Integration Lagermaterialbeschaffung - Lagerkonzepte

Verwendung

Wenn Sie die Lagermaterialbeschaffung in das Haushaltsmanagement (HHM) integrieren wollen, können Sie steuern:

zu welchem Zeitpunkt (Bestellung oder Warenausgang) über das Budget verfügt wird

ob dem Lager eigenes Budget zur Verfügung steht

Für die Integration der Bestandsführung in das Haushaltsmanagement gibt es 4 Konzepte. Sie können sich pro Finanzkreis für eines der Konzepte entscheiden.

Voraussetzungen

Unabhängig davon, welches Konzept Sie wählen, muss aus den entsprechenden Bestandskonten eine Finanzposition (Finanzvorgang 30) ableitbar sein. Dies gilt auch für die Konzepte, bei denen die Fortschreibung nur statistisch erfolgt.

Je nach dem, welches Lagerkonzept in Ihrer Organisation verwendet werden soll, müssen Sie für die einzelnen Geschäftsvorfälle (Bestellanforderung, Bestellung und Warenausgang) den Feldstatus für die für das HHM relevanten Kontierungen entsprechend aussteuern. Außerdem müssen Sie in Ihrer Kontierungsableitung festlegen, wie der Warenausgang fortgeschrieben werden soll. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „ Funktionsumfang “ .

Für Bestellanforderungen und Bestellungen nehmen Sie die Einstellungen zum Feldstatus im Customizing des Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung in der IMG-Aktivität Feldstatus für die Zuordnung von HHM-Kontierungen pflegen vor; für den Wareneingang im Customizing der Bestandsführung in der IMG-Aktivität Bildaufbau festlegen .

Die Einstellungen zur Kontierungsableitung nehmen Sie im Customizing des Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung in der IMG-Aktivität Kontierungsableitung definieren vor.

Funktionsumfang

Konzept 1
Manuelle Kontierung der Bestellung bestimmt die Budgetverfügungen

Die verbrauchende Finanzstelle ist zum Zeitpunkt der Bestellanforderung oder Bestellung bereits bekannt.

Bestellanforderungen (Banf) und Bestellungen, die ins Lager gehen, sowie der Wareneingang werden direkt im Haushaltsmanagement fortgeschrieben, indem beim Buchen die entsprechenden Kontierungen für das Haushaltsmanagement als Zusatzkontierung eingegeben werden.

Warenausgangsbuchungen werden nur statistisch fortgeschrieben.

Konzept 2   
Nur der Warenausgang bestimmt die Budgetverfügungen

Bestellanforderungen und Bestellungen, die ins Lager gehen, sowie der Wareneingang sind für das Haushaltsmanagement nicht budgetrelevant. Beim Buchen von Bestellanforderungen und Bestellungen erfolgt die Fortschreibung daher nur statistisch.

Erst beim Warenausgang werden die Verfügtwerte fortgeschrieben, indem in der Aufwandszeile die verbrauchende Finanzstelle und ggf. Fonds und Funktionsbereich angegeben wird.

Konzept 3   
Lager hat eigenes Budget - Budgetentlastung bei Warenausgang

Das Budget des Lagers wird automatisch belastet und wieder entlastet.

Beim Buchen von Bestellanforderungen, Bestellungen und Wareneingängen werden die Verfügtwerte der „Lagerkontierungen“ (z. B. Lagerfinanzstelle, Lagerfonds) automatisch fortgeschrieben.

Beim Warenausgang werden den Lagerkontierungen das durch den Wareneingang verfügte Budget wieder zurückgegeben, steht diesen Kontierungen also wieder zum Einkauf zur Verfügung. Die Verfügtwerte für die beim Warenausgang in der Aufwandszeile angegebenen (verbrauchenden) Kontierungen werden fortgeschrieben.

Wenn Sie dieses Konzept wählen, dürfen beim Buchen von Bestellanforderungen und Bestellungen die Lagerkontierungen nicht manuell durch andere Kontierungen überschrieben werden. Andernfalls werden die manuell eingegebenen Kontierungen belastet und nicht die Lagerkontierungen.

Konzept 4   
Lager hat eigenes Budget – Keine Budgetentlastung bei Warenausgang

Beim Buchen von Bestellanforderungen, Bestellungen und Wareneingängen werden wie im Konzept 3 die Verfügtwerte der Lagerkontierungen automatisch fortgeschrieben.

Beim Warenausgang bleiben die Verfügungen auf den Lagerkontierungen, d. h. die Lagerkontierungen bekommen das Budget nicht zurück. Für die beim Warenausgang in der Aufwandszeile angegebenen (verbrauchenden) Kontierungen werden die Verfügtwerte zusätzlich fortgeschrieben. Das Budget des Lagers wird also "parallel" zu den anderen Verantwortungsbereichen verbraucht.

Wenn Sie das Standardpreisverfahren verwenden, können auf den Lagerkontierungen "Restwerte" entstehen, wenn der Rechnungsbetrag vom bewerteten Betrag des Lagerbestandes abweicht.

Wenn Sie mit gleitenden Durchschnittspreisen, können keine Restwerte auf den Lagerkontierungen auftreten.

Einstellungen im Customizing zu den Konzepten

Welches Lagerkonzept in Ihrem System verwendet wird, steuern Sie über die entsprechenden Einstellungen zum Feldstatus und zur Kontierungsableitung. Beispielsweise sollten bei dem Lagerkonzept 2 die Felder für die Kontierungen des HHM in Banf und Bestellung ausgeblendet sein, da diese Geschäftsvorfälle in diesem Konzept nicht budgetrelevant sind.

Für die Definition der Ableitungsschritte in Ihrer Kontierungsableitung sind folgende Fragestellungen relevant:

Wie erkennt die Kontierungsableitung, um welche Buchung es sich handelt? (Quellfeld)

Hier ist vor allem wesentlich, dass die Buchung eines Warenausgangs erkennbar ist, da je nach Konzept die Fortschreibung in das HHM statistisch oder echt erfolgen soll.

Um die Buchung eines WA erkennen zu können, steht Ihnen das Feld TRANSAC Betriebswirtschaftlicher Vorgang zur Verfügung.

Um zwischen der Bestandszeile und der Aufwandszeile des Warenausgangs unterscheiden zu können, steht Ihnen das Feld FLG_INVNTRY_PSTNG Gibt an, dass aktuelle Buchung Bestandsbuchung ist zur Verfügung.

Wie müssen die Zielfelder ausgesteuert sein, damit eine korrekte Fortschreibung im Sinne des jeweiligen Konzepts erfolgt?

Für nicht budgetrelevante Buchungen muss eine als statistisch gekennzeichnete Finanzposition ableitbar sein.

Sie können darüber hinaus für eine detaillierte Aussteuerung der Ableitungsschritte die Information über das Werk (Feld PLANT) sowie die Bewertungsklasse (Feld VAL_CLASS) verwenden.

Im Folgenden wird zusammengefasst dargestellt, wie Sie den Feldstatus und Ihre Kontierungsableitung für das jeweilige Konzept definieren können.

Einstellungen im Customizing zu den Konzepten

Konzept

 

 

 

Steuerung Feldstatus

Buchung erkennen

Aussteuerung der Zielfelder

1

Banf/Bestellung

Felder sind entsprechend dem Standard eingabebereit

Felder sind gefüllt

Keine Einstellung notwendig

WA Bestandszeile

Kein Feldstatus

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = X

Statistische Finanzposition

WA Aufwandszeile

Feldstatus nach Bedarf

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = SPACE/BLANK

Statistische Finanzposition

2

Banf/Bestellung

Felder ausblenden

 

 

WA Bestandszeile

Kein Feldstatus

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = X

WA Aufwandszeile

Feldstatus nach Bedarf

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = SPACE/BLANK

Echte Finanzposition oder manuelle Kontierung

3

Banf/Bestellung

Felder ausblenden

 

 

WA Bestandszeile

Kein Feldstatus

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = X

Echte Finanzposition

WA Aufwandszeile

Feldstatus nach Bedarf

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = SPACE/BLANK

Echte Finanzposition

4

Banf/Bestellung

Felder sind eingabebereit

 

 

WA Bestandszeile

 

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = X

WA Aufwandszeile

 

TRANSAC = RMWA

FLG_INVNTRY_PSTNG = SPACE/BLANK

Echte Finanzposition

Falls Sie einen Warenausgang über eine Reservierung anlegen, können Sie diese Reservierung bereits mit einer HHM-Kontierung versehen. Bei der Reservierung werden die Verfügtwerte im Haushaltsmanagement noch nicht fortgeschrieben, d.h. das Budget wird noch nicht belastet. Erst bei der Buchung des Warenausgangs werden die Verfügtwerte im Haushaltsmanagement fortgeschrieben.

Siehe auch

Ableitung der Finanzposition aus Sachkonto

Kontierungsableitung