Kalkulationsvorrat
Die in der Verkaufspreiskalkulation errechneten Verkaufspreise basieren in der Regel auf dem Einkaufspreis, der anhand des Einkaufskalkulationsschemas aus den kalkulationswirksamen Konditionsarten (Einkaufsgrundpreis, Lieferantenrabatte usw.) bestimmt wird. Als weitere kalkulationsrelevante Parameter werden bei der Ermittlung der Bezugsquelle u.a. das Kennzeichen Regellieferant
im Einkaufsinfosatz und das Kennzeichen Bezugsquelle
in den Artikelstammdaten ausgewertet.
Wenn sich der Einkaufspreis ändert oder die genannten Parameter der Bezugsquellenfindung modifiziert werden, ist es sinnvoll, die kalkulierten Verkaufspreise hinsichtlich der veränderten Spanne zu überprüfen.
Mit der Kalkulationsvorratsfunktion können Sie alle Kalkulationen ermitteln, die von Änderungen kalkulationsrelevanter Parameter betroffen sind.
Wenn Sie die Kalkulationsvorratsfunktion verwenden möchten, muss sichergestellt sein, dass beim Sichern von Verkaufspreisen Kalkulationsbelege mit Belegindex erstellt werden. Diese Einstellung wird in der Kalkulationsart
vorgenommen.
Die für die Kalkulationsvorratsfunktion nötigen Einstellungen nehmen Sie im Customizing für die Handelskalkulation
unter Kalkulationsvorrat
vor.
Bei der Erstellung des Kalkulationsvorrats werden für Artikel und Organisationsebenen, deren Kalkulationen als von Änderungen betroffen erkannt wurden, erneute Kalkulationen durchgeführt.
Hinweis
Diese erneuten Kalkulationen werden in Form von Kalkulationsbelegen mit Kalkulationsbelegart 0002
verwaltet.
Für die Gültigkeitszeiträume der neuen Kalkulationen werden sowohl die Gültigkeitszeiträume der veränderten Konditionen als auch die Gültigkeitszeiträume der ursprünglichen Kalkulationen berücksichtigt.
Belege des Kalkulationsvorrats können selektiv bearbeitet werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Kalkulationsvorrat bearbeiten.
Überarbeitete Positionen, die Sie weder gesichert noch gelöscht haben, erhalten den Status B
(geändert, nicht gesichert).
Hinweis
Aus den gesicherten Positionen werden analog zum Ablauf der Verkaufspreiskalkulation Kalkulationsbelege mit Kalkulationsbelegart 0001
erstellt.
Als Quelldaten dienen bei der Ermittlung der Kalkulationen, die von kalkulationsrelevanten Änderungen betroffenen sind:
Änderungszeiger der veränderten Konditionen bzw. der Parameter der Bezugsquellenfindung
Belegindizes der Kalkulationsbelege
Ein Belegindex ist ein Sekundärindex für die Selektion von Belegen nach einem bestimmten Kriterium. Durch Erzeugung von Kalkulationsbelegen mit Belegindex kann die aufwendige Auswertung aller Belege vermieden werden. Der Belegindex ermöglicht bei Änderungen von Einkaufskonditionen ein schnelles Auffinden der betroffenen Belege und somit die effiziente Erstellung eines Kalkulationsvorrats von neu zu kalkulierenden Verkaufspreisen.
Die Erstellung von Kalkulationsbelegen mit Belegindex können Sie im Customizing für die Handelskalkulation
in der Kalkulationsart
festlegen. Hierbei können Sie zwischen Folgendem wählen:
Kalkulationsbeleg mit Anpassung bei Konditionsänderungen
Bei diesem Belegindex werden nur die von einem veränderten Einkaufspreis betroffenen Kalkulationen ermittelt.
Kalkulationsbeleg mit Anpassung bei Konditions- und Stammdatenänderungen
Bei diesem Belegindex werden neben den von einem veränderten Einkaufspreis betroffenen Kalkulationen auch Kalkulationen erfasst, die von Änderungen der Bezugsquellenparameter betroffen sind.
Mit dem Business Add-In (BAdI) SPC_DOCINDEX_CONTROL
können Sie die Erzeugung von Belegindizes für eine Position des Kalkulationsvorrats entsprechend Ihren speziellen Anforderungen abändern. Das BAdI dient dabei als Filter für die aufgrund der Einstellungen im Customizing zum Kalkulationsvorrat zu erstellenden Belegindizes. Sie können einzelne oder alle Belegindizes von der Verbuchung ausschließen.
Beispiel
Bei der Kalkulation für Frischeartikel sollen keine Belegindizes erzeugt werden, da für diese Artikel wegen häufig wechselnder Einkaufs- und Verkaufspreise die Kalkulationsvorratsfunktion nicht genutzt wird.
In der Grafik ist dargestellt, wie aus einer Änderung des Einkaufsgrundpreises und des Lieferantenrabatts drei Positionen im Kalkulationsvorrat entstehen.

Weitere Informationen finden Sie unter Automatische Aktualisierung von Belegen nach Konditionsänderungen.
Wenn das Regellieferantenkennzeichen in einem Einkaufsinfosatz für einen bestimmten Lieferanten erstmalig gesetzt wird, werden alle Verkaufspreiskalkulationen des Artikels angepasst, die nicht mit diesem Lieferanten durchgeführt worden sind. Wenn dagegen das Regellieferantenkennzeichen geändert wird, werden diejenigen Verkaufspreiskalkulationen angepasst, die mit dem ursprünglichen Regellieferanten durchgeführt wurden. Verkaufspreiskalkulationen, die weder mit dem alten noch mit dem neuen Regellieferanten durchgeführt wurden, werden nicht angepasst, da hier bereits bewusst vom Regellieferanten abgewichen wurde.