Definition zusätzlicher Daten für Standorte

Ablauf

  1. Zunächst stellen Sie fest, ob die zusätzlichen Merkmale wirklich erforderlich sind. Ein Standort im Bereich SAP Oil & Gas ist im Prinzip die Zusammenfassung bestimmter Objekte, die zusammen sämtliche geschäftlichen Vorgänge bzw. Daten eines realen Standorts abbilden.

    Die Merkmale von Standorten haben im allgemeinen ihre Entsprechung in Geschäftsabläufen. Aus diesem Grunde ist es häufig sinnvoller, eine Eigenschaft als Merkmal eines bereits vorhandenen Prozessobjekts zu erfassen. Durch die Verbindung zu einem Standort bildet das Prozessobjekt diesen dann sekundär ab. Die Eigenschaften prozessorientierter Objekte sind entweder bereits im Standardsystem definiert oder müssen noch angelegt werden. Die Merkmale in den beiden unten angegebenen Beispielen sind bereits im Standardsystem definiert:

    • Die Kostenverrechnungsmethode für den Standort ist ein Merkmal der Kostenstellenverarbeitung.

    • Das Aktivierungsdatum für den Standort ist ein Merkmal der Verarbeitung der Anlagenabnutzung.

      Da das System die Möglichkeit bietet, Verbindungen zwischen Geschäftspartnern und Standorten herzustellen, ist es wichtig, zwischen den Merkmalen von Standorten und von Geschäftspartnern zu unterscheiden.

      Beispiel Beispiel

      Der Betreiber einer Tankstelle benötigt zwei Genehmigungen, um den Standort zu betreiben: Eine persönliche Lizenz, die ihm grundsätzlich den Betrieb einer Tankstelle gestattet und die in gewissen Abständen erneuert werden muss, und eine Brandschutz-Registrierung, die für den Standort oder dessen Eigentümer von der zuständigen Feuerwehr nach Prüfung der Tankstelle nach brandschutztechnischen Gesichtspunkten erteilt wird. Die erste Genehmigung hat mit dem Standort an sich nichts zu tun und sollte daher auch nicht als Standortmerkmal definiert sein, die Brandschutz-Registrierung dagegen ist ein Merkmal des Standorts und nicht des Partners.

      Ende des Beispiels.
  2. Wenn Sie beschlossen haben, neue Felder für einen Standort anzulegen, stellen Sie eine Liste der Felder zusammen, die in die APPEND-Struktur (Anhangstruktur zur Tabelle) aufgenommen werden sollen.

    Empfehlung Empfehlung

    Eine Möglichkeit, eine solche Liste zu erhalten, ist es, die Anforderungen für jede Standort art zu analysieren, die Sie in Ihrem System verwenden möchten. Auf diese Weise können Sie später Zeit sparen, wenn Sie die Anzeige der Merkmalfelder über die Feldauswahl steuern und dabei die Standortart als beeinflussendes Feld verwenden (vgl. 4. Schritt).

    Ende der Empfehlung.
  3. Sie legen eine APPEND-Struktur an (siehe Abschnitt Anlegen einer APPEND-Struktur ).

  4. Sie entwerfen und programmieren die Subscreens, die von der Standortverwaltung aufgerufen werden sollen.

    Wegen der Verbindung zum SAP-Erweiterungskonzept ist es bei APPEND-Strukturen im Bereich MRN erforderlich, dass bestimmte Namenskonventionen eingehalten werden. Dies gilt für INCLUDE-Strukturen, die in Kundenfunktionen (CUSTOMER FUNCTION) definiert sind, und für solche, die im Rahmen der Kundeninstallation hinzugefügt werden. Die folgende Abbildung erläutert den grundsätzlichen Unterschied:

    Auf der linken Seite der Abbildung sehen Sie die Objekte, mit denen SAPLXOIF geliefert wird. Im Rahmen des SAP-Erweiterungskonzepts sind mehrere INCLUDE-Anweisungen enthalten, die sich auf ursprünglich nicht vorhandene Programme beziehen. Diese Programme müssen in Ihrem System erzeugt werden. Auf der rechten Seite der Abbildung sehen Sie Beispiele für solche Objekte. Im Lieferumfang des SAP-Systems sind nur die auf der linken Seite abgebildeten Elemente enthalten.

    Wenn Sie die neuen Datenelemente in der APPEND-Struktur definiert haben, entwerfen Sie die neuen Datenbilder (Subscreens) mit allen Elementen, die darin erscheinen sollen. Diese Bilder bilden die Schnittstelle zum Dialog mit der Standort-Datenbanktabelle.

    Empfehlung Empfehlung

    Verwenden Sie beim Definieren von Bildern eventuell eine eigene Bild-Tabellenstruktur.

    Ende der Empfehlung.

    Hinweis Hinweis

    Legen Sie eine Bildstruktur ZXOIF oder ZOIFSPBL an und binden Sie sie in die Struktur von OIFSPBL ein. In diesem Fall beziehen sich Ihre Screenpainter-Felddefinitionen auf die Tabelle ZXOIF bzw. ZOIFSPBL und nicht auf OIFSPBL.

    Ende des Hinweises

    Empfehlung Empfehlung

    Beim Entwickeln von Datenbildern sollten Sie sich an die ergonomischen Grundsätze des SAP Style Guide halten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt Über den SAP Style Guide .

    Nummern von Subscreens können im Prinzip frei gewählt werden, müssen aber mit einer 9 beginnen und zum Modulpool SAPLXOIF gehören. Das APPEND-Pflegekonzept im Bereich MRN erlaubt bis zu drei benutzerdefinierte Bilder.

    Ende der Empfehlung.

    Nach dem Anlegen von Subscreens müssen Sie bestimmte PBO- und PAI-Module programmieren. Diese werden vor allem für den Zugriff auf abhängige Daten (Verweise) benötigt, z.B. sprachenabhängige Texte für Codes, oder zur Überprüfung von Benutzereingaben. Außerdem sollten Sie grundsätzliche Anforderungen bei der Verwaltung von Dynpros (Bildern bzw. Subscreens) berücksichtigen, z.B. die Steuerung von Feldern.

    Die Module sollten in INCLUDE-Programmen codiert werden, deren Namen mit dem Buchstaben Z beginnt. Es ist ratsam, die Vorschläge der ABAP-Workbench, nämlich ZXOIFO01 für PBO-Module und ZXOIFI01 für PAI-Module, zu übernehmen. Lokale Datentabellen, Variablen und Konstanten können entweder in Modulen definiert werden oder auch zentral in der Datendefinition des INCLUDE-Programms ZXOIFTOP.

    Als ersten Schritt innerhalb des PBO-Moduls für den Subscreen sollten Sie einen Aufruf des zentralen Feldauswahlmoduls programmieren. Auf diese Weise können sie die Dateneingabe im Anzeigemodus verhindern und die Verfügbarkeit von Feldern entsprechend der Standortart steuern. Der Modulpool SAPLXOIF enthält ein vordefiniertes Modul AMC_SET_FIELDS, das mit der MRN-Bildkonfiguration für Standort-Stammdaten zusammenarbeitet. Das Modul AMC_SET_FIELDS sorgt dafür, dass im Anzeigemodus sämtliche Felder nur angezeigt werden und steuert beim Anlegen und Ändern von Daten die Feldattribute entsprechend der Einstellungen im Customizing für die MRN-Bildsteuerung. Das im Lieferumfang enthaltene Bild SAPMOIFA 0195 für die Demonstration des MRN-APPEND-Pflegekonzepts enthält einen Aufruf des Moduls AMC_SET_FIELDS. Sie können diese Anweisung bei Bedarf in Ihre selbsterstellten Programme kopieren.

    Auf der PAI-Seite müssen Sie das Datenverlust-Bit ( dataloss flag ) setzen, das an das aufrufende Programm SAPMOIFA zurückgegeben werden kann. Die Übergabe dieses Kennzeichens stellt sicher, dass der Benutzer beim Verlassen der Transaktion zum Speichern der Daten aufgefordert wird. Wird das Kennzeichen nicht übergeben, erkennt SAPMOIFA nicht, dass Daten verändert wurden und fordert den Benutzer nicht zum Sichern auf, was zu Datenverlust führen kann.

  5. Siehe Aufruf von Datenbildern im Customizing festlegen .

  6. Siehe CUSTOMER FUNCTIONs für die Datenübergabe .