Summenbedarfe
Für Branchen wie die Automobilindustrie, in der täglich eine große Anzahl von Kundenaufträgen über Enderzeugnisse mit sehr vielen Komponenten beplant wird, kann die Performance des Bedarfsplanungslaufs durch das Erzeugen von Summenbedarfen für die Komponenten stark verbessert werden.
Hinweis
Summenbedarfe werden nicht unterstützt, wenn Sie auf einer In-Memory-Datenbank wie SAP HANA arbeiten.
In diesem Fall ist die Verwendung von Summenbedarfen zur Verbesserung der Performance nicht notwendig. Ihre Kundenbedarfe können zur Laufzeit individuell aggregiert werden – ohne negativen Einfluss auf die Performance der MRP. Aus diesem Grund werden in einem solchen Szenario die Tabellen für Summenbedarfe (VBBS
für Kundenbedarfe und die Datenbank-View MDRI
für Sekundärbedarfe) nicht unterstützt.
Weitere Informationen zum Umgang mit vorhandenen Summenkunden- und Summensekundärbedarfen finden Sie unter Voraussetzung: Summenbedarfe bereinigen.
Das Enderzeugnis muss für Serienfertigung zugelassen sein.
Sie haben im Materialstamm (Sicht Disposition 4
) das Serienfertigungskennzeichen
gesetzt und ein Serienfertigungsprofil
eingegeben.
Sie haben im verwendeten Serienfertigungsprofil
das Kennzeichen für die Erzeugung von Summenbedarfen markiert.
Falls Sie die Kosten nicht auf den Kundenauftrag sondern auf das Material kontieren möchten, haben Sie einen Produktionskostensammler mit Bezug auf das Material angelegt.
Sie haben für die Komponenten im Materialstamm (Sicht Disposition 4
) im Feld Einzel-/Sammel
das Kennzeichen 2
für Sammelbedarfe
gesetzt.
Hinweis
Sammelbedarfe sind nicht dasselbe wie Summenbedarfe. Bei Sammelbedarfen bleiben die einzelnen Bedarfe mit ihren Bedarfsverursachern erhalten; in der Dispositionsliste und der Bedarfs-/Bestandsliste können diese Sammelbedarfe in einer einzigen Zeile zusammengefasst angezeigt oder auch komplett expandiert werden. Planerisch ermöglichen Sammelbedarfe, ebenso wie Summenbedarfe, die Deckung der gesammelten Bedarfe durch ein einziges Beschaffungselement.
Es werden keine Einzelbedarfe pro Bedarfsverursacher erzeugt, sondern ein Summenbedarf pro Komponente, der die kumulierte Menge aller Sekundärbedarfe pro Tag für die Komponente enthält. Sollen beispielsweise an einem Tag 1000 Kundenaufträge beplant werden, werden nicht 1000 Einzelbedarfe für den Sekundärbedarf einer bestimmten Komponente gebildet, sondern ein einziger Summenbedarf über 1000 mal die Bedarfsmenge.
In folgenden Fällen wird zusätzlich zum Summenbedarf ein Einzelbedarf für Komponenten erzeugt:
wenn für das Material im Materialstamm die Verfügbarkeitsprüfung zugelassen ist
wenn Sie für die Komponenten im Materialstamm (Sicht Disposition 4
) im Feld Bedarfszusammenfassung
das Kennzeichen 0
(Null) für die Erzeugung von Summen- wie auch Einzelbedarfen gesetzt haben
wenn die Komponenten im Planauftrag fixiert sind.
Hinweis
Für Komponenten, die in Kundeneinzelfertigung hergestellt werden, dürfen keine Summenbedarfe erzeugt werden. Geben Sie deshalb für die Komponenten im Materialstamm (Sicht Disposition 4
) im Feld Einzel-/Sammel
das Kennzeichen 1
für Einzelbedarfe
ein.
In den Auswertungen der Bedarfsplanung werden die Summenbedarfe als eigenes Dispositionselement (SumBed) angezeigt. Für diese Summenbedarfe können Sie sich keine Bedarfsverursacher anzeigen lassen.
Im Planauftrag können Sie sich die Komponenten, für die nur Summenbedarfe erzeugt wurden, in einer speziellen Liste angezeigten lassen. Wählen Sie dazu im Kopf des Planauftrags Summenbedarfe
aus. (Diese Funktion wird nur angeboten, wenn Summenbedarfe vorhanden sind.) In der Standard-Komponentenliste werden nur die Komponenten angezeigt, für die Einzelbedarfe vorliegen.