege durch.
Bewertung
Sie bewerten die Fremdwährungspositionen abhängig vom Bewertungsschema, das Sie verwenden. Die Bewertungsschemata unterscheiden sich in der Behandlung von Umrechnungskursen und Buchungen.
Positionskontenbewertung (FXV)
Fremdwährungsgewinne und –verluste bucht das System als Betrag in funktionaler Währung. Bei der Positionskontenbewertung werden die Gewinne/Verluste in funktionaler Währung auf die Positionskonten zurückgebucht, nachdem die Salden in den Haus-/funktionalen Währungen für alle Fremdwährungen fortgeschrieben wurden.
Bestandskontenbewertung (MAR)
Dies ist die klassische Bewertung von Kassenpositionen, die in Fremdwährung ausgewiesen sind. Sie werden mit dem zum Referenzdatum gültigen Umrechnungskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Die Differenz zwischen dem neuen Wert und dem zum vorigen Referenzdatum gültigen Wert ist die Umrechnungsdifferenz.
Berichte
Folgende Reports stehen im MCA zur Verfügung:
Saldenreport
Bilanzreport
Prüfreports
Hinweis
Beachten Sie die Verwendung folgender Kennzeichen.
Das Kennzeichen Salden nur in Hauswährung
darf nicht markiert sein, da sonst bei der Buchung, die Fremdwährung gleich in die Hauswährung in der Datenbank abgelegt wird. Damit gehen die Salden der Fremdwährung in der Datenbank (GLT0,
FAGLFLEXT usw.) nicht zu Null auf.
Das Kennzeichen Verwaltung offener Posten
darf bei Positions- und Gegenwertskonten nicht markiert sein, da diese keine Verrechnungskonten sind.
Wir empfehlen das Kennzeichen Einzelpostenanzeige zu markieren, um alle Informationen pro Einzelposten angezeigt zu bekommen
Achtung
Vorbereitung Produktivstart: MCA-Belegreferenzen
Die MCA-Belegreferenzen werden beim Zurücksetzen der Buchungskreise mit dem FI-Report SAPF020 gelöscht. Im MCA gibt es hierfür keine spezifische Transaktion.
Wenn Sie die neue Hauptbuchhaltung für das Finanzwesen verwenden, wählen Sie folgenden Pfad im Customizing:
Wenn Sie die klassische Hauptbuchhaltung für das Finanzwesen verwenden, wählen Sie folgenden Pfad im Customizing: