Markieren des Endlieferungskennzeichen in Bestellungen und Fertigungsaufträgen Diese Funktion wurde in erster Linie für die Kabelindustrie entwickelt. Üblicherweise wird das Endlieferungskennzeichen für eine Bestell- oder Auftragsposition entweder bei einem Wareneingang aufgrund der gelieferten Gesamtmenge automatisch vom System oder manuell durch einen Benutzer markiert.
Mit Hilfe der Funktionen Merkmalsbasierte Bestellentwicklung (/SAPMP/WEHB)
und Wareneingangsentwicklung zu Fertigungsaufträgen (/SAPMP/WEHF)
können Sie für mehrere Bestell- oder Auftragspositionen prüfen, ob das Endlieferungskennzeichen bereits markiert werden soll, bevor die gesamte Positionsmenge geliefert wurde.
Für bereits endgelieferte Positionen können Sie außerdem prüfen, ob das Endlieferungskennzeichen wieder zurückgenommen werden soll. Dies kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn die Merkmale des gelieferten Materials nicht mit den Merkmalen der Bestellung oder des Fertigungsauftrags übereinstimmen.
Wenn die Wareneingangsmenge zu einem Material die Bestellmenge nicht vollständig deckt und keine weiteren Lieferungen zu erwarten sind, kann es aber auch sinnvoll sein, dass das Endlieferungskennzeichen markiert ist.
Beispiel
Sie haben 5000 m Kabel, gestückelt in 5 x 1000 m, bestellt. Ihnen wurden aber nur 5 x 950 m Kabel geliefert. Betrachtet man die Gesamtmenge unter Berücksichtigung der Unterlieferungstoleranz, dann ist die Bestellposition noch nicht erledigt. Betrachtet man aber die gelieferten Einzellängen und deren Unterlieferungstoleranzen, dann ist die Bestellposition mit der gelieferten Menge bereits erledigt. Ob die Bestellposition endgeliefert ist oder nicht, müssen somit Sie entscheiden.
Mit der Funktion Merkmalsbasierte Bestellentwicklung (/SAPMP/WEHB)
können Sie ausschließlich Bestellpositionen und mit der Funktion Wareneingangsentwicklung zu Fertigungsaufträgen (/SAPMP/WEHF)
nur Auftragspositionen bearbeiten.
Wenn das System Ihnen Merkmale zu den Bestell- und Auftragspositionen anzeigen soll, müssen Sie folgende Einstellungen vorgenommen haben:
Sie haben eine Merkmalsanzeige angelegt, welche die gewünschten Merkmale umfasst.
Eine Merkmalsanzeige definieren Sie z.B. im Customizing des Einkaufs
unter .
Dieser Merkmalsanzeige haben Sie eine Anwendungsgruppe zugeordnet, die die Transaktion Bestellung
und / oder Fertigungsauftrag
umfasst.
Eine Merkmalsanzeige definieren Sie z.B. im Customizing des Einkaufs
unter .
Mit dieser Funktion können Sie für offene Bestell- und Auftragspositionen das Endlieferungskennzeichen aufgrund bestimmter Bedingungen markieren oder für bereits endgelieferte Positionen das Endlieferungskennzeichen wieder zurücknehmen.
Im Einstiegsbild können Sie festlegen:
welche Bestellungen oder Fertigungsaufträge geprüft werden
ob das Endlieferungskennzeichen markiert oder zurückgenommen wird
Wenn Sie das Kennzeichen Teilgelieferte Positionen
im Bereich Selektion Wareneingänge
markiert haben, dann können Sie mit Hilfe dieser Funktion das Endlieferungskennzeichen für eine Position markieren. System berücksichtigt hierzu nur Positionen, die noch nicht endgeliefert sind.
Wenn Sie das Kennzeichen Endgelieferte Positionen
im Bereich Selektion Wareneingänge
markiert haben, dann können Sie mit Hilfe dieser Funktion das Endlieferungskennzeichen für bereits endgelieferte Positionen wieder zurücknehmen. Das System berücksichtigt hierzu nur Positionen, die bereits endgeliefert sind. Entmarkieren Sie dazu das Endlieferungskennzeichen für die entsprechende endgelieferte Position.
ob für die Selektion der Positionen eine Unterlieferungstoleranz berücksichtigt werden soll
Wenn Sie das Kennzeichen Innerhalb Unterlief.Toleranz
markieren und im Feld Tol. Unterlieferung
in %
den gewünschten Wert eingeben, dann selektiert das System nur Positionen, die innerhalb dieser Unterlieferungstoleranz liegen.
welche Merkmale Ihnen in der Übersicht angezeigt werden
Dazu wählen Sie im Feld Merkmalsanzeige
die passende Merkmalsanzeige aus.
ob das System das Endlieferungskennzeichen aufgrund der Prüfergebnisse bereits vorschlagen soll
Wenn Sie möchten, dass das System das Endlieferungskennzeichen für Positionen, deren Prüfung positiv verlief, automatisch markiert, dann müssen Sie auf dem Einstiegsbild das Kennzeichen Aut. Setzen von ELIKZ
markieren. Ansonsten müssen Sie das Endlieferungskennzeichen manuell markieren.
mit welcher Logik das System die Positionen prüft
Das System kann die bisherigen Wareneingänge entweder auf die gelieferte Gesamtmenge (Kennzeichen Vergleich WE-/Bestellmenge
) oder nach kundeneigener Logik (Kennzeichen EliKz bas. auf Kundenlogik
) prüfen. Wenn Sie auf die gelieferte Gesamtmenge prüfen möchten, dann müssen Sie im Feld Tol.Unterlieferung
die entsprechende Unterlieferungstoleranz eingeben. Die kundeneigene Logik können Sie im Business Add-In (BAdI) /SAPMP/VAR_CAB_GET implementieren.
SAP liefert für dieses BAdI die Implementierung /SAPMP/VAR_GET_CABLE aus. Sie enthält die folgende Logik:
Das System prüft für die ausgewählten Bestellungen oder Fertigungsaufträge aufgrund der gelieferten oder gefertigten Materialstücke (gemäß Merkmal Faktor
), ob die Anzahl der Chargen mit dem Wert des Merkmals Faktor
übereinstimmt.
In der Implementierung wird davon ausgegangen, dass ein Materialstück einer Charge entspricht. Das System kann deshalb die gelieferten oder gefertigten Materialstücke über die Anzahl der Chargen, für die bereits zur Bestellung oder zum Fertigungsauftrag ein Wareneingang gebucht wurde, ermitteln.
Hinweis
Voraussetzung für diese BAdI-Implementierung ist, dass Sie in Bestellung und Fertigungsauftrag mit dem Merkmal Faktor
arbeiten.
Wenn Sie die Funktion ausführen, prüft das System die ausgewählten Bestellungen oder Fertigungsaufträge entsprechend Ihrer Einstellungen. Sie erhalten anschließend eine Übersicht mit den geprüften Positionen. Das System zeigt Ihnen das Prüfungsergebnis mit Hilfe eines Ampelsymbols (z.B.
) an.
Bei der Prüfung auf die gelieferte Gesamtmenge kennzeichnet das System die Positionen wie folgt:
(Status Gelb
)
Die Wareneingangsmengen, die bisher für diese Position gebucht wurden, liegen innerhalb der im Selektionsbild eingegebenen Unterlieferungstoleranz.
(Status Grün
)
Die Wareneingangsmenge entspricht der Positionsmenge in der Bestellung oder im Fertigungsauftrag. Das Endlieferungskennzeichen wurde offensichtlich manuell durch einen Benutzer zurückgenommen, da das System das Endlieferungskennzeichen für eine solche Position automatisch markiert.
Bei der Prüfung über kundeneigene Logik mit der BAdI-Implementierung /SAPMP/VAR_GET_CABLE kennzeichnet das System die Positionen wie folgt:
(Status Grün
)
Die Anzahl der gelieferten Stücke entspricht der Anzahl an Stücken in der Bestellung oder im Fertigungsauftrag.
(Status Rot
)
Die Anzahl der gelieferten Stücke ist kleiner als die Anzahl an Stücken in der Bestellung oder im Fertigungsauftrag.