Ergebnisermittlungsmethoden

 

Die Auswahl der Ergebnisermittlungsmethode ist abhängig von den betriebswirtschaftlichen Anforderungen. In der Regel sind in einem Unternehmen verschiedene Arten der Abwicklung und somit auch verschiedene Methoden der Ergebnisermittlung parallel vorzufinden. Mit der Ergebnisermittlungsmethode ist die Vorschrift zur Berechnung der Abgrenzungsdaten hinterlegt.

Voraussetzungen

In der SAP-Standardauslieferung sind eine Vielzahl von Ergebnisermittlungsmethoden hinterlegt. Entscheiden Sie, welche Ergebnisermittlungsmethode Sie einsetzen möchten.

Wählen Sie die Ergebnisermittlungsmethode im vereinfachten Customizing des Kundenauftrags-Controllings unter Anfang des Navigationspfads Periodenabschluss Navigationsschritt Ergebnisermittlung Navigationsschritt Bewertungsmethode Ende des Navigationspfads.

Entscheidungskriterien

Kostenanteil im Bestand, erlösfähiger Bestand und Rückstellungen

Auf Basis der länderspezifisch unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen kann zwischen Bilanzierungsmethoden, die die Aktivierung nicht realisierter Gewinne erlauben oder nicht erlauben unterschieden werden.

  • Möchten Sie nicht realisierte Gewinne aktivieren, dann sollten Sie sich für eine Ergebnisermittlungsmethode entscheiden, die zur Bildung eines erlösfähigen Bestandes herangezogen werden kann.

  • Möchten Sie nicht realisierte Gewinne nicht aktivieren, dann sollten Sie sich für eine Ergebnisermittlungsmethode entscheiden, die zur Bildung eines Kostenanteils im Bestand herangezogen werden kann.

Manche der Methoden zur Bildung eines Kostenanteils im Bestand als auch die Methoden zur Bildung eines erlösfähigen Bestandes ermöglichen auch die automatisierte Bildung von Rückstellungen für fehlende Kosten, Rückstellungen für Reklamationen und Provisionen oder Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und Reklamationen.

Teilfakturen / Teillieferungen

Wenn Sie mit Teilfakturen / Teillieferungen arbeiten möchten, dann wählen Sie eine Ergebnismethode, die je Periode eine Neubildung von Kostenanteilen im Bestand erlaubt.

Funktionsumfang

Um Kosten und Erlöse in ein Verhältnis zueinander zu setzten, muss ein rechnerischer Fertigstellungsgrad (FSG) erzeugt werden. Grundsätzlich kann der Fertigstellungsgrad auf Basis folgender Daten errechnet werden:

  • E(p) Planerlöse; K(p) Plankosten; M(p) Planmenge

  • E(i) Isterlöse; K(i) Istkosten; M(i) Istmenge

Auf Basis eines Fertigstellungsgrades kann das System Abgrenzungsdaten ermitteln. Diese sind im wesentlichen folgende:

  • K(b) Kostenanteil im Bestand (WIP, Ware in Arbeit)

  • K(r) Rückstellungen für fehlende Kosten

  • E(b) Erlösfähiger Bestand

  • E(r) Erlösüberschuss

  • E(PA) Ergebniswirksamer Erlös

  • K(PA) Ergebniswirksame Kosten (Kosten des Umsatzes)

Es ergibt sich der allgemeine Ansatz:

E(PA) = FSG * E(p)

K(PA) = FSG * K(p)

Dies bedeutet

  • dass sich der ergebniswirksame Erlös aus dem Fertigstellungsgrad multipliziert mit dem Planerlös errechnet.

  • dass sich die Kosten des Umsatzes aus dem Fertigstellungsgrad multipliziert mit den Plankosten errechnen.

Beispiel Beispiel

  • Bei der Erlösproportionalen Ergebnisermittlungsmethode berechnet sich der FSG wie folgt:

  • FSG = E(i) / E(p)

  • daraus folgt: E(PA) = E(i) / E(p) * E(p) = E(i)

  • K(PA) = E(i) / E(p) * K(p)

  • Bei der POC-Methode berechnet sich der FSG wie folgt:

  • FSG = K(i) / K(p)

  • daraus folgt: E(PA) = K(i) / K(p) * E(p)

  • K(PA) = K(i) / K(p) * K(p) = K(i)

Ende des Beispiels.

Grundsätzlich gilt:

  • K(PA) < K(i) --> K(b)

    Wenn die ergebniswirksamen Kosten kleiner sind als die Istkosten, bildet das System einen Kostenanteil im Bestand. Durch Abrechnung an das FI kann der Kostenanteil im Bestand in der Bilanz aktiviert werden.

  • K(PA) > K(i) --> K(r)

    Wenn die ergebniswirksamen Kosten größer sind als die Istkosten, bildet das System Rückstellungen für fehlende Kosten. Durch Abrechnung an das FI können die Rückstellungen in der Bilanz passiviert werden.

  • E(PA) < E(i) --> E(r)

    Wenn der ergebniswirksame Erlös kleiner ist als der Isterlös, bildet das System einen Erlösüberschuss. Der Erlösüberschuss hat Rückstellungscharakter. Durch Abrechnung an das FI kann der Erlösüberschuss in der Bilanz passiviert werden.

  • E(PA) > E(i) --> E(b)

    Wenn der ergebniswirksame Erlös größer ist als der Isterlös, bildet das System einen erlösfähigen Bestand. Durch Abrechnung an das FI kann der erlösfähige Bestand in der Bilanz aktiviert werden.

Aktivitäten

Wählen Sie die Ergebnisermittlungsmethode im Customizing des Kundenauftrags-Controllings unter Anfang des Navigationspfads Periodenabschluss Navigationsschritt Ergebnisermittlung Navigationsschritt Bewertungsmethode definieren. Ende des Navigationspfads.

Sie können die Einstellungen zu den vereinfachten Ergebnisermittlungsmethoden im Expertenmodus der Bewertungsmethode anzeigen.