Wertspalten eines Spaltenaufbaus 

Man unterscheidet durch das Verarbeitungskennzeichen drei Arten von Wertspalten. Ein Wert in der Spaltenstruktur kann aus der Datenbank (__) oder über eine Formel (FO) mit anderen Wertspalten als Variablen ermittelt werden.
Das dritte Kennzeichen WE kann sowohl bei Datenbankwerten als auch bei Formeln angewendet werden, mit dem Unterschied, daß diese Wertspalte nicht ausgedruckt wird. Denkbar ist der Einsatz dieses Steuerungssymbols bei Splittung einer Formel in zwei Teilberechnungen, oder wenn ein bestimmter Datenbankwert lediglich in eine Formel einfließen, nicht aber in der Auswertung gezeigt werden soll. Für dieses Kennzeichen WE gelten somit entweder die folgenden Erläuterungen für Formeln oder für Datenbankwerte.

Formeln

Mit Hilfe von Formeln können beliebige Berechnungen wie z.B. Differenzen, Summen oder Prozentsätze zwischen Wertspalten durchgeführt werden.

Sofern eine Formel über ihre laufende Nummer wiederum eine Variable in einer anderen Formel darstellt, ist darauf zu achten, daß die laufende Nummer der Formel kleiner ist als die der anderen Formel. Die Berechnung der Formeln erfolgt in der Reihenfolge ihrer laufenden Nummern in der Spaltenstrukturpflege. Zu diesem Zeitpunkt müssen alle Werte der Variablen zur Verfügung stehen, ansonsten wird der Wert mit Null angesetzt. Hieraus folgt auch, daß Rekursionen und Iterationen nicht unterstützt sind.

Alle anderen Felder der Spaltenstrukturpflege stehen nicht in Verbindung mit Formeln.

Datenbankwerte

Für Wertspalten, die auf einen Datenbankwert zugreifen, sind die Felder Wertebereich und Wertetyp zu füllen.

Im Feld Wertebereich kann einer der folgenden Wertebereiche eingetragen werden:

H1

Positionswert aus dem Einzelabschluß

GB

Buchungen auf Gesellschaftsebene (Kont.ebene 1)

H2

Positionswert aus der Handelsbilanz II

KB

Konzernbuchungen (Kontierungsebene 2, 3 und 4)

H3

Konzernwert, d.h. Einzelabschlußwert zzgl. aller Buchungen

LB

Buchungen in Hauswährung (Kont.ebene 1)

L1

Handelsbilanz I in Hauswährung

L2

Handelsbilanz II in Hauswährung

SB

Summe aller Buchungen (Kont.ebenen 1,2,3,4)

Wird der Wertebereich in der Spaltendefinition freigelassen, dann kann im Anforderungsbild der Summenauswertung der gewünschte Wertebereich angegeben werden. Wird weder in der Spaltendefinition noch im Anforderungsbild der Auswertung der Wertebereich angegeben, dann nimmt das System automatisch den Wertebereich H3.

Über den Wertetyp kann man sich geeignete Kombinationen aus den Schlüsselbegriffen Version, Geschäftsjahr und Periode bzw. Periodenintervall erstellen. Der Wertetyp ist insbesondere für Vergleichsauswertungen vorgesehen. Die Definition erfolgt im Einführungsleitfaden im Arbeitsschritt ® Auswertungen definieren unter dem Menüpunkt Zusätze ® Spaltenaufbau ® Wertetypen.

Analog zum Geschäftsjahr können auch die Perioden in die Zukunft oder Vergangenheit korrigiert werden. Hierzu gibt man an der ersten Stelle der Periode ein Vorzeichen an, das die Richtung der Korrektur festlegt. Die verbleibenden zwei Stellen der Periode geben dann die Anzahl an, um die die Periode aus dem Anforderungsreport verändert werden soll. So bedeutet z.B. -11,-09, daß das viertletzte Quartal vor der Anforderungsperiode ausgewertet werden soll. Diese Technik eignet sich beispielsweise zur Anlistung der letzten vier Quartale in einer Vergleichsauswertung.

Neben den beiden bereits erläuterten Eingaben in den Feldern Wertebereich und Wertetyp bei Wertspalten können noch weitere Angaben zur Wertermittlung in der Spaltenstrukturpflege angegeben werden.

CO

Gesellschaft

MT

Bewegungsartengruppe

Sn

Sortierkennzeichen n (n=1..3) aus Gesellschaftsstammsatz

Wenn als Gruppenkennzeichen CO (Gesellschaft) gewählt wird, dann ist folgendes zu beachten: Werden im Feld Ausprägung numerische Gesellschaftsnummern eingetragen, dann müssen diese mit führenden Nullen aufgefüllt werden, wenn sie weniger als 6-stellig sind.

Beispiel:

Eine Gesellschaft mit der Gesellschaftsnummer 1234 muß im Feld Ausprägung mit der Nummer 001234 eingetragen werden.

Bei alphanumerischen Gesellschaftsnummern ist diese Vorgehensweise nicht relevant.

 

Durch die Zuordnung von Gesellschaften zu einer Gruppe innerhalb der drei möglichen Sortierkriterien im Gesellschaftsstammsatz lassen sich beliebige Gesellschaftsgruppen auswerten (siehe auch Gesellschaften). Mittels des Gruppenkennzeichens und der Gruppe lassen sich somit beispielsweise Auswertungen mit Einzelgesellschaftsdaten, Sparteninformationen oder Gesellschaftsgruppendaten in Spalten realisieren.

Lediglich eine Ausnahme in Verbindung mit dem Sortierkennzeichen als Gruppenkennzeichen erlaubt es, keine Gruppe im Feld Ausprägung anzugeben. Gibt man bei Sortierkennzeichen keine Gruppe ein, so werden alle Gesellschaftsgruppen untereinander in der angegebenen Spalte in alphabetischer Reihenfolge der Ausprägungen der Sortierkennzeichen ausgedruckt. Listart 2 des Auswertungsprogramms zeigt einen Aufriß nach den einzelnen Gesellschaften, wobei nach jedem Sortierkennzeichen eine Zwischensumme ausgegeben wird.

Der Andruck des Sortierkennzeichens und des Textes des Sortierkennzeichens wird über die Verarbeitungskennzeichen CN (für die Ausprägung des Sortierkennzeichens) und CT (für den Text des Sortierkennzeichens) realisiert. Es ist sinnvoll, eine Matrixform des Spaltenaufbaus durch logische Zeilen zu wählen, so daß in der ersten Zeile die Position und in der zweiten Zeile die Gesellschaftsgruppe erscheint.

Beachten Sie dabei folgendes:

Mittels einer Schnittmengenbildung aus den Positionen, die im Positionsset des Spaltenaufbaus und im Intervall bzw. im Set der Summenposition des Zeilenaufbaues liegen, ermittelt sich dann der auszugebende Wert.

Sinnvolles Einsatzgebiet für diese Technik ist etwa ein Forderungs- und Verbindlichkeitsspiegel, wobei die unterschiedlichen Laufzeiten durch separate Positionen differenziert werden. In der Zeilenstruktur der Auswertung sind lediglich die Summenpositionen für die Forderungen und Verbindlichkeiten aufgeführt.
Als Positionsset in der Spaltenstruktur könnte man sich ein Set für alle Forderungs- und Verbindlichkeitspositionen mit einer Laufzeit unter einem Jahr, eins mit einer Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren und eins mit Laufzeiten über fünf Jahre vorstellen, so daß man eine Auswertung mit insgesamt zwei Zeilen (Forderungen und Verbindlichkeiten) und drei Spalten (Laufzeit 1, 1-5 und über 5 Jahre) erhält.

   

Spaltenwert

Strukturprozentsatz

=

-------------------- * 100

   

Bezugspositionswert

Es ist hierbei anzumerken, daß sich der Spaltenwert dabei auf beliebige Weise durch das Gruppenkennzeichen und die zugehörige Gruppe einschränken läßt, während sich der Bezugswert immer nur aus dem Positionswert der Bezugsposition errechnet, allerdings unter Berücksichtigung des angegebenen Wertebereiches (HB-I, HB-II etc.) und des Wertetyps.