Periodenabschluß (CO-OM-CCA)

Einsatzmöglichkeiten

Der Periodenabschluß im Gemeinkosten-Controlling ist ein Teil der Arbeiten, die am Periodenende im gesamten Unternehmen durchgeführt werden.

Welche Aufgaben am Periodenende anfallen und in welcher Reihenfolge sie abgearbeitet werden, hängt davon ab, welche Funktionen des SAP-Systems genutzt werden und welches Kostenrechnungsverfahren verwirklicht werden soll. Hier soll die Grundstruktur des Periodenabschlusses beschrieben werden. Dabei wird von der vollen Nutzung des Funktionsumfanges ausgegangen.

Einführungshinweise

Bevor eine Periode im Gemeinkosten-Controlling abgeschlossen werden kann, müssen die Daten, die aus anderen Komponenten des SAP-Systems in das Gemeinkosten-Controlling fließen, vollständig sein. Insbesondere müssen in der Finanzbuchhaltung (FI) alle Buchungen erfolgt sein, die für die Kostenrechnung relevant sind.

Das bedeutet beispielsweise, daß

  • im Personalmanagement (PA) die Lohn- und Gehaltsabrechnung erfolgt sein muß

  • im Vertrieb (SD) die Rechnungen erstellt sind und an die Finanzbuchhaltung weitergegeben wurden

  • die Kreditoren- und Debitorenkonten gegen Buchungen in der abzuschließenden Periode gesperrt wurden

Hinweis Hinweis

Es dürfen aber nicht alle Konten gesperrt sein, denn im Rahmen des Periodenabschlusses im Gemeinkosten-Controlling müssen unter Umständen Buchungen in der Finanzbuchhaltung erfolgen.

Ende des Hinweises

Funktionsumfang

Übernahme Statistischer Kennzahlen aus dem LIS

Um sicherzustellen, daß alle primären Kosten und Erlöse aus anderen Komponenten im Gemeinkosten-Controlling gebucht sind, ist es sinnvoll, zunächst die Statistischen Kennzahlen zu aktualisieren. Denn die Statistischen Kennzahlen dienen als Grundlage für die Verrechnungen. Diese Aktualisierung kann z.B. durch eine Übernahme der Kennzahlen aus dem Logistikinformationssystem (LIS) geschehen.

Periodische Umbuchungen/Abgrenzung

Danach sollten durch Umbuchungen alle Werte korrigiert werden, die falsch oder aus Gründen der Vereinfachung auf Verrechnungskostenstellen gebucht wurden. Dann werden die primären Kosten verursachungsgerecht verteilt. Die primären Kosten können nun die Grundlage für die Abgrenzung der Anders- und Zusatzkosten sein.

Periodische Verrechnungen

Im Anschluß erfolgen die sekundären Verrechnungen. Mit der geeigneten Verrechnungs- bzw. Abrechnungsmethode werden die Kosten zwischen den Objekten der Gemeinkostenrechnung und auf Kostenträger des Produktkosten-Controlling (CO-PC) verrechnet.

Splittung

Nachdem alle Kosten endgültig den Kostenstellen zugeordnet wurden, können sie mit Hilfe der Splittung den Leistungsarten der Kostenstellen zugeordnet werden. Dies ist die Grundlage, um die Tarife der Leistungsarten aufgrund der Istkosten zu ermitteln. Mit den Isttarifen kann eine Nachverrechnung der von den Kostenstellen erbrachten Leistungen erfolgen.

Abweichungen

Nach der Splittung können die Abweichungen der Istkosten von den Sollkosten analysiert werden. Die Abweichungen führen zu Unter- bzw. Überdeckungen der Kostenstellen. Die Abweichungen der Fertigungskostenstellen und die Kosten von Vertriebs- und Verwaltungskostenstellen werden in die Markt- und Ergebnissegmentrechnung (CO-PA) übernommen. Dort können die Gemeinkosten einer beliebigen Stufe des Deckungsbeitragsschemas zugeordnet werden. Damit ist der letzte Schritt der Istkostenrechnung erreicht. Die Periode sollte jetzt für alle Buchungen gesperrt werden.

Abstimmung mit der Finanzbuchhaltung

Falls ein Abstimmungsbedarf zwischen dem Controlling und der Finanzbuchhaltung besteht, werden mit der Abstimmbuchung die relevanten Verrechnungen in der Finanzbuchhaltung nachvollzogen.

Nachfolgend sind die beim Periodenabschluß durchzuführenden Aufgaben in einer sinnvollen Reihenfolge aufgelistet:

  1. Übernahme der statistischen Kennzahlen aus dem Logistikinformationssystem

  2. Periodische Umbuchung der Kosten von Verrechnungskostenstellen

  3. Verteilung primärer Kosten

  4. Abgrenzung kalkulatorischer Kosten

  5. Indirekte innerbetriebliche Leistungsverrechnung

  6. Prozeßverrechnung

  7. Zuschlagsrechnung

  8. Abrechnung der Gemeinkostenaufträge und -projekte

  9. Umlage primärer und sekundärer Kosten

  10. Bilanzwirksame Abrechnung von Aufträgen an Anlage, Materialbestand oder Bestandskonto

  11. Zuordnung der Istkosten zu den Leistungsarten durch die Splittung

  12. Ermittlung der Tarife für die Leistungen der Kostenstellen bzw. für die Geschäftsprozesse aufgrund der Istkosten

  13. Ermittlung und Analyse der Abweichungen zwischen den Soll- und den Istkosten

  14. Umlage der Über- oder Unterdeckung der Kostenstellen bzw. der Geschäftsprozesse in die Ergebnisrechnung

  15. Sperren der Periode für alle Vorgänge der Kostenrechnung

  16. Erzeugen von Abstimmbuchungen in der Finanzbuchhaltung

Nachlaufende Kosten lassen sich durch Wiederholung der Verarbeitungsabläufe in der betreffenden Periode berücksichtigen.