FunktionsdokumentationTransferpreise in der Kostenträgerrechnung

 

Transferpreise dienen dazu, in Konzernen den Transfer von Gütern und Dienstleistungen zwischen den einzelnen Einheiten eines Konzerns zu bewerten. Dabei kann der Wert eines Gutes in bis zu drei unterschiedlichen Wertansätzen fortgeschrieben werden.

Die Wertansätze beschreiben die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschäftsvorfälle aus der Sicht des Einzelunternehmens, des Konzerns und des Profitcenters. Im Rahmen der parallelen Bewertung ist es möglich, folgende Sichten zu definieren:

  • Legale Bewertungssicht

  • Konzernbewertungssicht

  • Profitcenter-Bewertungssicht

Funktionsumfang

Wenn Sie Transferpreise verwenden, können bestimmte Daten parallel zum führenden Wertansatz in der Konzernsicht- und in Profitcentersicht fortgeschrieben werden.

Das Konzept der Transferpreise ist in der Kostenträgerrechnung anwendbar bei:

  • anonymer Lagerfertigung

  • Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand

Folgende Funktionen der Kostenträgerrechnung unterstützen das Konzept der Transferpreise:

  • Vorkalkulation von Produktionsaufträgen

    Die durch eine Vorkalkulation zum Produktionsauftrag ermittelten Plankosten können in bis zu drei parallelen Bewertungssichten fortgeschrieben werden. Die Vorkalkulation zu Produktionsaufträgen führen Sie im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling aus.

  • Die Vorkalkulation zu Produktionsaufträgen führen Sie im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling aus.

  • Ware in Arbeit zu Istkosten

    Ware in Arbeit zu Istkosten können in parallelen Wertansätzen fortgeschrieben werden. Ware in Arbeit zu Istkosten können Sie im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling ermitteln.

  • Verteilung Kuppelprodukte

    Die auf dem Auftragskopf eines Produktionsauftrages gesammelten Kosten eines Kuppelproduktionsprozesses werden am Periodenende auf die einzelnen Kuppelprodukte verteilt. Diese Verteilung kann in parallelen Wertansätzen erfolgen.

  • Auftragsnetze mit automatischen Warenbewegungen

    Das Controlling von Auftragsnetzen mit automatischen Warenbewegungen führen Sie im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling aus.

  • Kundenauftragskalkulation

    Wenn Sie im Kundenauftrags-Controlling eine Kundenauftragskalkulation durchführen, können Sie die so ermittelten Plankosten in parallelen Wertansätzen fortschreiben.

  • Ergebnisermittlung

    Wenn Sie im Kundenauftrags-Controlling eine Ergebnisermittlung durchführen, dann können Sie die ermittelten Abgrenzungsdaten in parallelen Wertansätzen fortschreiben.

    Beachten Sie, dass die Plankosten, die zur Ermittlung der Abgrenzungsdaten herangezogen werden, nicht in jedem Falle in parallelen Wertansätzen vorliegen. Werden beispielsweise als Plankosten die auf der Kundenauftragsposition fortgeschriebenen Ergebnisse einer Kundenauftragskalkulation verwendet, so liegen diese Plankosten auf der Kundenauftragsposition nur in der führenden Bewertung vor.

  • Fortschreibung der Bestandswerte von Fertigerzeugnissen

    Bei Lieferung an das Lager (Wareneingangsbuchung) und bei Abrechnung der Differenz von Belastung und Entlastung von Aufträgen können die Werte in parallelen Wertansätzen fortgeschrieben werden.

  • Abrechnung

    Am Periodenende kann die Differenz aus Belastung und Entlastung von Produktionsaufträgen und Produktkostensammlern an die Finanzbuchhaltung (FI), die Profitcenter-Rechnung (EC-PCA), die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) und die Istkalkulation/Material-Ledger (CO-PC-ACT) abgerechnet werden. Diese Abrechnung kann in parallelen Wertansätzen erfolgen.

Einschränkungen

Abweichungen auf Fertigungsaufträgen ergeben sich aufgrund der Ablieferung an Lager automatisch für jeden Wertansatz. Diese werden an das Preisdifferenzkonto gebucht.

Die Abweichungsermittlung, welche die summarischen Abweichungen in Abweichungskategorien untergliedert, unterstützt nur den operative Wertansatz. Dies ist zu berücksichtigen, falls die Ergebnisrechnung im Einsatz ist und diese Abweichungskategorien an die Ergebnisrechnung abgerechnet werden sollen. Die Abweichungen für die zusätzlichen Wertansätze können zwar ebenfalls über eine maschinelle Kontierungszuordnung in die Ergebnisrechnung überführt werden, jedoch nur in einer Summe. Abweichungen aus Konzernsicht werden nicht an das CO-PA übergeben.

Weitere Informationen

Einführungsleitfaden (IMG)

  • Controlling Allgemein

  • Auftragsbezogenes Produkt-Controlling

  • Istkalkulation/Material-Ledger

Ausführliche Informationen zu Transferpreisen finden Sie unter:

Transferpreise

sowie in den dem Abschnitt Transferpreise folgenden Abschnitten.

Informationen zum bewerteten Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:

Bewerteter Kundenauftragsbestand

Informationen zur Vorkalkulation zu Produktionsaufträgen finden Sie im Abschnitt:

Vorkalkulation zum Produktionsauftrag

Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag im CO

Informationen zur Verteilung Kuppelprodukte finden Sie im Abschnitt:

Verteilung Kuppelprodukte

Informationen zur Ware in Arbeit zu Istkosten finden Sie im Abschnitt:

Ware in Arbeit im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling

Informationen zu Auftragsnetzen mit automatischen Warenbewegungen finden Sie im Abschnitt:

Auftragsnetz mit automatischer Warenbewegung

Informationen zur Kundenauftragskalkulation finden Sie im Abschnitt:

Kundenauftragskalkulation

Informationen zur Ergebnisermittlung finden Sie im Abschnitt:

Ergebnisermittlung

Informationen zur Abrechnung finden Sie in den Abschnitten:

Abrechnung im Produkt-Controlling

Abrechnung einer Kundenauftragsposition

Allgemeine Informationen zur Fortschreibung der Bestandswerte von Fertigerzeugnissen in parallelen Bewertungen finden Sie im Dokument Istkalkulation/Material-Ledger.

Spezielle Informationen zur Anzeige von Material-Ledger-Daten in parallelen Bewertungen finden Sie im Abschnitt:

Material-Ledger-Daten anzeigen