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Dokumentation zur KomponenteKundenauftrags-Controlling

 

In der Anwendungskomponente Kundenauftrags-Controlling dient die Verkaufsbelegposition als Kostenträger, für den Kosten und Erlöse im Plan und im Ist ermittelt werden können. Verkaufsbelegpositionen sind Positionen einer Anfrage, eines Angebots oder eines Kundenauftrags.

Haben Sie bereits zu Anfrage oder Angebot eine kosten- und erlösführende Verkaufsbelegposition angelegt, so referenziert die Folgeverkaufsbelegposition auf die vorhergehende Verkaufsbelegposition. So ist ein umfassendes Controlling des gesamten Vertriebsprozesses möglich. Sie können aber auch eine Kundenauftragsposition ohne vorherige Anfrage und Angebot als kosten- und erlösführend kennzeichnen.

Hinweis Hinweis

In der Kundenauftragsfertigung führen Sie ein Kundenauftrags-Controlling durch, um die Kosten einer komplexen Kundeneinzelfertigung auf der Kundenauftragsposition zu sammeln und zu analysieren.

Im Rahmen einer kundenauftragsbezogenen Massenfertigung steht die kostenrechnerische Analyse des produzierten Materials im Vordergrund. Wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten, können Sie bei kundenauftragsbezogener Massenfertigung die Kosten auf Produktionsaufträgen (Fertigungsaufträgen oder Prozessaufträgen) oder Produktkostensammlern sammeln und analysieren. In diesem Falle führen Sie ein reines Produkt-Controlling ein. Der Mengen- und Wertefluss entspricht dem der anonymen Lagerfertigung, die Art der kostenrechnerischen Betrachtung der des Produkt-Controllings.

Informationen zum Produkt-Controlling auf der Ebene von Produktionsaufträgen finden Sie im Dokument:

Auftragsbezogenes Produkt-Controlling

Informationen zum Produkt-Controlling auf der Ebene von Produktkostensammlern finden Sie im Dokument:

Periodisches Produkt-Controlling

Informationen zur Verwendung von Produktkostensammlern in der Kundenauftragsfertigung finden Sie im Abschnitt:

Produktkostensammler bei Kundenauftragsfertigung

Die Dokumente Auftragsbezogenes Produkt-Controlling und Periodisches Produkt-Controlling sind auch dann für Sie relevant, wenn Sie als produzierendes Unternehmen an einem Zusammenspiel von Kundenauftrags-Controlling und Auftragsbezogenem Produkt-Controlling bzw. Periodischem Produkt-Controlling interessiert sind.

Ende des Hinweises

Sie können das Kundenauftrags-Controlling nutzen, wenn Sie:

  • mit Bezug auf einen Kundenauftrag im Sinne einer komplexen Kundeneinzelfertigung selbst fertigen

  • mit Bezug auf einen Kundenauftrag kundenspezifische Handelsware kaufen und an Ihre Kunden veräußern

  • Dienstleistungen auf Basis eines Kundenauftrages erbringen

  • auf der Kundenauftragsposition die Summe aller zur Kundenauftragsposition entstandenen Istkosten (Standardherstellkosten des Umsatzes zuzüglich Abweichungen) sammeln möchten. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten Bewerteter Kundenauftragsbestand und Abrechnung im Produkt-Controlling

Sie können mit dem Kundenauftrags-Controlling:

  • Plankosten und Istkosten je Vertriebsbelegposition ermitteln und analysieren

  • Planerlöse und Isterlöse je Vertriebsbelegposition ermitteln und analysieren

  • die auf den Kostenträger verrechneten Leistungen und Geschäftsprozesse mit Isttarifen nachbewerten

  • Gemeinkosten mit der Zuschlagsberechnung oder der dynamischen Prozessverrechnung auf den Kostenträger verrechnen

  • den Wert von Ware ermitteln, die Sie bereits an den Kunden geliefert, aber noch nicht fakturiert haben

  • Rückstellungen automatisiert bilden

  • Daten an die Finanzbuchhaltung (FI) abrechnen

  • Daten an die Ergebnisrechnung (CO-PA) abrechnen

  • Daten an die Profitcenter-Rechnung (EC-PCA) abrechnen

Einführungshinweise

Sie arbeiten mit dem Kundenauftrags-Controlling:

  • wenn Sie Kosten und Erlöse zu Vertriebsbelegpositionen analysieren möchten

  • wenn Sie den unbewerteten Kundenauftragsbestand verwenden

Integration

Das Kundenauftrags-Controlling greift auf Stammdaten und auf Bewegungsdaten des Controllings (CO), des Vertriebes (SD) und der Materialwirtschaft (MM) zu. In produzierenden Unternehmen greift das Kundenauftrags-Controlling zudem auf Daten der Produktionsplanung (PP) oder der Produktionsplanung-Prozessindustrie (PP-PI) zu.

Wenn Sie ein produzierendes Unternehmen sind, dann verwenden Sie in der Regel die Komponente Kundenauftrags-Controlling in Verbindung mit dem Auftragsbezogenen Produkt-Controlling oder dem Periodischen Produkt-Controlling.

Zur Ermittlung von Plankosten zu Materialien können Sie die Produktkostenplanung (CO-PC-PCP) einsetzen.

Zur Anzeige der Plankosten, Sollkosten und Istkosten können Sie das Informationssystem Produktkosten-Controlling (CO-PC-IS) verwenden.

Funktionsumfang

Sie können mit dem Kundenauftrags-Controlling Kosten sammeln und analysieren für:

  • die einer Kundenauftragsposition zugeordneten Produktionsaufträge (Fertigungsaufträge und Prozessaufträge) und Produktkostensammler

  • die einer Kundenauftragsposition zugeordneten Bestellungen

  • die Mittelbindung im Bestand

    Sie können die Anzeige der Mittelbindung im Bestand durch den Ausweis des Bestellanforderungsobligos und des Bestellobligos zur Kundenauftragsposition ergänzen.

  • die auf einer Kundenauftragsposition aufgeführte Handelsware

  • die gemäß einer Kundenauftragsposition ausgeführte Dienstleistung

Durch die Kennzeichnung einer Kundenauftragsposition als kosten- und erlösführend können Sie:

  • Sondereinzelkosten des Vertriebs auf die Verkaufsbelegposition kontieren

  • Prozesskosten (zum Beispiel Entwicklungskosten) auf die Vertriebsbelegposition verrechnen

Sie können im Periodenabschluss:

  • Prozesskosten auf Kundenauftragspositionen verrechnen

  • Leistungen und Geschäftsprozesse zu Isttarifen nachbewerten

  • eine Zuschlagsberechnung vornehmen

  • eine Ergebnisermittlung durchführen

  • Daten an andere Anwendungskomponenten wie FI, CO-PA und EC-PCA abrechnen

  • zum Jahresabschluss einen Obligovortrag vornehmen

In der Regel werden Sie im Kundenauftrags-Controlling mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten. Als produzierendes Unternehmen erfolgt dabei die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse über die Ermittlung von Ware in Arbeit (WIP) auf den der Kundenauftragsposition zugeordneten Produktionsaufträgen. Die Bewertung bereits produzierter, aber nicht gelieferter Materialien erfolgt bei der Wareneingangsbuchung zum Produktionsauftrag (Fertigungsauftrag oder Prozessauftrag). Eine Bewertung bereits gelieferter, aber noch nicht fakturierter Ware ist über die Ergebnisermittlung möglich. Durch Abrechnung an das FI können Sie die Ware in Transport und Ware auf Baustelle in der Bilanz aktivieren. Sie können die Bewertung der Ware in Transport und der Ware auf Baustelle jedoch auch über die FI-Funktionalität abbilden.

Hinweis Hinweis

Ist der Vertrieb (SD) nicht im Einsatz, so können Sie in der Produktionsplanung (PP) einen Kundenprimärbedarf für das bestellte Material anlegen. Kosten und Erlöse können diesem Bedarf zugeordnet und im Informationssystem analysiert werden.

Ende des Hinweises

Einschränkungen

Sie können zur Verkaufsbelegposition keine Abweichungsermittlung durchführen.

Weitere Informationen

Lesen Sie zum bewerteten Kundenauftragsbestand die Abschnitte:

Bewerteter Kundenauftragsbestand

Fortschreibung des bewerteten Kundenauftragsbestandes

Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Bewerteten Sonderbestand anzeigen

Bsp. bewerteter Kundenauftragsbestand ohne Kundenauftrags-Controlling: Mengen- und Wertefluss

Produktkostensammler bei Kundenauftragsfertigung

Abweichungen bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Informationen zur kosten- und erlösführenden Kundenauftragsposition finden Sie im Abschnitt:

Kosten- und erlösführende Kundenauftragsposition

Informationen zur logistischen Abwicklung wie beispielsweise Montageabwicklung und Variantenfertigung finden Sie im Abschnitt:

Ausgewählte logistische Prozesse und Kostenträger

Informationen zu den Besonderheiten bei unbewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:

Besonderheit: Unbewerteter Kundenauftragsbestand

Weiterführende Informationen zu Stammdaten des CO und des PP sowie sonstige Grundlagen finden Sie im Abschnitt:

Kostenträgerrechnung

Ausführliche Informationen zu Stammdaten des Vertriebssystems sowie sonstige Informationen zur Vertriebsabwicklung finden Sie in der Dokumentation SD -Vertriebsabwicklung.

Die Daten des Kundenauftrags-Controllings können Sie sich im Informationssystem in verschiedenen Berichtsformen aufbereitet anzeigen lassen. Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation Informationssystem Produktkosten-Controlling.

Ausführliche Informationen zur Ergebnisrechnung (CO-PA) finden Sie in der Dokumentation CO Ergebnis- und Marktsegmentrechnung.

Ausführliche Informationen zur Profitcenter-Rechnung (EC-PCA) finden Sie im Dokument EC Unternehmenscontrolling.

Bei Projektfertigung erfolgt die Kostenträgerrechnung über ein Projekt. Die notwendigen Informationen zur kostenrechnerischen Betrachtung eines Projektes finden Sie in der Dokumentation Projektsystem.

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