Ablauf eines Regresses

Die folgende Grafik zeigt den vereinfachten Ablauf eines Regresses:

Folgende Aspekte werden berücksichtigt:

Aspekt

Beschreibun g

Alle vorausgegangen Zahlungen zum Schaden-/Leistungsfallwerden aufgrund ihrer Regressfähigkeit berücksichtigt.

  • Automatische Selektion, Erstellung und Bewertung der Regresspositionen

  • Gleicher Detaillierungsgrad wie die Zahlungen und deren Positionen (Controlling)

    Für künftige Releases geplant: Manuelle Auswahl einzelner Zahlungspositionen

Berücksichtigung bereits erfasster Haftungsquoten

  • Beim Anspruchsteller erfasste Haftungs-(Schuld-)quote

  • Etablierte Haftungsquoten in vorhergehenden Regressen im gleichen Schaden-/Leistungsfall

Automatischer oder manueller Start eines Regresses

  • Sie können einen Regress manuell über die Funktionstaste Anlegen auf dem Bild Regress anlegen.

  • Ein Regress wird automatisch ausgelöst, wenn neben den grundsätzlichen Bedingungen zur Regresserzeugung gerade der gesamte Schaden-/Leistungsfall geschlossen wird. Der Regress wird dann beim Sichern angelegt.

Integrierter Workflow:

Ein Regress kann Workflow-Ereignisse auslösen:

  • Wird ein Regress automatisch eingeleitet, weil die Bedingungen dazu erfüllt sind, so erhält der Sachbearbeiter, der gerade den zugehörigen Schaden-/Leistungsfall bearbeitet, eine Nachricht in seiner Eingangsbox. Per Doppelklick auf die Nachricht kann er direkt in die Bearbeitung der Zahlung navigieren. (Das zugehörige BOR-Objekt ist ICLPAY, das verwendete Ereignis heißt ICLPAY-CREATED. Im ausgelieferten Workflow-Template ICLPAY_ DMND (Zahlungsanforderung bearbeiten ) wird die Methode ICLPAY=>CHANGENEWPAYMENT ausgeführt, wenn der Sachbearbeiter aus der Nachricht in der Eingangsbox per Doppelklick weiter navigiert.)

  • Wird der Regress manuell gestartet – durch Betätigen der entsprechenden Funktionstaste auf dem Bild Regress –, so wird kein Ereignis ausgelöst.Nach der Erzeugung des Regresses muss der Sachbearbeiter die Regressanforderung versenden und/oder den Regress einer entsprechenden Abteilung zur weiteren Bearbeitung zuordnen.

  • Wird ein Geldeingang in das Schaden-/Leistungssystem zurückgemeldet und ist der eingehende Geldbetrag geringer als der geforderte Betrag, so wird das Ereignis ICLPAY-RECEIVED ausgelöst. (In dem ausgelieferten Workflow-Template ICLPAY_RECV ( Zahlungseingang bearbeiten ) wird die Methode ICLPAY=>RECOVERYEDIT ausgeführt, wenn der Sachbearbeiter aus der Nachricht in der Eingangsbox per Doppelklick weiter navigiert.) Der Sachbearbeiter kann dann entscheiden, wie das weitere Vorgehen hinsichtlich der nicht vollständig eingegangenen Forderung sein soll (z.B. schlichten und abschreiben oder nachfordern).

  • Geht der gesamte geforderte Geldbetrag ein, so wird der Regress automatisch geschlossen, und es wird kein Ereignis ausgelöst.

Regress für noch offene Teilfälle

Sie können Regress auch für noch offene Teilfälle durchführen. Es ist beispielsweise sinnvoll, bei Körperschäden schon vor der letzten Rechnung die teilweise bezahlten, hohen Heilungskosten vom fremden Versicherungsunternehmen einzufordern.

Erlaubte Regressmöglichkeiten konfigurieren Sie im Customizing unter Schaden/Leistung -> Schaden-/Leistungsfall -> Ablaufsteuerung (Interne Fallarten) -> Interne Fallarten konfigurieren .

Erneutes Öffnen abgeschriebener und geschlossener Regresse

Sie können abgeschriebene und geschlossene Regresse wieder öffnen. Dies ist dann sinnvoll, wenn der Sachbearbeiter den Regress geschlossen hat, weil er davon ausging, keine weiteren Geldeingänge zu erhalten. Der noch ausstehende Restbetrag wurde durch eine Ausgleichsbuchung abgeschrieben. Wenn jetzt doch noch ein Scheck zugeschickt oder eine Einzahlung verbucht wird, können Sie im geschlossenen Regress das Feld Regressstatus von „Geschlossen“auf „Wiedergeöffnet“ setzen. Das System erzeugt einen neuen Datensatz in der Zahlungstabelle sowie eine neue Geldanforderung.

Aus dem Inkasso-/Exkassosystem (FS-CD) können Sie diese Funktionalität allerdings nicht anstoßen. Sie können den Sachverhalt nur im Schaden/Leistungssystem untersuchen, da Sie im FS-CD keine offenen Posten mehr finden.

Sie können nur geschlossene Regresse, bei denen nicht der gesamte geforderte Betrag erhalten wurde, wieder öffnen.

Sie müssen wiedergeöffnete Regresse aus Gründen derRevisionssicherheit zunächst sichern, um sie bearbeiten zu können.

Unterscheidung zwischen regressfähigen und nicht regressfähigen Zahlungspositionen (z.B. Regulierungskosten)

kundenspezifisch konfigurierbar

Unterstützung mehrerer Währungen

Verhandlung/ Rechts­streit

  • Haftungsquote

  • Regresspositionen und Einzelbeträge

Zugeordnete Regressreserven können erzeugt werden.

  • Automatisch berechnet

  • Manuelle Erzeugung und Eingabe des Betrags

  • Keine Regressreserve

Integration des Inkassosystems

  • Buchung der Geldanforderung ins Inkassosystem

  • Aktualisierung im Schaden-/Leistungssystem, wennGeldeingang erfolgt:

    • Das SAP-eigene Inkassosystem speichert erhaltene Geldbeträge, die für das Schaden-/Leistungssystem bestimmt sind, während des Verrechnungsprozesses in einen Stapel als Zwischenspeicher. (Aus Performance- und Skalierungsgründen ist dies eine Zwischentabelle. In der Standardauslieferung der Versicherungskomponente ist diese Funktionalität ausgeschaltet und kann ggf. durch Customizing eingeschaltet werden.)

    • Der eingehende Geldbetrag wird danach durch die Transaktion ICL_RECOVERY_FETCH in die Schaden-/Leistungsfälle zurückgemeldet.

      • Falls gewünscht, kann ein zurückzahlbarer Selbstbehalt an dieser Stelle dem Versicherungsnehmer direkt ausgezahlt werden.

      • Ist der eingegangene Geldbetrag geringer als die Forderung, so wird das Workflow-Ereignis ICLPAY-RECEIVED ausgelöst.

Berücksichtigung angewendeter Selbstbehalte und Rückzahlung an den Versicherten

  • Berücksichtigung der Regeln verschiedener Staaten oder Länder

  • Automatisch oder halbautomatisch in der Schaden-/Leistung-Transaktion

Integration der Korres­pondenz­funk­tio­nalität (konfigurierbar)

  • Erzeugung und Versendung der Briefe über Geldanforderungen aus Regress

  • Nutzung von Drucker(-straßen), Email, Fax basierend auf der SAP-eigenen Kommunikationsschnittstelle

Versenden von Geldanforderungen

Sie können Geldanforderungen aus einem einzigen Regress nicht mehrfach erzeugen und versenden. Nur wenn Sie den Regress bearbeitet und aktualisiert haben, können Sie Geldanforderungen erneut versenden.