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Der Einsatz von SEM-BCS erfolgt sowohl im Rahmen der gesetzlichen Konsolidierung (externe Konsolidierung) als auch für die Managementkonsolidierung (interne Konsolidierung).
Die Anforderungen an die gesetzliche Konsolidierung richten sich nach den rechtlichen und steuerlichen Bestimmungen im Land der Muttergesellschaft. Bei komplexen Konzernstrukturen können sich diese Bestimmungen von Konzernebene zu Konzernebene unterscheiden. Vielfach reicht es aus, die rechtlich selbständigen Gesellschaften als Konsolidierungseinheiten zu behandeln. Konzerne, die nach US-GAAP oder IAS bilanzieren, müssen darüber hinaus eine Segmentberichterstattung erstellen. Gleiches fordern lokale GAAPs in der Regel für börsennotierte Gesellschaften.
Die Managementkonsolidierung läuft parallel zur externen Konsolidierung. Sie hängt nicht von rechtlichen Vorschriften, sondern von den Informationsanforderungen des Managements ab. Das wichtigste Kriterium zur Bestimmung der Konsolidierungsdimensionen ist hier die Führungsstruktur des Unternehmens. Bei Matrixorganisationen stehen mindestens zwei dieser Dimensionen senkrecht zueinander.
Möglich ist zum Beispiel die Konsolidierung nach

Parallele Konsolidierungshierarchien
SEM-BCS nutzt die einheitliche Datenbasis des SAP-SEM-Systems und profitiert daher bei der Definition von Organisationseinheiten und hierarchischen Strukturen von der Flexibilität des Gesamtsystems. Auch Unternehmensbereiche, die keine eigenen Gesellschaften sind, können als Konsolidierungseinheiten definiert und in beliebig vielen parallelen Hierarchien konsolidiert werden. Die mehrdimensionale Datenbasis bietet weitere Detailebenen, die zur internen Analyse genutzt werden können (Kundengruppen, Distributionskanäle etc.).
Wünschenswert ist neben einem hohen Maß an Flexibilität die Möglichkeit, die unterschiedlichen Konsolidierungsverfahren miteinander abzustimmen. Die interne Konsolidierung ist nur dann ein verläßliches Mittel der Entscheidungsunterstützung für die Unternehmensleitung, wenn sich ihre Zahlen leicht mit denen der externen Konsolidierung abstimmen lassen.
SEM-BCS speichert die Daten für alle denkbaren Konsolidierungsarten in derselben SAP-SEM-Datenbasis. Falls gewünscht und rechtlich zulässig, können für alle Konsolidierungsarten die gleichen Methoden – zum Beispiel zur Währungsumrechnung oder Behandlung von Abweichungen – angewandt werden. Die Detaillierungsebene der Daten ändert sich je nach Konsolidierungsart. Die Abstimmbarkeit der Summen wird dabei durch die gemeinsame Datenbasis garantiert. Bei parallelen Datenbeständen, die auf verschiedenen Bewertungsverfahren beruhen, wird die Abstimmbarkeit durch benutzerdefinierte Prüfregeln und ein Exception-Reporting gewährleistet.
Der Konsolidierungsvorgang selbst besteht aus einer vergleichsweise komplexen Abfolge einzelner Schritte, die für jede Konsolidierungseinheit korrekt und vollständig ausgeführt werden müssen. Mit dem Daten- und Konsolidierungsmonitor enthält SEM-BCS ein mächtiges Instrument zur Kontrolle dieses Vorgangs, das es ermöglicht, sowohl jeden einzelnen Schritt des Konsolidierungsvorgangs für jede einzelne Konsolidierungseinheit zu überwachen als auch den Fortschritt der Konsolidierung für den Gesamtkonzern oder für einzelne Teilkonzerne zu überprüfen. Zentralabteilungen, die für die Konsolidierung von mehreren tausend Einheiten verantwortlich sind, behalten mit Hilfe des Daten- und Konsolidierungsmonitors die Übersicht. Durch die Festlegung entsprechender Regeln und Verfahrensweisen kann der Konsolidierungsprozeß weitgehend automatisiert werden.
SEM-BCS unterstützt den Einsatz wertorientierter Managementverfahren. Für das EVA-Reporting von nichtbilanzierenden Organisationseinheiten (z.B. Profit-Center) bietet SEM-BCS Funktionen zur automatischen Zuordnung von Bilanzpositionen anhand benutzerdefinierter Zuordnungskriterien. So kann das gesamte investierte Kapital verteilt werden, zum Beispiel auf die Profit-Center-Ebene.
Anhand von hinterlegten Regeln können automatische EVA-Korrekturen an Bilanz- und GuV-Konten vorgenommen werden. Hierzu gehört zum Beispiel die Aktivierung von Aufwendungen für Forschung und Entwicklung oder für das Marketing im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Markennamens. Die aktivierten Kosten werden dann über einen festgelegten Zeitraum abgeschrieben. Die Korrekturen können entweder in den Finanzierungsdaten der betroffenen Konsolidierungseinheiten oder direkt in den konsolidierten Bilanzen vorgenommen werden. Diese EVA-Korrekturen sind jeweils branchen- und unternehmensspezifisch. Branchenspezifische Vorlagen sind im Lieferumfang von SEM-BCS enthalten.
Funktionsübersicht
Anwendungsgebiete für SEM-BCS
Konzernabschlüsse
SEM-BCS unterstützt alle erforderlichen Funktionen für die gesetzliche Konsolidierung gemäß den bestehenden Rechtsnormen (US-GAAP, IAS, lokale GAAPs etc.). Diese Vorschriften können auch parallel eingesetzt werden.
Änderungen an den bestehenden rechtlichen Vorschriften integriert SAP zeitnah in die Software.
SEM-BCS wird mit Vorlagen für Positionspläne und Verfahrensweisen entsprechend den verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften ausgeliefert.
Managementkonsolidierung
Als Grundlage für die Konsolidierung nach Managementkriterien dienen Profit-Center oder Geschäftsbereiche als Organisationseinheiten des internen Rechnungswesen.
Darüber hinaus können beliebig viele weitere Kriterien bei der Konsolidierung berücksichtigt werden, beispielsweise für eine konsolidierte Marktergebnisrechnung.
Für die interne Konsolidierung können die gleichen Prozesse, zum Beispiel Währungsumrechnung, Behandlung von Abweichungen, wie für die externe Konsolidierung verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, diese Prozesse zu vereinfachen, zum Beispiel bei der Behandlung von Partnereinheiten.
Datenmodell
Konsolidierungseinheiten
Konsolidierungseinheiten sind die kleinsten Organisationseinheiten, die konsolidierungsrelevante Daten melden und in Beziehung zu Partnereinheiten (zum Beispiel bei Forderungen oder Umsatzerlösen) stehen.
Als Konsolidierungseinheiten dienen die im SAP-SEM-Datenmodell definierten organisatorischen Einheiten oder Kombinationen daraus (siehe Abschnitt Datenintegration).
Typische Beispiele für Konsolidierungseinheiten sind
Freie Merkmale
Die Konsolidierungssicht (zum Beispiel die Gesellschaftssicht oder Profit-Center-Sicht) wird durch die Art der Konsolidierungseinheit bestimmt. Wenn interne und externe Konsolidierung vollständig ineinander integriert sind, wird für beide dieselbe Sicht verwendet.
Für die regionale Segmentberichterstattung oder die Managementkonsolidierung relevante, aber nicht partnerbezogene Informationen (z.B. über Produkte, Kundengruppen, Kundenregionen, Distributionskanäle) werden im allgemeinen nicht als Konsolidierungseinheiten repräsentiert, sondern stehen als zusätzliche Merkmale mit entsprechenden Merkmalshierarchien zur Verfügung.
Konsolidierungskreise und -hierarchien
Die Zuordnung von Konsolidierungseinheiten zu den zugehörigen Konsolidierungskreisen ist versions- und datenabhängig. Konsolidierungskreise sind die Grundbausteine der Konsolidierungshierarchien.
Als Konsolidierungshierarchien dienen die im SAP-SEM-Datenmodell definierten Hierarchien von Organisationsmerkmalen (siehe Abschnitt Datenintegration).
Die Konsolidierungskreise für SEM-BCS werden durch Hierarchieknoten repräsentiert. SEM-BCS erweitert die SAP-SEM-Stammdatenhierarchien um zusätzliche konsolidierungsspezifische Stammdaten wie zum Beispiel das Datum der Erst- oder Endkonsolidierung einer bestimmten Konsolidierungseinheit.
Beispiele für Konsolidierungskreise:
Bilanzpositionen und Positionspläne
Innerhalb einer Konsolidierungshierarchie können mehrere parallele Positionspläne eingerichtet werden.
SEM-BCS verwendet die allgemeinen Positionspläne, die in SAP SEM angelegt wurden (siehe Abschnitt Datenintegration).
Die verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften, Umsatzkostenverfahren, Gesamtkostenverfahren etc. werden durch unterschiedliche Positionspläne oder unterschiedliche Positionshierarchien innerhalb der Positionspläne repräsentiert.
Es können beliebig viele parallele Positionspläne angelegt werden.
Die Buchungen für jede Position können entsprechend der Konfiguration der SAP-SEM-Datenbank nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt werden, zum Beispiel nach Funktionsbereich, Transaktionsart, Partnereinheit, Jahr des Erwerbs oder Transaktionswährung.
Versionskonzept
SEM-BCS verwendet das Versionskonzept von SAP SEM. Versionen ermöglichen:
Datenübernahme
Datenbeschaffung
SEM-BCS verwendet die Funktionen von SEM-BIC zur Beschaffung von Einzelabschlußdaten von Tochterunternehmen (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anmerkungen zu Abschlüssen, Cash-flow-Rechnung) sowie von weiteren statistischen Daten und Kommentaren.
Die Datenbeschaffung basiert auf den lokalen gesetzlichen Vorschriften und/oder den unternehmenspezifischen Richtlinien für das Konzern-Berichtswesen. Stehen beide Versionen zur Verfügung, erzeugt das System automatische Anpassungsbuchungen in SEM-BCS.
Alle benötigten Daten können sowohl aus R/3-Systemen oder Fremdsystemen übernommen als auch manuell direkt in SAP SEM eingegeben werden.
Validierung
SEM-BCS enthält benutzerfreundliche grafische Funktionen zur Definition kundenspezifischer Validierungsregeln. Individuell definierte Validierungsregeln sind hilfreich bei der Abstimmung von Bilanz- und GuV-Positionen mit statistischen Daten oder bei der Abstimmung verschiedener Sichten des externen und internen Rechnungswesens.
Auf nicht stimmige Daten kann das System mit einfachen Systemmeldungen (Warnungen, Fehlermeldungen), automatischen Korrektureinträgen oder benutzerdefinierten Arbeitsabläufen reagieren.
Validierungen können zu jedem Zeitpunkt des Konsolidierungsprozesses durchgeführt werden und ermöglichen eine interaktive Analyse auftretender Probleme.
Konsolidierungsfunktionen
Währungsumrechnung
Die Definition von Verfahren zur Währungsumrechnung kann vollkommen flexibel gehandhabt werden. Jeder Konsolidierungseinheit wird dabei ein Verfahren zugeordnet. SEM-BCS erfüllt alle Anforderungen, die auf diesem Gebiet auftreten.
Jeder Bilanz/GuV-Position kann ein beliebiger Wechselkurs (zum Beispiel Tageskurs, Durchschnittskurs oder historischer Kurs) und ein beliebiger Umrechnungsschlüssel (zum Beispiel Umrechnung des kumulativen oder periodischen Wertes oder Umrechnung von der Transaktionswährung in die Hauswährung) zugeordnet werden.
SEM-BCS findet automatisch alle Währungsdifferenzen und bucht diese auf vorgewählte Bilanz/GuV-Positionen und andere Merkmale.
SEM-BCS zeichnet in einem separaten Vorgang Umrechnungs- und Transaktionseffekte für jede Bilanz/GuV-Position auf und ermöglicht so die Erstellung von währungsbereinigten Berichten (zum Beispiel in der Cash-flow-Rechnung).
Konzernaufrechnungen
Eliminierungsprozessor für paarweise Aufrechnungen, zum Beispiel
Zwischenergebniseliminierung
Kapitalkonsolidierung
Unterstützung folgender Kapitalkonsolidierungsverfahren:
Unterstützung aller benötigten Vorgänge:
Latente Steuern
Latente Steuern können sowohl bei manueller als auch bei automatischer Buchung automatisch berechnet und gebucht werden.
SEM-BCS unterstützt die Liability-Methode für automatische Korrekturbuchungen bei sich ändernden Steuersätzen.
Allgemeine Funktionen
Datenmonitor
Der Datenmonitor dient zur Überwachung und Ausführung aller Schritte von der anfänglichen Datenbeschaffung von den einzelnen Konsolidierungseinheiten bis hin zur Bereitstellung standardisierter Bilanz/GuV-Daten, die validiert, konvertiert und an die Konzernrichtlinien angepaßt wurden. Z.B.:

Datenmonitor von SEM-BCS
Konsolidierungsmonitor
Der Konsolidierungsmonitor dient zur Überwachung und Ausführung aller Aufrechnungs- und Konsolidierungsaufgaben auf der Ebene der Konsolidierungskreise. Z.B.:
Funktionen für das EVA-Reporting
