Bestimmung der Produktionstermine (Durchlaufterminierung) 

Einsatzmöglichkeiten

Sie aktivieren die Bestimmung der Produktionstermine über die Durchlaufterminierung, wenn die Bestimmung der Ecktermine nicht genau genug für Ihre Bedürfnisse ist.

Voraussetzungen

Den Horizontschlüssel definieren Sie im Customizing der Bedarfsplanung im Arbeitsschritt Pufferzeiten (Horizontschlüssel) festlegen.

Ablauf

Im Rahmen der Durchlaufterminierung werden für eigengefertigte Materialien die genauen Fertigungszeiten, d.h. Produktionsstart- und Produktionsendtermin, festgelegt und ggf. gleichzeitig Kapazitätsbedarfe erzeugt.

Die Produktionstermine werden über den Arbeitsplan ermittelt. Dabei verwendet das System die Pufferzeiten, die dem Material über den Horizontschlüssel im Materialstamm zugeordnet sind, also Vorgriffszeit und Sicherheitszeit, sowie die Zeitanteile, die im Arbeitsplan für die Vorgänge festgelegt werden: Wartezeiten, Rüstzeiten, Personal- und Maschinenzeiten etc.

In der Regel führt das System die Durchlaufterminierung mit Rückwärtsterminierung durch und geht dabei vom ermittelten Eckendtermin aus. Nur wenn die Zeiten im Arbeitsplan wesentlich kürzer sind als die Zeiten im Materialstamm und der ermittelte Produktionsstarttermin also weiter in der Zukunft liegt als nötig, schaltet das System auf Vorwärtsterminierung um und geht vom Eckstarttermin aus.

  1. Das System rechnet vom Eckendtermin die Sicherheitszeit zurück und bestimmt so den Produktionsendtermin. Ausgehend vom Produktionsendtermin werden nun die einzelnen Arbeitsvorgänge des Arbeitsplans rückwärts terminiert. Der Anfangstermin des ersten Arbeitsvorgangs ergibt den Produktionsstarttermin.
  2. Die Sicherheitszeit ist die Anzahl von Arbeitstagen, die als Puffer zwischen Produktionsendtermin und Eckendtermin geplant ist. Sie dient dazu, Störungen im Fertigungsablauf abzufangen und so Verschiebungen des Eckendtermins zu vermeiden.

  3. Das System überprüft, ob der Produktionsstarttermin später als der Eckstarttermin liegt. Wenn Sie im Customizing der Bedarfsplanung (Arbeitsschritt Terminierungsparameter Planaufträge festlegen) festgelegt haben, daß die Ecktermine im Rahmen der Durchlaufterminierung angepaßt werden sollen, wird vom Produktionsstarttermin die Vorgriffszeit abgezogen und damit ein neuer Eckstarttermin errechnet. Ist die Eckterminanpassung nicht gewünscht, bleibt der alte Eckstarttermin stehen.
  4. Die Vorgriffszeit ist die Anzahl von Arbeitstagen, die als Puffer zwischen Eckstarttermin und Produktionsstarttermin geplant ist. Dieser Puffer bewirkt, daß Verzögerungen in der Materialbereitstellung nicht zu Verzögerungen beim Fertigungsbeginn führen und daß bei Kapazitätsengpässen oder bei Verschiebungen beim Kundenauftragseingang die Fertigungstermine vorgezogen werden können.

  5. Das System überprüft, ob der Produktionsstarttermin vor dem Eckstarttermin liegt, und ermittelt gegebenenfalls neue Produktionstermine. Hierzu müssen Sie an zwei Stellen eine mögliche Reduzierung der Zeiten festgelegt haben:

Der Eckendtermin muß vom System so gelegt werden, daß das Material am Bedarfstermin zum Arbeitsbeginn zur Verfügung steht. Daher liegt der Eckendtermin grundsätzlich nach dem Produktionsendtermin. Wenn keine Sicherheitszeit gepflegt ist, liegt der Eckendtermin immer einen Tag nach dem Produktionsendtermin.

Wenn die Eigenfertigungszeit deutlich kleiner als ein Tag ist und gewünscht ist, daß das Material zum Produktionsendtermin verfügbar sein soll, wird die Eigenfertigungszeit im Materialstammsatz mit Null gepflegt (Sicherheitszeit ebenfalls gleich Null). In diesem Fall entspricht der Produktionsendtermin dem Eckendtermin.