AktualisierungBei der Aktualisierung vollzieht das System drei Aktionen:
Hinzugekommene gebuchte Zählergebnisse lesen
Geänderte Buchbestände und -werte feststellen
Notwendige Nacherhebungen feststellen
Hinzugekommene Zählergebnisse lesen
Wenn zu einem Inventurbeleg einer Stichprobeninventur eine Zählung erfaßt oder eine Differenz gebucht wird, so wird dies in dem Inventurbeleg festgehalten. Allerdings werden die Informationen nicht automatisch in der Stichprobeninventur fortgeschrieben. Dies geschieht erst durch die Aktualisierung.
Das System überprüft bei der Aktualisierung die zur Stichprobeninventur angelegten Inventurbelege und übernimmt daraus die zur Hochrechnung notwendigen Informationen.
Bereits gezählte und differenzgebuchte Bestandseinheiten werden in ihrem Wert nicht mehr aktualisiert; die aufgetretenen Inventurdifferenzen werden in der aktuellen Stichprobenschicht hochgerechnet. Somit werden Schichtspringer durch aktuelle Lagerbewegungen nach der Inventurdifferenzenbuchung vermieden. Im Customizing der Bestandsführung können Sie unter
Inventur -> Stichprobeninventur -> Inventurprofile anlegen
mit dem Kennzeichen
Aktualisierung gezählter und gebuchter Bestandseinheiten
festlegen, ob gezählte und gebuchte Bestandseinheiten aktualisiert werden sollen.
Geänderte Buchbestände und -werte feststellen
Bei der Stichprobeninventur werden drei Zeitpunkte unterschieden:
Der Planungszeitpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die Lagergesamtheit gebildet wird. Die Aufteilung der Lagergesamtheit in Vollerhebungs- und Stichprobenraum, die Klasseneinteilung und die Schichteinteilung basieren auf den Daten zum Planungszeitpunkt.
Der Inventurzeitpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die Inventurzählung erfaßt und die Differenz gebucht wird.
Der aktuelle Zeitpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die Aktualisierung durchgeführt wird. Die Hochrechnung bezieht sich auf die Daten zum aktuellen Zeitpunkt.
Eine Buchungssperre für zu zählende Bestandseinheiten besteht - falls in den Inventurbelegen vorgesehen - nur in dem Zeitraum zwischen Anlegen des Inventurbelegs und Erfassen der Inventurzählung; vorher und nachher sind Bestandsbuchungen erlaubt. Für Bestandseinheiten, die nicht gezählt werden müssen, können sogar ohne Einschränkung während der gesamten Stichprobeninventur Buchungen erfolgen. Folglich kann es zu Änderungen der Buchbestände oder -werte während einer Stichprobeninventur kommen. In diesem Fall handelt es sich um eine permanente Stichprobeninventur.
Bei der Aktualisierung stellt das System solche Änderungen fest; in der Hochrechnung werden sie berücksichtigt.
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft den Bestand und den Wert einer Bestandseinheit zu verschiedenen Zeitpunkten.
Buchwert |
Istwert |
||
Planungszeitpunkt |
1200 |
||
Bestandszuwachs |
+ 120 |
||
vor der Inventur |
1320 |
||
Inventurzählung |
1296 |
||
Inventurbuchung |
- 24 |
1296 |
|
Bestandszuwachs |
+ 480 |
||
Aktuell |
1776 |
Bei der Aktualisierung wird festgestellt, daß die Bestandseinheit gezählt und die Inventurdifferenz gebucht ist.
Zur Berechnung des Schätzwerts, der in der Hochrechnung ermittelt wird, speichert das System den aktuellen Buchwert der Bestandseinheit, also 1776.
Um festzustellen, zu welcher Schicht die Bestandseinheit gehört, wird der Wert der Bestandseinheit zurückgerechnet: der aktuelle Buchwert wird um die Inventurdifferenz von 24 erhöht. Die Schichtzugehörigkeit basiert also auf dem Wert 1800; eventuell gehört die Bestandseinheit damit zu einer anderen Schicht (siehe Abschnitt "Notwendige Nacherhebungen feststellen").
Hinweis
Wenn Sie die Stichprobeninventur zu einem Stichtag durchführen, so sind Abweichungen zwischen Buchbeständen und -werten zum Planungszeitpunkt und zum aktuellen Zeitpunkt nicht zulässig. Sie können solche Abweichungen nur dadurch vermeiden, indem Sie die einzelnen Vorgänge vom Bilden der Lagergesamtheit bis hin zur abschließenden Aktualisierung möglichst kurz nacheinander durchführen und dazwischen Bestandsbuchungen vermeiden.
Notwendige Nacherhebungen feststellen
Bei der permanenten Stichprobeninventur kann es zu Änderungen von Buchbeständen und Buchwerten während der Stichprobeninventur kommen; das kann zur Folge haben, daß eine Bestandseinheit zum aktuellen Zeitpunkt in eine andere Schicht gehört als zum Planungszeitpunkt; ebenso sind Wechsel zwischen Stichprobenraum und Vollerhebungsraum möglich.
Wenn eine Bestandseinheit in den Vollerhebungsraum wechselt, so muß diese gezählt werden. Das System schlägt eine Nacherhebung für den Vollerhebungsraum vor.
Auch ein Wechsel in eine andere Schicht kann eine Nacherhebung zur Folge haben: durch "Schichtspringer" kann es vorkommen, daß die verbleibenden ausgewählten Elemente einer Schicht nicht mehr repräsentativ für die Schicht sind; in diesem Fall müssen weitere Elemente der Schicht zur Zählung ausgelost werden. Das System prüft dies für jede Schicht; wenn es feststellt, daß weitere Elemente ausgelost werden müssen, schlägt es eine Nacherhebung für den Stichprobenraum vor.
Beispiel
Die Schicht der Bestandseinheiten mit dem Wert zwischen 120 bis 150 besteht zum Planungszeitpunkt aus den Materialien A bis F. Bei der Zufallsauswahl lost das System die Materialien B, D und E zur Zählung aus. Die folgende Tabelle zeigt die Elemente der Schicht zum Planungs- und aktuellen Zeitpunkt.
Material |
Wert zum Planungszeitpunkt |
Zufallsauswahl |
Wert zum aktuellen Zeitpunkt |
A |
120 |
120 |
|
B |
140 |
X |
(70) |
C |
125 |
125 |
|
D |
125 |
X |
130 |
E |
150 |
X |
(100) |
F |
130 |
130 |
|
aus anderen Schichten |
|||
G |
(100) |
140 |
|
H |
(400) |
130 |
Die Schichteinteilung basiert auf den Daten zum Planungszeitpunkt. Bei der Aktualisierung stellt das System fest, daß die Materialien B und E nicht mehr in diese Schicht gehören; statt dessen sind die Materialien G und H hinzugekommen. In dieser Schicht sind also 6 Elemente, von denen nur eines zur Zählung ausgelost wurde. Da durch diese eine Zählung keine gesicherte Aussage über die Schicht möglich ist, schlägt das System eine Nacherhebung vor; durch diese werden noch nicht gezählte Bestandseinheiten der aktualisierten Schicht, das sind die Elemente A,C,F,G und H, ausgelost.
Nacherhebung
Wenn das System bei einer Aktualisierung feststellt, daß Bestandseinheiten auf Grund der aktuellen Bestandswerte in den Vollerhebungsraum gehören oder daß in einer Schicht keine repräsentative Auswahl vorliegt, so schlägt es eine Nacherhebung vor. Bei der Nacherhebung führt das System zwei Aktionen durch:
Es führt in den Schichten, in denen keine repräsentative Auswahl vorliegt, eine Zufallsauswahl mit den noch nicht gezählten Elementen durch.
Es erstellt eine Mappe zum Anlegen der Inventurbelege mit folgenden Bestandseinheiten:
den neu ausgelosten Bestandseinheiten
den neu zum Vollerhebungsraum gehörenden Bestandseinheiten
Sie können bei jeder Aktualisierung wählen, ob die Nacherhebung durchgeführt werden soll oder nicht. Wenn bei der letzten Aktualisierung eine Nacherhebung notwendig ist, so müssen Sie diese anstoßen, damit die abschließende Hochrechnung gebildet werden kann.
Es empfiehlt sich, eine Nacherhebung erst relativ kurz vor der abschließenden Hochrechnung durchzuführen, und zwar aus folgendem Grund: Es kann durchaus vorkommen, daß das System bei einer Aktualisierung eine Nacherhebung vorschlägt, diese aber bei der nächsten Aktualisierung nicht mehr notwendig ist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn vor einer Aktualisierung Wareneingänge zu verschiedenen Bestandseinheiten gebucht werden und vor der nächsten Aktualisierung entsprechende Warenausgänge. Würden Sie bereits bei der ersten Aktualisierung eine Nacherhebung durchführen, so würden mehr Bestandseinheiten gezählt werden als tatsächlich notwendig.
Aktualisierung durchführen
Auf dem Menübild der Inventur wählen Sie . Sie gelangen auf das Einstiegsbild.
Geben Sie die Nummer der Stichprobeninventur und das Jahr ein. Wählen Sie
Weiter
und Sie gelangen auf das Kopfbild der Stichprobeninventur.
Wählen Sie . Da das Bilden der Aktualisierung im allgemeinen sehr aufwendig ist, erhalten Sie zunächst ein Fenster mit der Abfrage, ob Sie eine Aktualisierung durchführen wollen. Wenn Sie dies bestätigen, so aktualisiert das System die bestehenden Daten.
(Falls das System eine Nacherhebung vorschlägt, lesen Sie weiter unter Punkt 6.)
Sie erhalten die Meldung
Die Aktualisierung wurde durchgeführt
(Die Meldung wird auch dann angezeigt, wenn zwischen der letzten Aktualisierung und der jetzigen keine Änderungen in den Inventurbelegen erfolgt sind.)
Außerdem sind im Bereich
Vorgänge
in dem Feld
Aktualisierung
das Tagesdatum und Ihr Benutzername eingetragen.
Sichern Sie die Änderung der Stichprobeninventur. Sie gelangen zurück auf das Einstiegsbild.
Falls durch die Aktualisierung eine Nacherhebung notwendig ist, so erhalten Sie für den Vollerhebungsraum und/oder den Stichprobenraum je ein Fenster mit der Abfrage, ob Sie die Nacherhebung ausführen wollen.
(Wenn Sie die Nacherhebung nicht ausführen, so lesen Sie weiter unter Punkt 4)
Wenn Sie die Nacherhebung ausführen, so bildet das System im Falle der Nacherhebung für den Stichprobenraum eine erneute Zufallsauswahl. Zum Anlegen der Inventurbelege wird eine Mappe der neu zu zählenden Bestandseinheiten erstellt. Sie gelangen auf eine Liste der zusätzlich zu zählenden Bestandseinheiten und erhalten die Meldung
Zufallsauswahl durchgeführt - Stichprobeninventur gesichert