Dokumentation zur KomponenteKostenstellenrechnung (CO-OM-CCA)

 

Mit der Kostenstellenrechnung können Sie die Wirtschaftlichkeit verschiedener Bereiche Ihres Unternehmens transparent machen. Nachdem Sie Ihre Organisation nach Kostenstelle gegliedert haben, wird in der Regel zwischen operativen Kostenstellen, die z.B. Leistungen für Produktion, Service und Instandhaltung erbringen, und unterstützenden Kostenstellen, deren Kosten auf andere Kostenstellen verrechnet werden müssen, unterschieden.

Je nach Umfang der Entscheidungskompetenzen, die dem Manager einer Organisationseinheit zugeordnet sind, werden verschiedene Arten von Verantwortungsbereichen (Responsibility Area) innerhalb eines Unternehmens unterschieden.

Kostenstelle

Einhaltung der Kosten in Bezug auf Planwerte

Profitcenter

Ermittlung eines Ergebnisses

Investment Center

Ermittlung des Return On Investment

Im SAP-System kann ein Investment Center in der Komponente Profitcenter-Rechnung (EC-PCA) realisiert werden, indem einem Profitcenter Bilanzpositionen zugeordnet werden.

Die Unterteilung einer Organisation in Kostenstellen dient mehreren Zielen.

  • Durch die Zuordnung der Kosten zu Kostenstellen kann untersucht werden, wo im Unternehmen welche Kosten angefallen sind.

  • Werden die Kosten auf der Ebene von Kostenstellen geplant, ist eine Kontrolle der Wirtschaftlichkeit am Ort der Kostenentstehung möglich.

  • Sollen die Gemeinkosten möglichst genau den einzelnen Produkten, Dienstleistungen oder Marktsegmenten zugeordnet werden, erfolgt die Weiterverrechnung der Kosten an diejenigen Kostenstellen, die unmittelbar an der Erstellung der Produkte bzw. Dienstleistungen mitwirken. Von diesen Kostenstellen können Leistungen und Kosten dann mittels verschiedener Verfahren den jeweiligen Produkten, Dienstleistungen und Marktsegmenten direkt zugerechnet werden.

    So lassen sich Halb- und Fertigerzeugnisse im Produktkosten-Controlling (CO-PC) bewerten und die Deckungsbeiträge der Marktsegmente in der Ergebnisrechnung (CO-PA) ermitteln.

Einführungshinweise

Zusammen mit wesentlichen Bereichen der Finanzbuchhaltung (Hauptbuchhaltung (FI-GL), Kreditorenbuchhaltung (FI-AP), Debitorenbuchhaltung (FI-AR)) und den Gemeinkostenaufträgen (CO-OM-OPA) wird die Kostenstellenrechnung (CO-OM-CCA) oft schon in der ersten Phase einer SAP-Einführung genutzt.

Die Kostenstellenrechnung kann aber auch ohne die Finanzbuchhaltung eingesetzt werden. Einige Einstellungen (z.B. Kontenplan, Buchungskreise) müssen in der Finanzbuchhaltung aber in jedem Fall erfolgen.

Integration

Durch die Verfahren der Leistungsverrechnung, Umlage oder Verteilung können die Kosten z.B. an Innenaufträge (CO-OM-OPA), Projekte (PS), Kostenträger (CO-PC) oder die Marktsegmente der Ergebnisrechnung (CO-PA) weiterverrechnet werden.

Die Kosten aller betriebswirtschaftlichen Vorgänge werden Kostenarten und einem Kontierungsobjekt (in der Regel Kostenstellen, Aufträge, oder Projekte) zugordnet. Die Kosten für unterstützende Kostenstellen werden in der Regel mithilfe von Verteilungszyklen, Umlagezyklen o.Ä. verrechnet, während die Kosten für operative Kostenstellen in der Regel mithilfe einer Leistungsrate für Projekte und Aufträge, die diese Leistungen verwenden, berechnet werden.

Funktionsumfang

Istkostenerfassung

Primäre Kosten werden aus vorgeschalteten Komponenten (z.B. Materialwirtschaft (MM), Hauptbuchhaltung (FI-GL), Anlagenbuchhaltung (AA), Personalabrechnung (PY)) in die Kostenrechnung übernommen.

Zusatz- und Anderskosten werden durch das Verfahren der Abgrenzung erfasst.

Istkostenverrechnung

Die erfassten Istkosten werden mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren möglichst verursachungsgerecht weiterverrechnet. Dabei wird unterschieden zwischen vorgangsbezogenen Verrechnungen, die während einer Periode erfolgen, sowie periodischen Verrechnungen, die am Periodenende stattfinden.

Planung von Leistungen und Kosten

Mithilfe der Planung können Unternehmensziele festgelegt und regelmäßige Wirtschaftlichkeitskontrollen durchgeführt werden. Durch den Vergleich der tatsächlichen Kosten und Leistungen mit den Planwerten können Abweichungen bestimmt werden. Diese Abweichungen dienen als Steuerungssignal, um korrigierend in die Geschäftsabläufe einzugreifen.

Die Planung der Kosten und Leistungen kann zur Ermittlung von Verrechnungspreisen (Tarifen) verwendet werden.

Plankostenverrechnung

Alle Verrechnungen, die für Kostenstellen im Ist erfolgen, können auch geplant werden (z.B. Verteilung, Umlage, indirekte Leistungsverrechnung).

Erfassung von Statistischen Kennzahlen im Plan und im Ist

Die Statistischen Kennzahlen dienen als Basis für die indirekten Verrechnungsverfahren sowie für Auswertungen im Informationssystem (z.B. Mitarbeiter, Telefone, Quadratmeter).

Leistungs(arten)rechnung

Die Leistungsrechnung verwendet die von einer Kostenstelle erbrachte Leistung als Bezugsgröße für die Kosten. Über die Leistungen kann der Beschäftigungs- oder Nutzungsgrad einer Kostenstelle gemessen werden. Die Sollkosten der Kostenstelle beziehen sich auf die Leistungserbringung.

Je nach Kostenverursachung werden die Leistungen einer Kostenstelle in verschiedene Leistungsarten unterteilt, z.B. für die Kostenstelle Werkstatt: Reparaturstunden oder Montagestunden.

Informationssystem

Das Informationssystem stellt Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die in einem Unternehmen erfolgten Kostenflüsse analysiert werden können. Dabei können Sie sowohl wiederkehrende standardmäßige Auswertungen durchführen als auch Berichte zu außerordentlichen Fragen und Aufgaben erstellen.

Einschränkungen

Beachten Sie, dass Erlöse auf Kostenstellen nur statistisch geführt werden. Die echte Buchung muss auf ein erlösführendes Objekt erfolgen. Dies kann z.B. ein erlösführender Auftrag sein (siehe: Kontierung von Controlling-Objekten).