Verlegung von Material Verlegung bedeutet im vorliegenden Kontext die Verlegung von Bestand und Vorrat im Rahmen eines Einsatzes oder einer Übung.
Um Material in Einsatzgebieten bereitzustellen, können Sie auf Basis von Verlegeplanungen Material in diese Gebiete verlegen.
Sie haben eine Verlegeplanung erstellt.
Die Verlegung von Material führen Sie mit der Anwendung
Verlegedurchführung
(Transaktionscode /ISDFPS/RELOC1) durch.
In der Verlegung werden die folgenden logistischen Folgebelege erzeugt:
Umlagerungsbestellungen
Auslieferungen
Bei der Erzeugung der Umlagerungsbestellung werden Verlegung/Verlegeschritt vom System zu Auswertungszwecken mit in die Bestellung übernommen.
Das Lieferdatum errechnet sich aus der relativen Zeitspanne des Verlegeschrittes zum Beginn der Verlegung.
Für Vorratspakete entspricht die Bestellmenge der Erstversorgungsmenge. Für die Materialplanungsobjekte ist das materielle Soll maßgeblich für die Bestimmung der Bestellmenge.
Im Ausliefervorrat für Umlagerungsbestellungen (Anwendung
Bestellungen
, Transaktionscode VL10B) können Sie nach Verlegung und Verlegeschritt selektieren.
Es werden verschiedene Typen von Verlegungen unterstützt:
Verlegeschritttyp 1
Erstversorgung im Aufstellungsprozess von neu aufzubauenden Einsatzstrukturen
Das System unterstützt sowohl eine direkte Verlegung ins Einsatzgebiet als auch eine Aufstellung im Heimatgebiet mit anschließender Verlegung ins Einsatzgebiet (Sonderfall).
Das System erzeugt Umlagerungsbestellungen.
Ablauf des Aufstellungsprozesses über Verlegeschritttyp 1 – direkte Belieferung und Transport vom Versorger ins Einsatzgebiet (Entgegennahme der Materialien im Zielgebiet):
Warenausgang beim Versorger
Transport ins Zielgebiet
Wareneingang durch das zu versorgende Strukturelement im Zielgebiet
Verlegeschritttyp 2
Verlegung eines Strukturelementes mit Materialien, Fremdtransport der Materialien
Das Strukturelement hat die Materialien bereits entgegengenommen und verlegt sich nun unter Mitnahme seiner Materialien. Die Materialien werden dabei durch externe, nicht zum Strukturelement gehörende Transportkapazitäten transportiert.
Das System erzeugt Umlagerungsbestellungen.
Dieser Ablauf weist folgende Besonderheiten bezüglich der Materialbewegung auf:
Es gibt einen Ausgabelagerort und einen Empfangslagerort, die identisch sind.
Es erfolgt ein Warenausgang bei der Ausgabe und anschließend ein Wareneingang bei der Annahme. Dadurch ist der Materialfluss im System abbildbar.
Der Transport der Materialien wird durchgeführt. Im Zielgebiet wird die erneute Übernahme der Materialien durchgeführt.
Verlegeschritttyp 3 – Eigentransport
Verlegung eines Strukturelementes mit Materialien, Eigentransport der Materialien
Ein Strukturelement verlegt sich mit seinen materiellen Anteilen selbst. Eine erneute Entgegennahme der Materialien am Zielort ist daher nicht erforderlich.
Das System erstellt in Abhängigkeit der Customizing-Einstellungen Bestellungen oder Lieferungen, um die für den Transport notwendigen Papiere erzeugen zu können.
Sonderfall der Erstversorgung
Aufstellung im Heimatgebiet mit anschließender Verlegung ins Zielgebiet
Verschiedene Verlegeschritttypen können kombiniert werden: Ein Teil der zu verlegenden Materialien wird direkt im Rahmen einer Erstversorgung verlegt (Typ1), ein Teil wird fremdtransportiert (Typ2) und ein Teil im Rahmen eines Eigentransports (Typ3) selbst transportiert.
Verlegeschritttyp 4 – Rückverlegung, Auflösung von Einsatzstrukturen
Nach beendetem Einsatz wird das Strukturelement zurückverlegt und die im Verlegeschritttyp1 aufgebaute Einsatzstruktur aufgelöst.
Das aufzulösende Strukturelement gibt seine eigenen Vorräte oder Bestände ab.
Über die Versorgungsbeziehungen ermittelt das System ein oder mehrere empfangende Strukturelemente.
Der Verlegeschritttyp 4 ist im Ablauf die Umkehrung von Verlegeschritttyp 1:
Warenausgang beim Strukturelement
Transport zu den empfangenden Strukturelementen
Wareneingang durch das empfangende Strukturelement
Wenn Sie eine Rückverlegung planen, können Sie bei der Bearbeitung der Rücklieferungsbanf für serialnummernpflichtiges Material den letzten Lieferanten dieses Materials ermitteln. Das System behandelt diesen Lieferanten als abgebenden Lagerort eines liefernden Strukturelements und übernimmt ihn als Ziel der Rückverlegung in die Rücklieferungsbanf. So können Sie bei einer Rückverlegung serialnummernpflichtigen Materials an das Strukturelement zurückliefern, von dem dieses Material geliefert wurde.
Siehe Unterstützung der Verlegung auf dezentralen Systemen .
Über folgende Drucktasten stehen Ihnen Funktionen zur Verfügung, mit denen Sie die Ansicht anpassen können:
Vollbild
Wechsel der Bildschirmsicht von Teil- auf Gesamtbildschirm
Daten aktualisieren
zeigt den jeweils aktuellen Umfang des Arbeitsvorrats an und fügt neu hinzugekommene Einträge in der Übersicht hinzu
Nur logistische Bedarfe
zeigt nur die Zeilen an, die sich auf Versorgungspakete beziehen (Filter auf logistische Bedarfe)
Nur materielle Anteile
zeigt nur die Zeilen an, die sich auf Materialplanungsobjekte beziehen (Filter auf materielle Anteile)
Der Verlegeschritttyp bestimmt die Belegart des Folgebelegs (der Umlagerungsbestellung oder der Auslieferung).
Das abgebende Werk und der abgebende Lagerort werden aus den Versorgungsbeziehungen oder aus den Planungen zu MPOs ermittelt. Das Lieferdatum ist das Commander’s Required Date (CRD) aus der Zuordnung Verlegung/Verlegeschritt zum Strukturelement.
Die Lieferadresse (Warenempfänger) hängt am Strukturelement und hat einen Gültigkeitszeitraum.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des logistischen Folgebelegs wird die Adresse gezogen, die bezogen auf das Lieferdatum gültig ist.
Sie können in der Verlegung die Anwendung
Planung der materiellen Anteile
aufrufen (siehe
Materielle Planung in der Verlegung
).
Angezeigt wird ein Arbeitsvorrat von Planungssätzen (zum Strukturelement inkl. Unterstrukturen), die entstehen, wenn Versorgungspakete den Strukturelementen zugeordnet werden oder MPOs ausgeplant werden.
Alle beteiligten Strukturelemente müssen den Status
aktiv
haben, sonst können sie vom System nicht weiterverarbeitet werden.
Die Sätze im Arbeitsvorrat werden nach bestimmten Kriterien gruppiert, die die Funktion von Splitkriterien haben. Dazu müssen die folgenden Felder in den Datensätzen jeweils denselben Inhalt haben:
Umlagerungsbestellung
Bestellart
Dispobereich
Abgebendes Werk
Abgebender Lagerort
Einkäufergruppe
Einkaufsorganisation
Buchungskreis
Lieferdatum der Position
ID der Verlegung
ID des Verlegeschritts
Abgebendes Strukturelement
Empf. Werk
Empf. Lagerort
Route
Versandbedingung
Lieferungen
Felder wie zur Umlagerungsbestellung plus:
Verkaufsorganisation
Vertriebsweg
Sparte
Lieferart
Versandstelle/Warenannahmestelle
Für die weitere Abwicklung (Durchführung der Lieferung, Kommissionierung, Wareneingang etc.) werden Funktionen aus dem ERP-Standard verwendet, wie z.B. Routenfindung, Versandbedingungen etc.
Die Belege werden auf Vollständigkeit geprüft. Ein Fehlerprotokoll wird ausgegeben.
Die Verarbeitung kann sofort oder im Batch (im Hintergrund oder zu einem bestimmten Termin einplanbar) erfolgen. Pro Verarbeitungslauf wird ein Protokoll erstellt.
Markieren Sie eine oder mehrere Zeilen, die Sie verarbeiten möchten, und wählen Sie
Folgebelege erzeugen
.
Sie gelangen auf das Bild
Folgebelege erzeugen
.
Sie sehen ein Übersichtsbild, gruppiert nach abgebendem Werk, abgebendem Lagerort, Lieferdatum und Route.
Sie können die Felder
Datum SP
(Datum, zu dem das Material am Sammelpunkt sein muss) und die Uhrzeit eingeben.
Sie haben folgende Verarbeitungsoptionen:
sofort starten
: Die Verarbeitung wird sofort angestoßen.
Job einplanen
: Das System öffnet ein neues Bild, auf dem Sie Ihre Verarbeitungsparameter wie z.B. Datum und Uhrzeit eingeben können.
Sie können aus der Verlegeplanung heraus Bestellungen erzeugen.
Die zugehörigen Lieferungen legen Sie mit der Anwendung
Bestellungen
(Transaktionscode VL10B) an. Für die Verlegung wurden zwei neue Selektionsfelder in diese Anwendung aufgenommen:
Verlegung
und
Verlegeschritt
.
Beim Erzeugen der Lieferung ruft das System den Verarbeitungsreport /ISDFPS/REL_RVADDN01 auf, der die vorhandenen Lieferpositionen durchsucht und prüft, ob es sich beim Vorgängerbeleg um eine Bestellung handelt. Wenn ja, wird die Verlegeinformation (Empfangendes Strukturelement, Verlegung, Verlegeschritt) vom System in die Tabelle /ISDFPS/REL_DELgeschrieben.
Die Nachrichtensteuerung stellen Sie im Einführungsleitfaden (IMG) unter wie folgt ein:
Sie definieren das Nachrichtenschema V1REL1und ordnen es auf Kopfebene zu. Die für diesen Vorgang maßgebliche Nachrichtenartist LDRL.
Für diese Nachrichtenart müssen Sie einen Konditionssatz anlegen:
Schlüsselfeld = Lieferart, Medium = 8, Zeitpunkt = 4.
Der Arbeitsvorrat kann Zeilen enthalten, die in der ersten Spalte (
vollst.
) das Symbol
Rotes Kreuz
enthalten.
Sie können eine oder mehrere Zeilen markieren. Wenn Sie
Prüfen
wählen, blendet das System ein Bild mit Meldungen zur Fehlerursache ein.
Wählen Sie
Folgebelege Übersicht
.
Auf der linken Seite der Registerkarte wird die Struktur angezeigt, hierarchisch nach unten aufgelöst: das empfangende Strukturelement, die Verlegung, der Verlegeschritt und das Material.
Das System führt für jeden vorhandenen Beleg (Bestellung oder Lieferung) eine Zeile auf.
Hinweis
Wenn Sie aus einer hier erzeugten Bestellung eine Bestellposition löschen (Transaktionscode ME22N), werden die zugehörigen Planungssätze vom System wieder reaktiviert und im Arbeitsvorrat zur Verfügung gestellt. Der Soll-Ist-Vergleich wird ebenfalls angepasst. Sie können aus dem reaktivierten Planungssatz eine neue Bestellung erzeugen.
Wählen Sie
Protokoll anzeigen
.
Sie gelangen auf das Bild
Anwendungslog auswerten
.
Geben Sie die erforderlichen Werte ein, und wählen Sie
Ausführen
.
Im oberen Bildbereich werden alle Protokolle angezeigt, die Ihrer Selektion entsprechen.
Sie können die Meldungen, die zu einem Protokoll gehören, mit Doppelklick auf das entsprechende Protokoll anzeigen .
Die Meldungen werden im unteren Bildbereich angezeigt.