Beispiel: Wertefluß Ware in Arbeit zu Sollkosten

Ablauf in der Logistik

Für einen Serienauftrag werden zwei Vorgänge rückgemeldet. Im ersten Vorgang wird eine Gutmenge von 10 Stück rückgemeldet. Im zweiten Vorgang wird eine Gutmenge von 5 Stück rückgemeldet. 5 Stück werden an das Lager abgeliefert.

Laut der Vorkalkulation zum Produktkostensammler betragen die Kosten für den ersten Vorgang DM 1600 (Materialeinzelkosten + Fertigungseinzelkosten). Laut der Vorkalkulation zum Produktkostensammler betragen die Kosten für den zweiten Vorgang DM 400. Gemeinkostenzuschläge von 25% werden auf Basis der Fertigungseinzelkosten ermittelt.

Die Ware in Arbeit beträgt DM 900. Dieser Wert setzt sich zusammen aus den Materialeinzelkosten und Fertigungseinzelkosten (800 DM) für die 5 Stück, die als Gutmenge im ersten Vorgang rückgemeldet wurde, und den Gemeinkostenzuschlägen (100 DM), die auf Basis der Fertigungseinzelkosten im ersten Vorgang ermittelt werden.

In der nächsten Periode werden die restlichen Vorgänge rückgemeldet und der Serienauftrag ans Lager abgeliefert. Die Zugangsbewertung erfolgt zum Standardpreis. Ware in Arbeit wird für alle Vorgänge ermittelt und sofort wieder aufgelöst.

Die Ware in Arbeit für den Auftrag in dieser Periode ist Null. In dieser Periode wird die Ware in Arbeit aus der letzten Periode zurückgenommen.

Ablauf im Rechnungswesen

Das System führt folgende Buchungen in der ersten Periode durch:

  • Auf Basis der Rückmeldungen wird:

  • der Produktkostensammler mit Istkosten von 1200 DM (Fertigungseinzelkosten für 10 Stück im ersten Vorgang und 5 Stück im zweiten Vorgang) belastet

  • die Kostenstelle, der der Arbeitsplatz zugeordnet ist, entsprechend entlastet

  • Auf Basis des Warenausgangs wird:

  • der Produktkostensammler mit Istkosten von 800 DM belastet

  • das Bestandskonto, dem das entnommene Material zugeordnet ist, entlastet

  • das Bestandsveränderungskonto in der Gewinn- und Verlust-Rechnung belastet

  • Auf Basis der Zuschlagsermittlung wird:

  • der Produktkostensammler mit Istkosten von 350 DM belastet

  • die Kostenstelle entlastet, deren Kosten durch die Zuschlagsermittlung weitergeleitet wurden

  • Auf Basis des Wareneingangs (Teilablieferung) wird:

  • der Produktkostensammler mit 1400 DM entlastet

  • das Bestandskonto, dem das gefertigte Material zugeordnet ist, belastet

  • das Fabrikleistungskonto in der Gewinn- und Verlust-Rechnung entlastet

  • Auf Basis der Abrechnung der Ware in Arbeit wird:

  • das Bestandskonto für unfertige Erzeugnisse (Ware in Arbeit) mit 900 DM belastet

  • das Erfolgskonto für Bestandsveränderungen entlastet

Das System führt folgende Buchungen in der zweiten Periode durch:

  • Auf Basis der Rückmeldung wird

  • der Produktkostensammler mit Istkosten von 400 DM belastet

  • die Kostenstelle, der der Arbeitsplatz zugeordnet ist, entsprechend entlastet

  • Auf Basis der Zuschlagsermittlung wird:

  • der Produktkostensammler mit Istkosten von 100 DM belastet

  • die Kostenstelle entlastet, deren Kosten durch die Zuschlagsermittlung weitergeleitet wurden

  • Auf Basis des Wareneingangs (Teilablieferung) wird:

  • der Produktkostensammler mit 1400 DM entlastet

  • das Bestandskonto, dem das gefertigte Material zugeordnet ist, belastet

  • das Fabrikleistungskonto in der Gewinn- und Verlust-Rechnung entlastet

  • Auf Basis der Abrechnung der aufgelösten Ware in Arbeit wird:

  • das Bestandskonto für unfertige Erzeugnisse (Ware in Arbeit) mit 900 DM entlastet

  • das Erfolgskonto für Bestandsveränderungen belastet

Hinweis Hinweis

Die Konten für die Warenbewegungen und die Abrechnung der Istkosten werden über die automatische Kontenfindung im Customizing der Materialwirtschaft (MM) festgelegt.

Die Konten für die Abrechnung der Ware in Arbeit werden über die Buchungsregeln im Customizing des Produktkosten-Controlling festgelegt.

Ende des Hinweises