Ausleihe von NVG-Material

Einsatzmöglichkeiten

Leihe ist eine zeitlich begrenzte Abgabe von Material zwischen zwei organisatorischen Einheiten.

Es ist das Wesen eines Leihvorgangs, dass zwar der Besitzer des Materials wechselt, nicht jedoch der Eigentümer. Das Ende der Leihfrist ist gleichbedeutend mit dem voraussichtlichen Rückgabedatum.

Voraussetzungen

In der Regel wurde zunächst im Rahmen einer normalen Anforderung an die Zentrallogistik versucht, den Bedarf über herkömmliche Beschaffungsformen zu decken. Erst wenn dies insgesamt fehlschlägt, wird für dieses NVG-Material ein Leihvorgang angestoßen.

Ablauf

  1. Rufen Sie die Anwendung Planung der materiellen Anteile auf (Transaktion /ISDFPS/LPL1).

  2. Wechseln Sie in den Bearbeitungsmodus.

  3. Rufen Sie ein Strukturelement auf.

  4. Wählen Sie ein Materialplanungsobjekt aus.

Bezugsquelle suchen

Wählen Sie Standardversorger.

Im Detailbereich Versorger wird die Bestands- und Bedarfsübersicht des Standardversorgers angezeigt.

Sie sehen Bestände sowie Zu- und Abgänge.

Leihanforderung anlegen
  1. Markieren Sie eine Zeile mit freiem Bestand (Satzart BStand ).

  2. Wählen Sie Anfordern .

    Sie gelangen auf das Bild Bestellanforderung anlegen (siehe Materialplanung durchführen ).

  3. Setzen Sie das Kennzeichnen Leihkennz.

    Damit kennzeichnen Sie diese Bestellanforderung als Leihe.

  4. Geben Sie das Rückgabedatum ein.

  5. Sichern Sie Ihre Eingaben.

In der Bestands- und Bedarfsliste sehen Sie die neu angelegte Leihanforderung mit der Satzart LE-Anf .

Leihbestellung erzeugen
  1. Rufen Sie die Disponenten-Workbench auf.

    Sie gelangen auf das Dialogfenster Bestellanforderungen bearbeiten .

  2. Wählen Sie Ausführen .

    Sie erhalten eine Übersicht aller Bestellanforderungen, die Ihnen zugeordnet sind.

  3. Markieren Sie Ihre Leihanforderung, und wählen Sie Freigeben.

    Sie gelangen auf das Bild Bestellanforderung umsetzen. Bei Bedarf können Sie die Bestellmenge und das Lieferdatum ändern.

  4. Wählen Sie Sichern .

    Die Bestellung wird im System angelegt.

    Die Bestellanforderung wird aus dem Arbeitsvorrat entfernt.

    Gleichzeitig erzeugt das System automatisch in der Disponenten-Workbench einen Eintrag mit der Satzart RL-Leih : die Rücklieferungsbestellanforderung.

    Das Lieferdatum dieser Anforderung ist das Rückgabedatum der Leihanforderung.

Die weitere Verarbeitung erfolgt in der Komponente Materialwirtschaft :

  1. Durch ein festgelegtes Genehmigungsverfahren wird die Umlagerungsbestellanforderung freigegeben. Hier wird letztlich festgelegt, wer das Material abgibt (Bestandslagerort).

  2. Die Umlagerungsbestellanforderung wird durch den Disponenten in eine Umlagerungsbestellung umgewandelt

  3. Zur Umlagerungsbestellung wird eine Lieferung angelegt, kommissioniert und bei Bedarf ein Transport angestoßen.

  4. Die Warenausgangsbuchung wird durchgeführt, bei der zusätzliche Informationen am abgebenden Strukturelement hinterlegt werden:

    • Empfangendes Strukturelement

    • Materialnummer/Serialnummer, wenn vorhanden

    • Menge

    • Ende der Leihfrist

  5. Wareneingangsbuchung

    Der Wareneingang erfolgt auf das PSP-Element Leihe . Am empfangenden Strukturelement werden dieselben Informationen hinterlegt wie beim Warenausgang.

  6. Sie können eine Weitergabe des Materials per Umlagerung durchführen (optional).

Um sicherzustellen, dass der Leihvorgang keinen Einfluss auf den Soll-Ist-Vergleich hat, wird bereits beim Ausleihen die Rücklieferung geplant.

Durch das Umsetzen einer Leihanforderung in eine Bestellung wird automatisch eine Rückliefer-Bestellanforderung erzeugt. Die Rücklieferungsanforderung (RL-Leih) generiert einen erwarteten Zugang beim abgebenden Strukturelement und einen erwarteten Abgang beim empfangenden Strukturelement.

Rücklieferung

Nach Ablauf der Leihfrist, was gleichbedeutend ist mit dem Erreichen des Rückgabedatums, wird das Material wieder zurückgegeben:

  1. Umsetzung der Rücklieferung in eine Umlagerungsbestellung

  2. Erstellen der Lieferung zur Umlagerungsbestellung

  3. Kommissionierung der Lieferung

  4. Erstellen des Transports (optional)

  5. Warenausgangsbuchung zur Lieferung

  6. Wareneingang zur Lieferung beim empfangenden Strukturelement

  7. Weitergabe des Materials per Umlagerung (optional)

Ausnahmen

In begründeten Fällen kann eine Leihanforderung auch direkt angelegt werden.

Report zur Leihe

Mit Hilfe der Anwendung Strukturauswertungen können Sie sich zu einem Strukturelement Folgendes anzeigen lassen:

  • welches Material aus dem Bestand in Form einer Leihe an welche Einheiten abgegeben wurde

  • welches Material von anderen entliehen und in den Bestand genommen wurde

Der Report liefert umfangreiche Informationen zum Leihvorgang. Sie können vom Übersichtsbild direkt in die zum Leihvorgang vorhandenen Belege verzweigen.

Ergebnis

  • Durch den Leihvorgang entsteht für den Abgebenden nicht die Möglichkeit, neues NVG-Material anzufordern. Der Empfänger hat dagegen nach wie vor die Möglichkeit, das ausgeliehene NVG-Material anzufordern.

  • Beim Entleihen werden echte Bestandsbuchungen durchgeführt, also ein Bestandsabgang beim Abgebenden und ein Bestandszugang beim Empfangenden. Das Ist wird sowohl auf der empfangenden als auch der abgebenden Seite verändert.

  • Die Bestandsbuchungen erlauben die Nutzung der Liefer- und Transportprozesse der SAP-Standardfunktionen.

  • Für den Leihvorgang muss der Soll-Ist-Vergleich im Leihzeitraum das gleiche Ergebnis liefern wie vor der Leihe.