Zuordnungen für
Ergebnisermittlung festlegen
In diesem Arbeitsschritt ordnen Sie die
Kostenarten, unter denen das Objekt belastet und entlastet wird,
Zeilenidentifikationen zu.
Die Zeilenidentifikationen gliedern die für das
Abgrenzungsobjekt angefallenen Kosten nach bestimmten Gruppen, z.B:
In der Zuordnung legen Sie fest, wie der
Kostenanteil im Bestand (bzw. die
Ware in Arbeit), der aufgrund dieser Kosten ausgewiesen werden
muß, zu aktivieren ist. Sie können beispielsweise angeben, daß
- der gesamte Kostenanteil im Bestand, der
aufgrund der Materialeinzelkosten ausgewiesen werden muß, aktiviert werden
kann
- nur 80% des Kostenanteils im Bestand, der
aufgrund der Gemeinkosten ausgewiesen werden muß, aktiviert werden
kann
Außerdem legen Sie die zeitliche Gültigkeit der
Zuordnung fest.
Sie ordnen die zu Zeilenidentifikationen
zusammengefaßten Kostenarten einer der folgenden Gruppen zu:
- Kosten mit Aktivierungswahlrecht
Dann legen Sie fest,
- welcher Prozentsatz der Kosten nicht aktiviert
werden darf und
- für welchen Prozentsatz der Kosten, Sie wählen
können, ob die Kosten aktivierungspflichtig oder nicht aktivierungsfähig
sind
Diese Zuordnung wird in den Buchungsregeln
berücksichtigt. In den Buchungsregeln gibt es drei Kategorien, die aufgrund
dieser Zuordnung gebildet werden:
| WIPA |
Ware in Arbeit, aktivierungspflichtig |
| WIPW |
Ware in Arbeit, Aktivierungswahlrecht |
| WIPN |
Ware in Arbeit, nicht aktivierungsfähig |
|
Über das Be- und Entlastungskennzeichen können
Sie Kosten auseinandersteuern, die unter derselben Kostenart fortgeschrieben
werden. Auf diese Weise erkennt die Ergebnisermittlung, daß die Entnahme eines
Halbfabrikates aus dem Lager als Belastung zu betrachten ist, während die
Ablieferung oder Abrechnung als Entlastung zu betrachten ist.
Über das Fix- und Variabelkennzeichen haben Sie
die Möglichkeit, die fixen Kosten für Eigenleistungen und Zuschläge anders als
die variablen Kosten zu behandeln. Die Kosten für eingesetzten Halbfabrikate
mit Standardpreissteuerung werden auch nach fixen und variablen Kosten
gesplittet.
In der Regel werden Sie eine Buchungsregel
definieren, die die Abgrenzungsdaten den Sachkonten in der Finanzbuchhaltung
zuordnet. Sie ordnen beispielsweise den Kostenanteil im Bestand den Konten
"Bestand" und "Bestandsveränderung" zu, während Sie Rückstellungen den Konten
"Aufwand aus Rückstellungen" und "Rückstellungen" zuordnen.
Beachten Sie dabei:
- Über die aktivierungspflichtige
Zeilenidentifikationen und die nicht aktivierungsfähige Zeilenidentifikationen
fassen Sie Kosten zusammen, die nach Handelsrecht und Steuerrecht gemeinsam
behandelt werden.
- Über die Zeilenidentifikationen mit
Aktivierungswahlrecht fassen Sie Kosten zusammen, die nach Handelsrecht und
Steuerrecht anders behandelt werden.
Hinweis
- Wenn Sie erlösproportional abgrenzen, müssen
Sie die Erlösarten einer eigenen Zeilenidentifikation der Kategorie "E"
zuordnen.
- Um die Ware in Arbeit ermitteln zu können,
müssen Sie die Kostenarten, unter denen die Entlastungen auf dem
Fertigungsauftrag gebucht werden, einer eigenen Zeilenidentifikation der
Kategorie "A" zuordnen.
- Es werden nur die Kosten in der
Ergebnisermittlung berücksichtigt, deren Kostenart einer Zeilenidentifikation
zugordnet ist. Es werden nur die Erlöse in der Ergebnisermittlung
berücksichtigt, deren Erlösart einer Zeilenidentifikation zugeordnet ist.
Kosten, die auf der Kundenauftragsposition unter einer Kostenart gebucht
worden sind, die keiner Zeilenidentifikation zugeordnet ist, werden bei der
Ergebnisermittlung als nicht zugeordnete Kosten
ausgewiesen.
Wenn Sie mit dem
unbewerteten Kundenauftragsbestand oder mit dem unbewerteten Projektbestand
arbeiten, dann stellen Sie sicher, daß auch die Abrechnungskostenarten, unter
denen Produktionsaufträge an die Kundenauftragsposition oder an das
PSP-Element abgerechnet haben, Zeilenidentifikatiionen zugeordnet
sind.
Arbeiten Sie mit parallelen Bewertungssichten,
dann ordnet das System automatisch die in der Abgrenzungsversion der
operativen Bewertungssicht definierten Zeilenidentifikationen auch den auf die
operative Abgrenzungsversion referenzierenden Abgrenzungsversionen der
parallelen Bewertungssichten zu.
Voraussetzungen
Sie müssen folgende Arbeitsschritte bearbeitet
haben:
Wenn Sie die Materialkosten nach
Herkunftsgruppen unterscheiden wollen, dann müssen Sie den Arbeitsschritt "
Herkunftsgruppen definieren " bearbeitet
haben.
Standardeinstellungen
In der SAP-Standardauslieferung sind
Zeilenidentifikationen enthalten. Sie müssen aber die in Ihrem
Kostenartenverzeichnis enthaltenen Kostenarten und Erlösarten den
Standardzeilenidentifikationen zuordnen, bevor Sie abgrenzen
können.
Aktivitäten
1. Stellen Sie
fest, welche Kostenarten Sie Zeilenidentifikationen zuordnen müssen. Um die
Kostenarten anzuzeigen, die in Ihrem Kostenrechnungskreis gültig sind,
verzweigen Sie in die Kostenstellenrechnung und wählen Sie
Berichtswesen -> Stammdatenverzeichnis ->
Kostenarten.
2.
Abrechnungskostenarten, die Sie im Verrechnungsschema verwenden, müssen Sie
einer Zeilenidentifikation zuordnen.
Beispiel: Beispiel
2
Sie Arbeiten mit
dem
1. Geben Sie
den Kostenrechnungskreis, Ihre Abgrenzungsversion und ggf. Ihren
Abgrenzungsschlüssel an.
2. Tragen Sie
die Kostenarten laut Ihrem Kostenartenverzeichnis ein, unter denen
Primärbuchungen auf den Objekten (Auftrag, Projekt, Kundenauftrag)
fortgeschrieben werden.
Sie können Ihre
Einträge maskieren. Der Eintrag 00004+++++ faßt die Kostenarten von 400000 bis
499999 zusammen. Wollen Sie bestimmte Kostenarten separat behandeln, so geben
Sie diese unmaskiert ein (z.B. 0000415000).
Hinweis: Wenn Sie
mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und die
Kundenauftragsposition kosten- und erlösführend ist, dann wird die
Kundenauftragsposition mit der Kostenart belastet die dem
Bestandsveränderungskonto (Konto für Kosten des Umsatzes) entspricht, das bei
der Lieferung an den Kunden bebucht wird. Diese Kostenart ordnen Sie einer
Zeilenidentifikation zu. Nicht zuordnen müssen Sie die Kostenarten, die im
Kostenartennachweis der Kundenauftragskalkulation zu den Herstellkosten
angezeigt werden.
Numerische Werte
müssen rechtsbündig eingegeben werden. Alphanumerische Werte müssen
linksbündig eingegeben werden.
Für Materialkosten
können Sie eigene Zeilenidentifikationen für bestimmte Herkunftsgruppen
definieren, indem Sie Herkunftsgruppen in die Kalkulationssichten der
relevanten Materialstammsaätze eingeben und diese Herkunftsgruppen mit den
relevanten Kostenarten in die Zeilenidentifikationen eintragen. Möchten Sie
die Zeilenidentifikationen nicht nach Herkunftsgruppen differenzieren, so
maskieren Sie die Herkunftsgruppe mit ++++.
3. Tragen Sie
die sekundäre Kostenarten ein, unter denen interne Leistungsverrechnungen auf
den Objekten fortgeschrieben werden.
Für Fertigungskosten
können Sie eigene Zeilenidentifikationen für bestimmte Kostenstellen oder
Kostenstellen und Leistungsarten definieren, indem Sie für sekundäre
Kostenarten eine Kostenstelle und eine Leistungsart eintragen. Möchten Sie die
Fertigungskosten nur nach Kostenarten differenzieren, so maskieren Sie
Kostenstelle und Leistungsart mit ++++.
Wollen Sie eigene
Zeilenidentifikationen für die fixen und die variablen Kosten aus der
Kostenstellenrechnung bilden, so können Sie ein "V" oder "F" in die Spalte
"Var-Fix-Kosten" eingeben.
4. Geben Sie
gegebenenfalls ein Be- oder Entlastungskennzeichen ein.
5. Geben Sie
die zeitliche Gültigkeit der Zuordnung an.
6. Geben Sie
folgendes an:
- pro Zeile eine Zeilenidentifikation, und zwar
in einer der folgenden Spalten:
aktivierungspflichtig
Aktivierungswahlrecht
nicht
aktivierungsfähig
- einen Prozentsatz für die nicht
aktivierungsfähigen Kosten
- einen Prozentsatz für die Kosten, für die ein
Aktivierungswahlrecht besteht
7. Für die
erlösproportionale Abgrenzung tragen Sie die Erlösarten laut Ihrem
Kostenartenverzeichnis ein, unter denen Erlöse auf den Objekten
fortgeschrieben werden.
8. Für die
WIP-Ermittlung tragen Sie die Kostenarten laut Ihrem Kostenartenverzeichnis
ein, unter denen Entlastungen aufgrund Lieferungen und Teillieferungen gebucht
werden.