Regelbasierte Reduktion des Datenvolumens: Instandhaltung

Verwendung

Standardmäßig unterstützt das System die Funktion zur regelbasierten Reduktion des Datenvolumens für folgende Verteilungsszenarien im Bereich Instandhaltung :

  • Verteilung von Instandhaltungsmeldungen bzw. Instandhaltungsaufträgen

    Beispiel Beispiel

    Instandhaltungsmeldungen und -aufträge, die nicht auf dem Zielsystem benötigt werden (z.B. ältere Objekte), aber bei der normalen FOX-Auflösung ermittelt werden, werden nicht unnötig verteilt.

    Ende des Beispiels.
  • Weitergabe von Änderungsberechtigungen für Instandhaltungsmeldungen bzw. Instandhaltungsaufträge an ein anderes System

    Beispiel Beispiel

    Die Weitergabe der Änderungsberechtigungen zu Objekten ist nicht in allen Fällen erwünscht und kann so filterabhängig unterbunden werden.

    Ende des Beispiels.

Das System unterstützt dabei die Verteilung vom zentralen System zu dezentralen Systemen. Die Verteilung zwischen dezentralen System sowie von dezentralen Systemen zum zentralen System wird nicht unterstützt.

Funktionsumfang

Filterregeln

Sie definieren die von Ihnen gewünschten Filterregeln über eine kundeneigene BRFplus-Anwendung.

  • Als Vorlage steht Ihnen über die Standardanwendung BRFplus-Workbench (Transaktion BRFPLUS) die BRFplus-Anwendung /ISDFPS/DISTR_FILTER zur Verfügung. Sie können diese BRFplus-Anwendung kopieren und diese Kopie gemäß den eigenen Anforderungen anpassen.

    Im Customizing ordnen Sie Ihre eigene BRFplus-Anwendung sowie deren Bestandteile den jeweiligen Objekttypen zu. Die über diese Anwendung definierten Filterregeln verwendet das System dann während der FOX-Auflösung zur Ermittlung von Objekten, die aus dem Verteilungsumfang ausgeschlossen werden sollen.

  • Die Signatur der Funktionen, die zu dieser BRFplus-Anwendung /ISDFPS/DISTR_FILTER gehören, umfasst folgende Strukturen:

    • Struktur mit szenariospezifischen Attributen

      • Sendendes System / empfangendes System

        Diese Attribute beschreiben die Verteilungsrichtung.

      • FOX-Auflösungsprofil / Grund der Verteilung

        Diese Attribute beschreiben den betriebswirtschaftlichen Anlass für die Verteilung und damit den funktionalen Auslöser des Verteilungsprosses.

    • Struktur mit objektspezifischen Attributen

      Diese Struktur umfasst die objektspezifischen Eigenschaften der Objekte, die Sie aus der Verteilung ausschließden möchten bzw. deren Änderungsberechtigung Sie nicht weitergeben möchten.

    • Ergebnisdatenobjekt

      Über die Felder Objektfilter und Verteilung der Änderungsberechtigung steuern Sie, ob eine Regel die Verteilung eines Objektes und/oder die Weiterleitung dessen Änderungsberechtigung betreffen soll.

      Über diese Attribute definieren Sie in der jeweiligen Entscheidungstabelle einer BRFplus-Funktion, in welchen Szenarien welche Objekte und/oder Änderungsberechtigungen aus der Verteilung/Weitergabe ausgeschlossen werden sollen.

Im laufenden Betrieb ermittelt das System während der FOX-Auflösung für jedes Objekt, ob die szenariospezifischen Bedingungen erfüllt sind und die objektspezifischen Filterkriterien zutreffen. Es wertet dazu für jedes Objekt die Einträge der Entscheidungstabelle von oben nach unten aus.

Verteilung von Objekten

Sobald das System für ein Objekt eine Regel findet, deren Filterwerte dem Objekt entsprechen und für die im Feld Objektfilter der Wert TRUE gesetzt ist, wird das Objekt aus der Verteilung ausgeschlossen. Weitere nachfolgende Regeln bleiben für dieses Objekt unberücksichtigt.

Hinweis Hinweis

In Szenarien, in denen keine Weiterleitung der Änderungsberechtigung erfolgt, ignoriert das System das Feld Verteilung der Änderungsberechtigung .

Ende des Hinweises
Weitergabe der Änderungsberechtigung

In Szenarien, in denen zusätzlich zur Verteilung von Objekten auch die Weitergabe der Änderungsberechtigung dieser Objekte erfolgt, können Sie getrennte Regeln für die Objektverteilung und Weitergabe der Änderungsberechtigung definieren. Dazu steht zusätzlich das Feld Verteilung der Änderungsberechtigung zur Verfügung. Folgende Wertkombinationen sind damit möglich:

Filtersteuerung zur Änderungsberechtigung

Objektfilter

Verteilung der Änderungs-berechtigung

Bedeutung

TRUE

TRUE

Das Objekt und dessen Änderungsberechtigung sollen aus der Verteilung ausgeschlossen werden.

FALSE

TRUE

Das Objekt soll verteilt werden, dessen Änderungsberechtigung soll aus der Verteilung ausgeschlossen werden.

FALSE

FALSE

Das Objekt und dessen Änderungsberechtigung sollen verteilt werden.

Hinweis: Diese Wertkombination ist lediglich als einschränkende Regel zu einer Ausschlussregel sinnvoll.

TRUE

FALSE

Hinweis: Diese Wertkombination ist nicht sinnvoll, da in diesem Fal das Objekt aus der Verteilung ausgeschlossen, dessen Änderungsberechtigung aber verteilt werden soll.

Da die Weiterleitung einer Änderungsberechtigung ohne Verteilung des entsprechenden Objektes nicht sinnvoll ist, verhindert das System entgegen dieser Wertkombination die Weitergabe der Änderungsberechtigung.

Wenn in Szenarien zur Weitergabe der Änderungsberechtigung ein Objekt aus der Verteilung ausgeschlossen wird, ohne dass zugleich auch explizit die Änderungsberechtigung ausgeschlossen wird (TRUE / FALSE), dieses Objekt aber durch eine vorgegebene Bedingung nachträglich dennoch in die Verteilung aufgenommen wird, so gibt das System ebenfalls die Änderungsberechtigung weiter. Existiert eine explizite Ausschlussregel für die Änderungsberechtigung (FALSE / TRUE), so verteilt das System in diesem Fall das Objekt, ohne die Änderungsberechtigung weiterzugeben.

Einschränkung von Filterregeln

Um eine Ausschlussregel (TRUE) einzuschränken, d.h. eine Teilmenge der spezifizierten Objekte bzw. Änderungsberechtigungen doch im Verteilungsumfang zu behalten, können Sie eine zusätzliche Regel definieren, die diese Teilmenge beschreibt. Setzen Sie für diese Regel den Wert FALSE . Diese Regel muss in der Entscheidungstabelle vor der Ausschlussregel positioniert sein.

Empfehlung Empfehlung

Vermeiden Sie wenn möglich FALSE-Regeln. Die Funktionen in der BRFplus-Workbench zur Differenzierung der einzelnen Filterwerte erlauben in der Regel die exakte Abbildung der gewünschten Kriterien.

Ende der Empfehlung.
Systemseitig vorgegebene Bedingungen zur Verteilung von Objekten

Zur Sicherstellung der Datenkonsistenz gibt das System einige Bedingungen für die Verteilung von Instandhaltungsaufträgen und -meldungen vor, die über Filterregeln nicht geändert werden können. Auf diese Weise verhindert das System, dass Daten, die im Zielsystem zur erfolgreichen Verteilung benötigt werden, über Filterregeln ausgeschlossen werden. Dazu sind folgende Bedingungen systemseitig fest vorgegeben, die ggf. eine entsprechende ausschließende Regel außer Kraft setzen:

  • Instandhaltungsmeldungen zu einem Instandhaltungsauftrag

    Instandhaltungsmeldungen, die von einem Instandhaltungsauftrag referenziert werden, der verteilt werden soll, übernimmt das System in den Verteilungsumfang, auch wenn eine Filterregel den Auschluss dieser Objekte aus der Verteilung vorsieht. Das gleiche gilt für Instandhaltungsaufträge, die von einer Instandhaltungsmeldung referenziert werden, die verteilt werden sollen. Nur so ist eine erfolgreiche Verteilung der Objekte möglich.

  • Technischer Status

    Instandhaltungsmeldungen, die über einen technischen Status verfügen, übernimmt das System in den Verteilungsumfang, auch wenn eine Filterregel den Ausschluss dieser Objekte aus der Verteilung vorsieht. Damit ist sichergestellt, dass an übergeordneten Objekten der technische Status korrekt gesetzt ist. Die Änderungsberechtigung von Instandhaltungsmeldungen mit technischem Status können Sie mit Filterregeln aus der Verteilung ausschließen.

  • Objekte im Logbuch

    Objekte, die zu einem Logbuch gehören, das verteilt wird, übernimmt das System in den Verteilungsumfang, auch wenn eine Filterregel den Ausschluss dieser Objekte aus der Verteilung vorsieht. Die Änderungsberechtigung von Objekten mit einer solchen Logbuch-Zugehörigkeit können Sie mit Filterregeln aus der Verteilung ausschließen.

  • Auftragshierarchie

    Instandhaltungsaufträge, die Teil einer Auftragshierarchie sind, können mit BRFplus-Regeln nicht aus der Verteilung ausgeschlossen werden. Das System übernimmt sie in den Verteilungsumfang.

  • Revisionen

    Untergeordnete Objekte von noch nicht abgeschlossenen Revisionen, die über eine Regel aus der Verteilung ausgeschlossen werden, übernimmt das System dennoch in den Verteilungsumfang.

Umgekehrt können Objekte, die unabhängig von Ihren BRFplus-Regeln aus irgendwelchen Gründen ohnehin nicht verteilt werden (z.B. aufgrund von Archivierung oder Ausnahmen), nicht mit FALSE-Regeln in den Verteilungsumfang aufgenommen werden.