Ermittlung der Defaultparameterwerte

Verwendung

Diese Funktion ermöglicht es, Parametersymbole von Berichten mit Daten, den Defaultparameterwerten, vorzubelegen.Wird ein Bericht angezeigt oder von der Vorschau aus ausgedruckt, sparen Sie den manuellen Erfassungsaufwand. Die Parametersymbole sind im Customizing in Berichtssymbolgruppen unterteilt, die die Symbole nach Anwendungsgebieten gruppieren. Zu den Berichtssymbolgruppen werden Standardfunktionsbausteine ausgeliefert, die zur Ermittlung der Defaultparameterwerte dienen und die Sie bei Bedarf ändern können.

Daten, die von der Defaultparameterwert-Ermittlung selektiert wurden, können Sie in der Berichtsverwaltung und im Berichtsinformationssystem vor der Berichtsgenerierung bearbeiten. Die bearbeiteten Daten werden temporär gespeichert und stehen somit in der aktuellen Transaktion zur Verfügung.

Für die Ermittlung der Defaultparameterwerte müssen die Schlüsselwerte aus den entsprechenden SAP-Objekten bekannt sein. Die Verfügbarkeit der Schlüsselwerte ist davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt oder von welcher SAP-Komponente die Ermittlung der Defaultparameterwerte aufgerufen wird. Spätestens beim Berichtsversand müssen die Defaultparameterwerte vervollständig werden.

Beispiel Beispiel

Die Defaultparameterwerte werden in folgendem Beispiel schrittweise ermittelt:

  • Ein Bericht wird zunächst im Berichtsinformationssystem zur Anzeige aufgerufen. Dabei wird die Defaultparameterwert-Ermittlung ausgeführt. Der Anwender hat die Möglichkeit, die Defaultparameterwerte über den Dialog zu bearbeiten. Die geänderten Defaultparameterwerte (z.B. Verkaufsorganisationsdaten) bleiben während der aktuellen Transaktion erhalten.

  • Anschließend startet der Anwender vom Berichtsinformationssystem aus den Berichtsversand. Die Defaultparameterwert-Ermittlung wird nochmals aufgerufen. Das System ergänzt den Defaultparameterwert für den Berichtsempfänger, für dessen Selektion bei der Anzeige im Berichtsinformationssystem der Schlüsselwert noch nicht bekannt war.

Ende des Beispiels.

Voraussetzungen

Um die Defaultparameterwert-Ermittlung für eine neue Symbolgruppe einzurichten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Berichtssymbolgruppe anlegen

    In der IMG-Aktivität Berichtssymbolgruppen festlegen legen Sie eine neue Berichtssymbolgruppe an.

  • Berichtssymbole für Berichtssymbolgruppe anlegen

    Die Berichtssymbole, die zu der neuen Berichtssymbolgruppe gehören sollen, können sich auf Tabellenfelder oder Klassenmerkmale beziehen.

    1. Tabellenfelder und Klassenmerkmale definieren

      Tabellenfelder definieren: In der IMG-Aktivität Tabellen für Berichtssymbolgenerierung festlegen geben Sie die benötigten Tabellen an. Bei Bedarf können Sie zusätzlich die Felder angeben, auf die die Symbolgenerierung beschränkt werden soll.

      Klassenmerkmale definieren: Weitere Informationen über das Anlegen von Klassenmerkmalen finden Sie unter Merkmalsfeld im EH&S anlegen .

    2. Symbole generieren

      Die Funktion Stammdatenabgleich bietet Ihnen eine automatische Symbolgenerierung für Berichtssymbole der Berichtssymbolgruppe 02 (siehe auch IMG-Aktivität Berichtssymbole erzeugen ). Die Parametersymbole anderer Berichtssymbolgruppen werden mit ihrer Symboldefinition ausgeliefert. Wenn Sie eigene Symbolgruppen anlegen, müssen Sie die Symbole hierfür manuell anlegen.

    3. Berichtssymbole überprüfen und festlegen

      In der IMG-Aktivität Berichtssymbole überprüfen und festlegen überprüfen Sie die Berichtssymbole und deren Zuordnung zur Berichtssymbolgruppe.

  • Parameterhierarchien definieren

    Wenn Sie strukturelle Abhängigkeiten von Parameterobjekten auf dem Bericht ausgeben wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:

    1. Definieren Sie in der Customizing-Aktivität Parameterobjekte festlegen die benötigten Parameterobjekte.

    2. Definieren Sie in der Customizing-Aktivität Parameterhierarchien festlegen zu den Parameterobjekten die benötigte Parameterhierarchie und ordnen Sie der Parameterhierarchie die gewünschte Berichtssymbolgruppe zu. Über diese Zuordnung legen Sie fest, mit welchem Ermittlungsfunktionsbaustein die Daten für die Parameterhierarchie selektiert werden.

  • Ermittlungsfunktionsbaustein anlegen und bei Berichtssymbolgruppe eintragen

    Programmieren Sie den Funktionsbaustein, der die Defaultparameterwerte zu der Berichtssymbolgruppe ermitteln soll und tragen Sie den Schlüssel Ihres Ermittlungsfunktionsbausteins in der Customizing-Aktivität Berichtssymbolgruppen festlegen zu der Berichtssymbolgruppe ein (siehe Defaultparameterwerttabelle der Stru ktur CVDDP und Schnittstelle zur Defaultparameterwert-Ermittlung ).

    Wenn die Berichtssymbolgruppe Symbole einer bestimmten Berichtsanwendung enthält, ordnen Sie den Schlüssel der Berichtsanwendung der Berichtssymbolgruppe zu .

ERGEBNIS

Die ermittelten Defaultparameterwerte können in der Berichtsverwaltung,im Berichtsinformationssystem und bei der Funktion Bericht aus Vorlage im Dialogbild bearbeitet werden (siehe Defaultparameterwerte bearbeiten ).

Funktionsumfang

Rahmenprogramm der Defaultparameterwert-Ermittlung
  • Aus der Strukturdatei (Tabelle ESTLS) werden die Parametersymbole und Wiederholungsgruppen ermittelt. Zu den Parametersymbolen werden die Symboldefinitionen und zu den Wiederholungsgruppen die Hierarchiedefinitionen ergänzt und die jeweils zugehörigen Berichtssymbolgruppen ermittelt.

  • Das System prüft, für welche Berichtssymbolgruppen die Defaultparameterwerte bereits ermittelt wurden und für welche Berichtssymbolgruppen die Defaultparameterwerte neu oder wiederholt ermittelt werden müssen (siehe auch Kennzeichen der Defaultparameterwerte ).

  • Das System ruft für die Berichtssymbolgruppen die zugehörigen Ermittlungsfunktionsbausteine auf und selektiert die Defaultparameterwerte mit Hilfe der Schlüsselwerte und der Werte aus den betreffenden SAP-Anwendungen (siehe Ablaufgrafik zur Berichtserstellung ).

  • Das System kennzeichnet die Defaultparameterwerte, die tatsächlich für die Berichtsgenerierung benötigt werden, und übernimmt sie in die Rückgabetabelle.

Zuordnung der Ermittlungsfunktionsbausteine zu Berichtssymbolgruppen

Die Berichtssymbolgruppen gliedern die Symbole nach Anwendungsgebieten. Die Defaultparameterwerte werden abhängig von der Berichtssymbolgruppe unterschiedlich ermittelt:

  • Direkt in einer SAP-Komponente

  • Über die Defaultparameterwert-Ermittlung

    Für die Ermittlung von Defaultparameterwerten ist den betreffenden Berichtssymbolgruppen ein Standardfunktionsbaustein zugeordnet.

Identifikation der Schlüsselwerte

Die Schlüsselwerte, die der Funktionsbaustein für die Ermittlung der Defaultparameterwerte benötigt, sind durch die Felder OBJECT und ATTRIB einer Tabelle der Struktur CVDDP vorgegeben. Die ermittelten Defaultparameterwerte werden ebenfalls in der Tabelle der Struktur CVDDP an die Berichtsgenerierung übergeben.

Beispiel Beispiel

Bei der Berichtssymbolgruppe zur Ermittlung des Materialnamens ist der Schlüsselwert die Materialnummer. Diese wird durch die Objekt-ID CVDMAT und die Attribut-ID MATNR festgelegt. Mit dem Wert der Materialnummer wird der Materialname aus dem Materialstamm selektiert. Der selektierte Defaultparameterwert wird wie folgt in einer Tabelle der Struktur CVDDP abgelegt:

Ende des Beispiels.

Feld

Wert

OBJECT

CVDMAT

ATTRIB

MATNAM

ORD

1

VALUETYPE

1

VALUE

Goldfarbe

Zuordnung der Defaultparameterwerte zum Berichtssymbol

Durch Vergleich der Kombination der OBJECT/ATTRIB-Werte mit der Symboldefinition im Customizing wird bei der Berichtsgenerierung der Defaultparameterwert dem richtigen Berichtssymbol zugeordnet: Da ein Berichtssymbol vom Typ Parameter entweder durch ein Tabellenfeld oder ein Klassenmerkmal festgelegt wird, entsprechen die OBJECT/ATTRIB-Angaben den Tabelle/Feld-Angaben oder den Klasse/Merkmal-Angaben aus der Symboldefinition.

Beispiel Beispiel

Zu dem obigen Beispiel findet das System für das Berichtssymbol EHS_MATNAM die Tabelle/Feld-Angabe CVDMAT/MATNAM (siehe Customizing-Aktivität Berichtssymbole überprüfen und festlegen ). Der selektierte Wert wird bei der Berichtsgenerierung daher für das Berichtssymbol EHS_MATNAM ausgegeben.

Ende des Beispiels.
Kennzeichen der Struktur CVDDP (Parameterwerte für den Berichtsversand)

Mit Hilfe von Kennzeichen können Sie festlegen, ob ein Defaultparameterwert z.B.

  • geändert werden darf

  • bewertet werden muss

  • vor der Generierung vom System neu zu ermitteln ist

Wenn ein passender Defaultparameterwert gefunden wird, prüft das System zunächst, ob der Wert manuell geändert wurde. Ist dies der Fall, wird das Kennzeichen Parameterwert wird im Bericht verwendet gesetzt und der Wert in die Rückgabetabelle übernommen.

Ist das Kennzeichen Manuell geänderter Defaultparameterwert nicht gesetzt, prüft das System, ob das Kennzeichen Temporärer Defaultparameterwert gesetzt ist. Ist dies der Fall, wird der Wert neu ermittelt.

Ist das Kennzeichen Temporärer Defaultparameterwert nicht gesetzt, wird in Abhängigkeit des Wertetyps geprüft, ob der Wert initial ist. Ist dies der Fall, wird der Wert ebenfalls neu ermittelt. Ist der Wert nicht initial, wird das Kennzeichen Parameterwert wird im Bericht verwendet gesetzt und der Wert in die Rückgabetabelle übernommen.

Einteilung der Defaultparameterwerte nach Wertetypen

Der Defaultparameterwert kann einen der folgenden Wertetypen besitzen:

Wertetyp

Beschreibung des zugehörigen Defaultparameterwerts

1

String (beliebige Zeichenfolge)

2

SAPscript-Textschlüssel (Langtext)

3

Dateiname

4

Dokument aus der SAP-Komponente Dokumentenverwaltung (DVS-Dokument)

5

Phrase (logischer Schlüssel einer Phrase, zusammengesetzt aus Katalog- und Phrasenschlüssel (CATPIN-PHRID)

Hinweis Hinweis

Für die Wertetypen 2 (SAPscript-Textschlüssel) und 4 (DVS-Dokument) besteht der Wert aus einem Schlüssel, der sich aus mehreren Schlüsselfeldern zusammensetzt. Im Dialogbild für die Bearbeitung der Defaultparameterwerte können Sie diese Objektschlüssel über die Wertehilfe getrennt eingeben.

Ebenso existiert für den Wertetyp 5 eine Wertehilfe. Beim Wertetyp 1 ist die Wertehilfe davon abhängig, ob das zugrundeliegende DDIC-Feld eine Wertehilfe besitzt. Der Wertetyp 3 (Datei) enthält keine Wertehilfe.

Unabhängig vom Wertetyp, werden für die Teilwerte von mehrfachbewertbaren Parametern die Ordnungszahlen (Feld ORD) angezeigt. Diese Ordnungszahl ist gleichzeitig auch die Sortierreihenfolge für die Ausgabe der Teilwerte im Bericht (siehe auch Defaultparameterwert bearbeiten ).

Ende des Hinweises
EH&S Native Language Support

Der EH&S Native Language Support wird für die Defaultparameterwerte unterstützt. Für sprachabhängige Werte wird die notwendige Konvertierung durchgeführt.

Berücksichtigung von Sprache und Gültigkeitsraum

Zu jedem Symbol können die Sprache und der Gültigkeitsraum vom Ermittlungsfunktionsbaustein an die Berichtsgenerierung übergeben werden. Im Dialogbild wird zu jedem Parameter die Sprache und der Gültigkeitsraum angezeigt. Ein leeres Sprachfeld bedeutet, dass der Wert für alle Sprachen gültig ist. Ein leeres Gültigkeitsraumfeld bedeutet, dass der Wert für alle Gültigkeitsräume gültig ist.

Folgendermaßen berücksichtigt das System die Abhängigkeit von Sprache und Gültigkeitsraum:

  1. Das System prüft, ob die geforderte Sprache (Berichtssprache) und der aus der Generierungsvariante geforderte Gültigkeitsraum für den Defaultparameterwert zutreffen. Die Prüfung berücksichtigt dabei die Verwendungsprüfung, die Sie bei der Generierungsvariante festlegen können.

  2. Das System prüft, ob für die von der Sprache unabhängigen Defaultparameterwerte (es ist keine Sprache angegeben) der Gültigkeitsraum zutrifft.

  3. Das System prüft, ob für die vom Gültigkeitsraum unabhängigen Defaultparameterwerte die Sprache zutrifft.

  4. Das System prüft, ob es Defaultparameterwerte gibt, die unabhängig von Sprache und Gültigkeitsraum sind. Dabei muss ein Wert gefunden werden, dessen Tabelle/Feld-Angaben oder Klasse/Merkmal-Angaben den OBJECT/ATTRIB-Angaben der CVDDP-Tabelle entsprechen.

Parameterhierarchien

Mit Hilfe von Parameterhierarchien können Sie strukturelle Abhängigkeiten zwischen Parameterobjekten definieren.

Parameterwertdialog

Der Dialog besteht aus einem Kopfteil und einem variablen Teil für die Anzeige und Bearbeitung der Parameterwerte.

Im Kopfteil werden folgende Daten angezeigt:

  • Daten zum Bericht, falls es sich um Parameterwerte zu einem Rohbericht handelt: Spezifikationsschlüssel, Berichtssprache, Generierungsvariante, Berichtsversion.

  • Daten zur Generierungsvariante, falls es sich um Parameterwerte zu einer Vorlage/Generierungsvariante handelt (Bericht ohne Spezifikationsbezug, siehe Berichtsversand mit und ohne Spezifikationsbezug ): Generierungsvariante, Berichtstyp.

Der variable Teil wird aus den Defaultwerten aufgebaut, die zuvor ermittelt und an den Dialog übergeben wurden. Neben dem Feldtext und dem Defaultparameterwert wird zu jedem Wert die Sortierreihenfolge und der Wertetyp ausgegeben, gegebenenfalls auch der Gültigkeitsraum und die Sprache.

Siehe auch:

Defaultparameterwert bearbeiten .