Geschäftsbereichs- und Partnergeschäftsbereichskontierung

Voraussetzung für eine Geschäftsbereichskonsolidierung ist die manuelle oder automatische Kontierung der Geschäftsbereiche und Partnergeschäftsbereiche bei verschiedenen Buchungsvorgängen.

Hinsichtlich der Kontierung der Geschäftsbereiche sehen Sie die entsprechende FI-Dokumentation. Im folgenden wird die lediglich für die Konsolidierung relevante Kontierung des Partnergeschäftsbereichs erläutert.

Partnergeschäftsbereichskontierung

Die Eliminierung von Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. von Aufwendungen und Erträgen innerhalb eines Konzernbereiches erfolgt auf Basis einer Partnerkontierung. Aus der Konsolidierung von Gesellschaften kennen wir den Begriff der Partnergesellschaft; in Analogie verwenden wir bei der Geschäftsbereichskonsolidierung den Begriff des Partnergeschäftsbereiches. Jede Buchungszeile eines konzerninternen buchungskreis-oder geschäftsbereichsübergreifenden Geschäftsvorfalls trägt also neben dem 'buchenden' Buchungskreis / Geschäftsbereich auch die entsprechende Partnerkombination. Nach beiden Kombinationen ist auch das Verkehrszahlen-Ledger differenziert, aus dem die Übergabe an die Konsolidierung erfolgt. Dort werden dann für jedes Kombinationspaar Eliminierungsbelege erstellt, und im Reporting kann mit Hilfe der 'Teilkonzernbildung' eine eliminierte Darstellung erzeugt werden. Teilkonzerne sind im Rahmen der Geschäftsbereichskonsolidierung typischerweise die Zusammenfassung aller Konsolidierungseinheiten jeweils eines Konsolidierungsgeschäftsbereiches.

Kreuzen oder Vererben von Partnergeschäftsbereichen

Da nicht alle durch konzerninterne Geschäftsvorfälle ausgelösten Buchungen in der Konsolidierung wieder eliminiert werden müssen, ist die Partnerkontierung nicht immer zwingend erforderlich. Beispiele, bei denen keine Partnerkontierung benötigt wird, sind Zahlungsbuchungen oder auch Bestandsumbuchungen (Anlagevermögen, Umlaufvermögen). Zur Entscheidung dient eine Belegarteneigenschaft: Besonders gekennzeichnete Belegarten bewirken bei Buchungen mit Partnergesellschaft, daß in allen nicht-OP-verwalteten Buchungszeilen ein Partnergeschäftsbereich Mußeingabe ist. Bei Belegen ohne Partnergesellschaft werden manuell eingegebene Partnergeschäftsbereiche ignoriert (entfernt), und bei reinen Sachkontenbuchungen wird der Partnergeschäftsbereich durch 'Kreuzen' aus den eingegebenen Geschäftsbereichen automatisch gesetzt.

Damit die jeweilige Partnerkontierung nicht immer vom Sachbearbeiter bei der Geschäftsvorfallsbearbeitung eingegeben werden muß, ist das Hauptproblem, eine weitestgehend automatisierte Ableitung des Partnerbegriffes vorzunehmen. Man kann dabei grundsätzlich zwischen zwei Typen von Geschäftsvorfällen unterscheiden :

  • Innerhalb einer Geschäftsvorfallserfassung wird sowohl die eigene Seite des Vorfalls gebucht als auch die Seite des Partners. Zu diesen Geschäftsvorfällen zählen z.B. die buchungskreisinternen Geschäftsbereichsumbuchungen. Bei der buchungskreisübergreifenden Erfassung, die letzlich intern in zwei Buchhaltungsbelege gesplittet wird, ist jeder einzelne Beleg von diesem Typ. Bei dieser Form der Geschäftsvorfallserfassung hat der Sachbearbeiter sowohl Kenntnis über die Kontierung der einen als auch der anderen 'Seite' und kann damit auch immer den jeweils anderen Geschäftsbereich als Partner angeben.

  • Zu einem Geschäftsvorfall gehören zwei Buchungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten von unterschiedlichen Personen vorgenommen werden, und jeder kennt nur seinen Teil des Geschäftsvorfalles. Typisches Beispiel ist die unternehmensübergreifende (konzerninterne) Beschaffung mit Ausgangsrechnung und Eingangsrechnung. Häufig kennt der Besteller nicht den Geschäftsbereich, aus dem der Lieferant liefern wird, und noch öfter wird der Lieferant nicht wissen, welche Geschäftsbereiche des Bestellers die gelieferte Ware/Leistung einsetzen werden (insbesondere wenn nicht auf Lager sondern z.B. auf Kostenstelle oder Auftrag bestellt wurde).

Die nachfolgenden Unterkapitel werden nun - jeweils gesondert nach den Hauptanwendungsgebieten - die wichtigsten Geschäftsvorfälle unter dem Gesichtspunkt der Partnergeschäftsbereichszuordnung beleuchten.

Finanzbuchhaltung

In diesem Abschnitt sollen folgende FI-Geschäftsvorfälle unter dem Aspekt der Partnergeschäftsbereichskontierung behandelt werden:

  • Rechnung eines Fremdlieferanten für mehrere Geschäftsbereiche

  • Rechnung eines Konzernlieferanten für mehrere Geschäftsbereiche

  • Buchungskreisinterne Geschäftsbereichsumbuchung im Sachkontenbereich

  • Buchungskreisübergreifende Rechnungserfassung

Ziel der Beschreibung ist es, Besonderheiten aufzuzeigen, die der Sachbearbeiter zusätzlich beachten muß bzw. die durch Organisationsanweisung geregelt werden müssen oder gar Restriktionen in der Belegerfassung bedeuten.

Rechnung eines Fremdlieferanten für mehrere Geschäftsbereiche

Die Eingabe des Geschäftsbereichs durch den Sachbearbeiter ist in den Sachkontenbuchungszeilen erforderlich. Die Kreditoren-Buchungszeile wird in Summe ohne Geschäftsbereich eingegeben. Bei dieser Fremdrechnung spielt der Partnergeschäftsbereich keine Rolle; er ist nicht gesetzt. Eine Aufteilungs-Korrekturbuchung für den Originalgeschäftsbereich wird periodisch durch die ‘Bilanznachbelastung’ vorgenommen.

Rechnung eines Konzernlieferanten für mehrere Geschäftsbereiche

Aufgrund der Partnergesellschaft im Lieferantenstammsatz wird in der Kreditorenzeile wie auch in allen Sachkontengegenbuchungen automatisch die Partnergesellschaft gesetzt. Die Behandlung des Geschäftsbereichs erfolgt analog zum vorigen Fall: Manuelle Eingabe in den Sachkontenzeilen und automatische Aufteilung der Kreditorenbuchung nach den Sachkontenzeilen periodisch durch die ‘Bilanznachbelastung’. Hier stellt sich jedoch das Problem der manuellen Kontierung des Partnergeschäftsbereichs. Es muß organisatorisch sichergestellt sein, daß dem Sachbearbeiter der Geschäftsbereich des liefernden/leistenden Konzernunternehmens bekannt ist, und er muß ihn in jeder Sachkonten-Buchungszeile manuell eingeben.

Buchungskreisinterne Geschäftsbereichsumbuchung im Sachkontenbereich

Als Beispiel eines solchen Geschäftsvorfalls soll eine Ertragsbuchung bei Geschäftsbereich A gegen zwei Aufwandsbuchungen in den Geschäftsbereichen B und C innerhalb eines Buchungskreises behandelt werden. Bei allen drei Buchungszeilen wird der Geschäftsbereich und der Partnergeschäftsbereich manuell eingegeben. Geschäftsbereichssaldo Null wird dazu durch periodische Korrekturbuchungen erzeugt.

Buchungskreisübergreifende Rechnungserfassung

Zu den verschiedenen Formen des buchungskreisübergreifenden Buchens - auf dem gleichen System oder auch rechnerübergreifend per EDI - wird auf die FI-Dokumentation verwiesen. Hinsichtlich des Partnergeschäftsbereichs liegt hier die Situation vor, daß der Geschäftsvorfall im wesentlichen von einem Sachbearbeiter vollständig bearbeitet wird, dem also auch Kenntnis über die Geschäftsbereichskontierung im anderen Buchungskreis vorliegen muß. Wichtig ist für ihn, daß seine Geschäftsbereichsangaben - auch wenn sie sich auf einen anderen Rechner beziehen - immer lokale Geschäftsbereiche sind, selbst wenn es sich um solche handelt, die auf dem eigenen System originär nicht vertreten sind.

Einkaufsabwicklung

Zur Einkaufsabwicklung sollen in diesem Abschnitt die Geschäftsvorfälle

  • Bestellung

  • Wareneingang

  • Rechnungseingang

bezogen auf einen Konzern-Lieferanten betrachtet werden. Es handelt sich also um Geschäftsvorfälle, die in einer Lieferungs-/Leistungskette von mehreren Sachbearbeitern und häufig auch auf mehreren getrennten Systemen bearbeitet werden, wenn man auch die Lieferanten-Aktivitäten noch mit einbezieht.

Partnergeschäftsbereichskontierung

Eine Partnergeschäftsbereichskontierung verlangt im Falle der Beschaffung Kenntnis darüber, aus welchem Geschäftsbereich der Lieferant (voraussichtlich) seine Ware/Leistung erbringen wird. Dazu wird in einem zentralen Szenario, bei dem also der liefernde Partner auf dem gleichen System SD einsetzt, folgende Lösung angeboten:

Zum Zeitpunkt der Wareneingangsbuchung sowie des Rechnungseinganges wird über den SD-Kundenauftrag zur eigenen MM-Bestellung der liefernde Geschäftsbereich ermittelt und als Partnergeschäftsbereich eingesetzt.

Verkaufsabwicklung

Analog den Geschäftsvorfällen der Beschaffung gibt es nun auch auf der Vertriebsseite Geschäftsvorfälle, bei denen der Partnergeschäftsbereich des konzerninternen Kunden gefunden und kontiert werden muß. Dabei sollen uns insbesondere die

  • Bearbeitung des Kundenauftrags

  • Bearbeitung des Warenausgangs

  • Bearbeitung des Rechnungsausgangs ( Fakturierung)

interessieren. Typischerweise hat der Sachbearbeiter, der den Kundenauftrag eröffnet, nur eingeschränkte Informationen über den Verwendungszweck beim Kunden. Selbst wenn dieser ihm aufgrund von Konzernrichtlinien im Rahmen der Bestellung diesbezügliche Angaben machen mußte, ist nicht sichergestellt, daß diese sich nicht im nachhinein noch ändern können.

Das Konzept der Partnergeschäftsbereichsfindung sieht daher in einem Zentralsystem - ähnlich wie auf der Beschaffungsseite - vor, daß auf die MM-Bestellung des konzerninternen Kunden durchgegriffen wird.

Wenn also auf Basis des Kundenauftrags Buchungsbelege beim Warenausgang bzw. Rechnungsausgang entstehen, wird der Partnergeschäftsbereich jeweils abgeleitet, während der eigene Geschäftsbereich, aus dem geliefert wird, über den Vertriebsbereich ermittelt wird. Der Buchhaltungsbeleg wird mit Hilfe der Nachbelastung nachbearbeitet, wenn die Debitoren-Buchungszeile entsprechend den Gegenbuchungen und ihren Geschäftsbereichen gesplittet werden muß.

Materialbewegungen

In diesem Abschnitt sollen einige Geschäftsvorfälle aus dem Bereich der Materialbewegungen hinsichtlich ihrer Partnergeschäftsbereichskontierung und etwaiger Eliminierungserfordernisse untersucht werden. Im einzelnen sollen

  • Umlagerungen innerhalb eines Buchungskreises

  • Umlagerungen in einen anderen Buchungskreis

  • Wareneingang aus Bestellung von verbundenem Unternehmen

  • Warenausgang für Lieferung an verbundenes Unternehmen

  • Warenentnahme auf CO-Kontierungsobjekt im gleichen Buchungskreis

behandelt werden. Bei den Warenbewegungen spielt die Geschäftsbereichszuordnung des Materialstammes sowie der CO-Kontierungsobjekte (Kostenstelle, Auftrag, etc.) eine wichtige Rolle. Sie wird jeweils in die Belegzeile übernommen. Da bei diesen Vorgängen immer nur maximal zwei Geschäftsbereiche im Spiel sind, setzen die Transaktionen den Partnergeschäftsbereich stets automatisch.

Umlagerungen innerhalb eines Buchungskreises

Wird ein Material von einem Werk in ein anderes Werk verlagert, so ergibt sich jeweils der Geschäftsbereich aus der Kombination Sparte (im Materialstamm)/ Bewertungskreis in den entsprechenden Bestandsbuchungen. Wenn die ermittelten Geschäftsbereiche unterschiedlich sind, wird - selbst innerhalb eines Bewertungskreises - ein geschäftsbereichskontierter Buchhaltungsbeleg erzeugt. Geschäftsbereichssaldo Null wird periodisch mit Hilfe der Nachbelastung erledigt. Sollten bei der Umlagerung Preisdifferenzen auftreten, werden diese dem Geschäftsbereich des empfangenden Werkes zugeordnet. In einem zusätzlichen 'Rückbuchungsbeleg' erbt das Konto 'Ertrag aus Umbewertung' den Geschäftsbereich der jeweiligen Bestandsbuchung.

Umlagerungen in einen anderen Buchungskreis

Im Unterschied zur buchungskreisinternen Umbuchung werden hier schon direkt zwei Buchhaltungsbelege erzeugt, in denen die jeweilige Bestandsbuchung gegen ein Buchungskreisverrechnungskonto erfolgt. Geschäftsbereich und Partnergeschäftsbereich werden in beiden Belegen nur in den Bestandsbuchungen nicht jedoch in den Verrechnungsbuchungszeilen gesetzt.

Wareneingang zur Bestellung bei verbundenem Unternehmen

Über die Bestellung wird die Kontierung (Material oder CO-Kontierungsobjekt) und aus dieser wiederum der Geschäftsbereich ermittelt. Er wird außer in der Bestandsbuchung auch in die WE/RE-Verrechnungsbuchung sowie ggf. Frachtverrechnungsbuchungen und Preisdifferenzenbuchungen übernommen. Ein Partnergeschäftsbereich wird wie oben beschrieben ermittelt und soweit vorhanden in alle Buchungszeilen übernommen. Bei Rückbuchungen wird der 'Ertrag aus Umbewertung' ohne Partnergeschäftsbereich gebucht. Bei Abwicklungen über Einkaufskonto werden auch diese Belegzeilen mit der gleichen Kombination aus Geschäftsbereich und Partnergeschäftsbereich versorgt.

Warenausgang für Lieferung an verbundenes Unternehmen

Wenn aufgrund eines Lieferscheines zu einem SD-Auftrag ein Warenausgang an ein verbundenes Unternehmen gebucht wird, so erfolgt die Findung des Geschäftsbereiches über den Vertriebsbereich und die des Partnergeschäftsbereiches aus dem Durchgriff auf die MM-Bestellung. Die Kontierungskombination wird in alle Buchungszeilen vererbt.

Warenentnahme auf CO-Kontierungsobjekt

Bestandsbuchung und Verbrauchsbuchung finden ihren Geschäftsbereich jeweils aus Materialsparte/Bewertungskreis bzw. CO-Kontierungsobjekt. Bei buchungskreisübergreifenden Entnahmen werden bereits zwei FI-Belege gegen Buchungskreisverrechnungskonten gebucht. Diese Verrechnungskonten werden ohne Geschäftsbereich/ Partnergeschäftsbereich gebucht. Etwaige Preisdifferenzen trägt der Empfänger-Geschäftsbereich.

Kostenrechnung

Die Kostenrechnung besteht aus den 'Controllingbereichen'

  • Gemeinkostencontrolling

  • Produktkostencontrolling

  • Investitionscontrolling

  • Vertriebs-und Ergebniscontrolling

Ihre Kontierungsobjekte

  • Kostenstelle

  • Gemeinkostenauftrag

  • Kostenträger

  • Ergebnisobjekt

  • Investionsmaßnahme/ -auftrag

  • Projekt

  • Fertigungsauftrag

  • Netzplan

  • Kundenauftrag bei Einzelfertigung

sind - bei Nutzung der Geschäftsbereichskonsolidierung - jeweils eindeutig einem Geschäftsbereich zugeordnet und 'vererben' damit diesen Geschäftsbereich auf die einzelnen Geschäftsvorfälle.

Die Geschäftsvorfälle lassen sich grob differenzieren nach folgenden Kategorien

  • 'exakt' kontierte Primärbuchungen aus FI

  • summarische Primärbuchungen aus FI auf Verrechnungsobjekte in Zusammenhang mit direkten CO-Buchungen auf primären Kostenarten

  • Primärkostenverteilungen innerhalb CO

  • interne Verrechnungen über Sekundärkostenarten

Die erste Gruppe von Geschäftsvorfällen ist unter FI hinreichend behandelt und benötigt keine weitere 'Nachbearbeitung'. Zur zweiten Gruppe zählt z.B. die Schnittstelle zur Personalabrechnung. Typischerweise werden die Personalkosten kostenstellengerecht direkt auf Primärkostenarten an CO übergeben und in FI nur summarisch auf eine Verrechnungskontierung (mit beliebigem Geschäftsbereich ) gebucht. Im Rahmen der Geschäftsbereichskonsolidierung ist natürlich diese bisher nur dem CO bekannte exakte Geschäftsbereichskontierung nützlich. Daher wird die Möglichkeit geboten, im nachhinein in FI die Sammelkontierung automatisch auf die einzelnen Geschäftsbereiche umzubuchen.

Die dritte Gruppe entspricht im wesentlichen dem vorigen Beispiel. Zunächst wurden primäre Kosten auf ein Verrechnungsobjekt im FI kontiert, das einem beliebigen Geschäftsbereich zugeordnet ist. Allerdings hat hier der Initiator der Buchung keine Kenntnis, wie sich der Betrag exakt auf Geschäftsbereiche bzw. Kostenrechnungsobjekte aufteilt. Im nachhinein werden über Schlüsselungstechniken innerhalb CO diese Primärkosten weiterverteilt. Man kann sich dazu als Beispiel die Abschreibungen von Anlagen vorstellen, die von mehreren Kostenstellen genutzt werden. Das AA-System übergibt diese Abschreibungen an eine Verrechnungskostenstelle ohne Kenntnis ihrer weiteren Verteilung. Auch hier ist es sinnvoll, daß aus CO die nachträgliche Kostenverteilung über einen FI-Beleg die ursprüngliche Kostenbuchung aufteilt.

Bei der vierten Gruppe handelt es sich um nachträgliche Verrechnungen von primären Kosten an endgültige Empfänger, bei denen jedoch die Ursprungskostenart nicht direkt entlastet wird, sondern Entlastung und Belastung über sekundäre Kostenarten stattfinden, zu denen es in der Finanzbuchhaltung keine GuV-Konten gibt. Typischerweise werden bei einem solchen Verrechnungsvorgang auch mehrere primäre Belastungen unter einer gemeinsamen Entlastungskostenart umgelegt. Es ändert sich der Charakter der Kostenart bei der Weiterverrechnung, und es wäre zumeist nicht einmal erwünscht, die Ursprungskostenarten einzeln weiterzuverrechnen; schließlich wäre der damit verbundene Aufwand auch in den meisten Fällen nicht gerechtfertigt.

Aus Sicht der Geschäftsbereichskonsolidierung ist eine möglichst exakte Ergebnisermittlung angestrebt, sodaß auch hier eine Übernahme der Umlage ins FI möglich sein soll. Dazu ist die Umschlüsselung von dem sekundären 'Vorgang' zu einem GuV-Konto, unter dem die Buchung dann stattfindet, erforderlich. Die Kontenfindung orientiert sich an den Vorgängen

  • Umlage

  • Leistungsverrechnung

  • Abrechnung etc.

Der höhere Detaillierungsgrad der Informationen im CO hinsichtlich der Geschäftsbereichszuordnung steht zunächst auf Bewegungsdaten und Summensatzebene pro CO-Kontierungsobjekt zur Verfügung. Über ein Selektionsprogramm - und ab Release 3.0 auch durch realtime-Fortschreibung - kann daraus das 'Abstimmledger' aufgebaut werden, das eine Brücke zwischen den FI-Summendatenbanken und den CO-Summensätzen nach Controllingbereichen herstellt.

Das Abstimmledger hat im wesentlichen folgenden Aufbau

  • Geschäftsjahr

  • Version

  • Buchungskreis

  • Geschäftsbereich

  • Kostenart

  • Controllingbereich (GMK-Contr.,Inv.Contr,.),

  • Objekttyp (Kostenstelle,Auftrag,...),

  • Partnerbuchungskreis

  • Partnergeschäftsbereich

  • Partnercontrollingbereich

  • Partnerobjekttyp

Im Rahmen der Geschäftsbereichskonsolidierung wird ein Übernahmeprogramm zur Verfügung gestellt, mit dem man selektiv aus dem Abstimmledger über Batch-Input FI-Buchungen erzeugen kann. Zunächst entscheidet der Anwender per Customizing, welche Kostenarten bearbeitet werden sollen. Je nachdem, ob die Geschäftsbereichskonsolidierung gesetzliche oder mehr interne Managementanforderungen erfüllen soll, werden bestimmte Kostenarten in der konsolidierten Darstellung auszuweisen oder nicht auszuweisen sein. Ebenfalls per Customizing wird eine Belegart festgelegt, unter der die Buchungen im FI erfolgen sollen. Die Abstimmbuchung wird unter einem eigenen ‘Vorgang’ angestoßen und schreibt Werte im FI sowie im Abstimmledger fort.

Die folgende Übersicht zeigt die Übernahme von Buchungen aus CO nach FI: