Konfliktanalyse

Verwendung

Bei der Produktkonfiguration mit der Configuration Engine werden Konfigurationskonflikte ausgewiesen. Um dem Benutzer die Bearbeitung des Konflikts zu ermöglichen, kann die Configuration Engine den Konflikt auch analysieren und entsprechende Ergebnisse bereitstellen.

Integration

Zu Integration und Voraussetzungen der Konfliktanalyse und der Generierung von Lösungsvorschlägen siehe Konfigurationskonflikt .

Funktionsumfang

Die Configuration Engine kann einen Konfigurationskonflikt in verschiedener Weise analysieren. Die erste Form, auch syntaktische Analyse genannt, fokussiert die Erklärung des Konflikts, während die zweite, auch semantische Analyse genannt, die Lösung des Konflikts zum Ziel hat.

Konflikterklärung

Bei der syntaktischen Analyse werden diejenigen Merkmalswerte gefunden, die miteinander in Konflikt stehen. Diese Werte müssen nicht direkt vom Benutzer gewählt worden sein, sie können auch über Beziehungswissen aus anderen Wertsetzungen hergeleitet sein. Aus der Analyse können Hintergrundinformationen (Konfliktrechtfertigungen) abgeleitet und zur Unterstützung des Benutzers verwendet werden.

Konfliktlösung

Bei der semantischen Analyse werden die vom Benutzer ausgewählten Merkmalswerte gefunden, die zum Konflikt führen. Die Mengen dieser Merkmalswerte können verwendet werden, dem Benutzer Hinweise zu geben, von welchen Wertsetzungen mindestens eine zurück genommen werden muss, um den Konfigurationskonflikt zu lösen oder der Lösung einen Schritt näher zu kommen.

Beispiel

Folgendes Beispiel zeigt die unterschiedlichen Formen der Konfliktanalyse in einer Anwendung.

Die detaillierte Beschreibung des zugrunde liegenden Modellbeispiels eines Computers finden Sie in Typisches Produktmodell .

Konfiguration

Benutzer wähltBusiness für das Merkmal Netzwerkkarte

Beziehungswissen (set_Proc) setzt daraufhin den Wert P400 für das Merkmal Prozessor

Weiteres Beziehungswissen (set_Mem_1) setzt daraufhin den Wert Größe 5 für das Merkmal Speicher

Benutzer wähltGrafikbearbeitungfür das Merkmal Anwendungssoftware

Beziehungswissen (set_OpSys) setzt daraufhin den Wert Betriebssystem A1für das Merkmal Betriebssystem

Weiteres Beziehungswissen (set_Mem_2) setzt daraufhin den Wert des Merkmals Speicher auf Größe 6

Am MerkmalSpeicher entsteht daraufhin ein Konflikt:

Gesetzter Wert:Größe 5

Gesetzter Wert:Größe 6

Konflikterklärung

Als Konfliktherd wird das Merkmal Speicher identifiziert. Zu diesem Merkmal hat der Benutzer jedoch keine Auswahl getroffen – die Bewertung erfolgte über Beziehungswissen.

Die syntaktische Analyse sucht nach den Beziehungen, die am Konflikt beteiligt sind ( set_Mem_1 und set_Mem_2) und stellt die an diesen Beziehungen gepflegten Erklärungen für eine Anzeige zur Verfügung:

set_Mem_1: Der Prozessor P400 ist nur mit einem Speicher der Größe 5 kompatibel.

set_Mem_2: Das Betriebssystem A1 ist nur mit einem Speicher der Größe 6 kompatibel.

Um den Ursprung des Konflikts im Beziehungswissen zu finden ( set_OpSys und set_Proc), ist jedoch eine weitere Rückverfolgung notwendig:

set_Proc: Die Business Netzwerkkarte wird nur in Verbindung mit dem Prozessor P400 geliefert.

set_OpSys: Die Grafikbearbeitungs-Software erfordert das Betriebssystem A1.

Konfliktlösung

Da die semantische Analyse nach den Benutzereingaben sucht, die zu dem Konflikt führen, kann in unserem Beispiel der Hinweis ausgegeben werden, entweder die Auswahl zur Anwendungssoftware oder diejenige zur Netzwerkkarte zurückzunehmen, um den Konflikt zu vermeiden.

Einschränkungen

Nicht alle zum Gesamtverständnis des Konflikts erforderlichen Erklärungen werden angeboten bzw. gefunden ; beispielsweise wird die Rückverfolgung in der Regel nach der ersten Stufe abgebrochen.

Je nach Umfang und Komplexität des Produktmodells kann das Ergebnis der Analyse unvollständig sein, was etwa die Liste der Werte betrifft, die der Benutzer zurücksetzen müsste, um der Konfliktlösung nachzukommen.

Bei umfangreichen, komplexen Produktmodell kann die Konfliktanalyse auch zu Beeinträchtigungen der Performance führen.