Versand- und Transportterminierung 

Einsatzmöglichkeiten

Ziel der APO-Versand- und Transportterminierung ist es, eine konsistente, automatische Terminierung in Versand- und Transportprozessen zu gewährleisten, die über mehrere Systeme verteilt sind. Das SAP-APO-System bildet ab Release 3.0A eine zentrale Stelle für die Terminierung und löst die bisherigen lokalen Versand- und Transportterminierungen ab, falls es sich um Materialien handelt, für die im SAP-APO-System eine ATP-Prüfung durchgeführt wird. Für alle anderen Materialien findet die Terminierung weiterhin im jeweiligen SAP-R/3-System statt.

Versandterminierung

Bei der Versandterminierung werden die Vorgänge berücksichtigt, die notwendig sind, um den Transport der Ware einzuleiten. Das sind das Laden und das Richten. Über die Versandterminierung werden der Materialbereitstellungstermin und der Ladetermin ermittelt.

Transportterminierung

Bei der Transportterminierung werden alle Termine berücksichtigt, die der Vorbereitung und Durchführung des Transports dienen. Hierzu gehören die Transportdispositionsvorlaufzeit, die Transportdauer und bei Umlagerungen die Ent-/Umladedauer. Über die Transportterminierung werden ausgehend vom gewünschten Liefertermin der Warenausgangstermin und der Transportdispositionstermin ermittelt. Führt das System eine Vorwärtsterminierung durch, dann wird auch der mögliche Liefertermin errechnet.

Voraussetzungen

Sie haben alle terminierungsrelevanten Attribute in den Stammdaten, Customizing-Einstellungen bzw. mit Hilfe von Konditionen vorgenommen, so daß das SAP-APO-System diese ermitteln kann. (Siehe auch Voraussetzungen für die Terminierung.)

Ablauf

  1. Bei der Auftragserfassung kann für jede Einteilung einer Position ein Wunschliefertermin angegeben werden. Zu diesem Termin soll die Ware beim Kunden eintreffen. Das System kann bei der Auftragsbearbeitung automatisch terminieren, wann die erforderlichen Versandaktivitäten wie Kommissionieren, Laden und Transportieren begonnen werden müssen, damit der Wunschliefertermin eingehalten werden kann.
  2. Die Terminierung wird ausgehend vom Wunschliefertermin zeitlich rückwärts durchgeführt. Daher wird sie auch als Rückwärtsterminierung bezeichnet. Die Errechnung der Termine sieht folgendermaßen aus:

Vom Ladetermin ausgehend werden zwei weitere Termine bestimmt, der Transportdispositionstermin und der Materialbereitstellungstermin

  1. Stellt das System bei dieser Terminierung fest, daß der Materialbereitstellungstermin oder der Transportdispositionstermin in der Vergangenheit liegt, führt es automatisch eine Vorwärtsterminierung durch, um so einen bestätigungsfähigen Liefertermin zu ermitteln.

Steht zum Materialbereitstellungstermin kein Material zur Verfügung, kann das SAP-System abhängig von den Systemeinstellungen eine Verfügbarkeitsprüfung durchführen. Der hierbei ermittelte Materialbereitstellungstermin dient als Grundlage für eine Vorwärtsterminierung.

Bei einer regelbasierten ATP-Prüfung wird für eine Substitution von Lokation/Produkt ausgehend vom ursprünglichen Wunschliefertermin zunächst eine Rückwärtsterminierung zur Ermittlung des Materialbereitstellungstermins durchgeführt. Dies ist notwendig, da die Substitution das Ergebnis der Terminierung beeinflussen kann (z.B. aufgrund einer anderen Transportbeziehung im Falle der Lokationsfindung).

Die Art der Versand- und Transportterminierung wird mit Hilfe der Konditionstechnik festgelegt. Folgende Elemente der Konditionstechnik sind fest vorgegeben und können nicht geändert werden:

Einstellbar sind Zugriffsfolgen und Konditionstabellen.

Beispiel

 

Szenariobeschreibung

1

Terminierung (1 R/3, 1 APO)

Siehe auch:

Terminierungsschritt anlegen