Wertspalten eines Spaltenaufbaus 
Man unterscheidet durch das Verarbeitungskennzeichen drei Arten von Wertspalten. Ein Wert in der Spaltenstruktur kann aus der Datenbank (__) oder über eine Formel (FO) mit anderen Wertspalten als Variablen ermittelt werden.
Das dritte Kennzeichen WE kann sowohl bei Datenbankwerten als auch bei Formeln angewendet werden, mit dem Unterschied, daß diese Wertspalte nicht ausgedruckt wird. Denkbar ist der Einsatz dieses Steuerungssymbols bei Splittung einer Formel in zwei Teilberechnungen, oder wenn ein bestimmter Datenbankwert lediglich in eine Formel einfließen, nicht aber in der Auswertung gezeigt werden soll. Für dieses Kennzeichen WE gelten somit entweder die folgenden Erläuterungen für Formeln oder für Datenbankwerte.
Formeln
Mit Hilfe von Formeln können beliebige Berechnungen wie z.B. Differenzen, Summen oder Prozentsätze zwischen Wertspalten durchgeführt werden.
- Die Formel selbst ist in dem gleichlautenden Feld im Detailbild der Spaltenstrukturpflege anzugeben.
- In einer Formel sind folgende Elemente zulässig:
- Konstanten z.B. 100
- Variablen z.B. L0030
- Rechenvorschriften wie +, -, *, /
- Klammerung z.B. 100*(L0020+L0030)
- das Substitutionssymbol $PR zur Verwendung der Periode vom Anforderungsbild der Auswertung
- Über die Variablen, die mit L beginnen und einer anschließenden vierstelligen Nummer enden, kann man auf andere Wertspalten zugreifen. Die vierstellige Nummer entspricht dabei der laufenden Nummer der Wertspalte aus dem Spaltenaufbau, auf die zugegriffen werden soll.
Sofern eine Formel über ihre laufende Nummer wiederum eine Variable in einer anderen Formel darstellt, ist darauf zu achten, daß die laufende Nummer der Formel kleiner ist als die der anderen Formel. Die Berechnung der Formeln erfolgt in der Reihenfolge ihrer laufenden Nummern in der Spaltenstrukturpflege. Zu diesem Zeitpunkt müssen alle Werte der Variablen zur Verfügung stehen, ansonsten wird der Wert mit Null angesetzt. Hieraus folgt auch, daß Rekursionen und Iterationen nicht unterstützt sind.
- Durch das Symbol $PR kann die Periode vom Anforderungsbild der Auswertung in die Formel einbezogen werden. Hierdurch sind Vorschaurechnungen (z.B. kumulierter Wert der Periode * 12 / aktuelle Periode) u.ä. möglich.
- Eine Formel wird auf vier Nachkommastellen genau errechnet. Zum Ausgabezeitpunkt kann jedoch über die Felder Skalierung und Nachkomma auf die Einheit und die Anzahl der Nachkommastellen Einfluß genommen werden. Skalierung 3 und Nachkommastellen 2 bewirkt die Ausgabe des Wertes in tausend Einheiten mit zwei Kommastellen.
- Die maximale Ausgabelänge eines Wertes ist auf 17 Stellen begrenzt, d.h. ein Wert wird ab der durch Zeile und Spalte festgelegten Druckposition in der Länge von maximal 17 Stellen ausgegeben. Diese maximale Länge kann zum einen durch den Abstand zweier benachbarter Spalten oder durch explizite Angabe der Anzahl Zeichen im Feld Ausgabelänge reduziert werden. Sofern in diesem Feld keine Länge angegeben ist, ermittelt sich der Auswertungsreport aus den Spaltenangaben der Tabelleneinträge mit gleicher Zeile den jeweiligen Abstand zur nächsten Druckposition und zieht diesen zur Begrenzung heran. Es ist dabei zu beachten, daß die Ausgabe von Wertspalten im Gegensatz zu Textspalten rechtsbündig erfolgt.
Alle anderen Felder der Spaltenstrukturpflege stehen nicht in Verbindung mit Formeln.
Datenbankwerte
Für Wertspalten, die auf einen Datenbankwert zugreifen, sind die Felder Wertebereich und Wertetyp zu füllen.
Im Feld Wertebereich kann einer der folgenden Wertebereiche eingetragen werden:
H1 |
Positionswert aus dem Einzelabschluß |
GB |
Buchungen auf Gesellschaftsebene (Kont.ebene 1) |
H2 |
Positionswert aus der Handelsbilanz II |
KB |
Konzernbuchungen (Kontierungsebene 2, 3 und 4) |
H3 |
Konzernwert, d.h. Einzelabschlußwert zzgl. aller Buchungen |
LB |
Buchungen in Hauswährung (Kont.ebene 1) |
L1 |
Handelsbilanz I in Hauswährung |
L2 |
Handelsbilanz II in Hauswährung |
SB |
Summe aller Buchungen (Kont.ebenen 1,2,3,4) |
Wird der Wertebereich in der Spaltendefinition freigelassen, dann kann im Anforderungsbild der Summenauswertung der gewünschte Wertebereich angegeben werden. Wird weder in der Spaltendefinition noch im Anforderungsbild der Auswertung der Wertebereich angegeben, dann nimmt das System automatisch den Wertebereich H3.
Über den Wertetyp kann man sich geeignete Kombinationen aus den Schlüsselbegriffen Version, Geschäftsjahr und Periode bzw. Periodenintervall erstellen. Der Wertetyp ist insbesondere für Vergleichsauswertungen vorgesehen. Die Definition erfolgt im Einführungsleitfaden im Arbeitsschritt
®
Auswertungen definieren unter dem Menüpunkt Zusätze
®
Spaltenaufbau
®
Wertetypen.- Im Argument der Wertetyppflege steht ein maximal fünfstelliger frei wählbarer Name für einen Wertetyp.
- Sofern zu einem Wertetyp keine Version angegeben ist, wird dieser Schlüsselbegriff aus dem Parameter des Auswertungsreportes dynamisch versorgt. In der Regel ist deshalb nur bei den Wertetypen, die in Versionsvergleichen verwendet werden, ein entsprechender Eintrag in diesem Feld vorzunehmen.
- Um Mehrjahresvergleiche zu realisieren, kann man im Feld Delta eine Anzahl von Jahren angeben, um die das Geschäftsjahr aus dem Parameter des Anforderungsreports entsprechend dem Feld V (für Vorzeichen) in die Zukunft oder Vergangenheit zu korrigieren ist.
- Über die Angabe eines Periodenintervalls können einzelne Perioden, Quartale, Halbjahre oder ein vollständiges Geschäftsjahr angefordert werden. Auch hier kann man die Intervalluntergrenze oder -obergrenze dynamisch aus dem Anforderungsreport versorgen, wenn keine Eingabe gemacht wurde.
Analog zum Geschäftsjahr können auch die Perioden in die Zukunft oder Vergangenheit korrigiert werden. Hierzu gibt man an der ersten Stelle der Periode ein Vorzeichen an, das die Richtung der Korrektur festlegt. Die verbleibenden zwei Stellen der Periode geben dann die Anzahl an, um die die Periode aus dem Anforderungsreport verändert werden soll. So bedeutet z.B. -11,-09, daß das viertletzte Quartal vor der Anforderungsperiode ausgewertet werden soll. Diese Technik eignet sich beispielsweise zur Anlistung der letzten vier Quartale in einer Vergleichsauswertung.
- In Zusammenhang mit Bewegungsarten ist die Möglichkeit der Abbildung von Produktgruppen durch Bewegungsarten angesprochen worden. Mittels eines Bewegungsartensets, welches hier ausnahmsweise Bewegungsartengruppen enthalten muß, können nun in Auswertungen mehrere Produktgruppen zu Sparten zusammengefaßt und im Wertetyp fixiert werden.
Neben den beiden bereits erläuterten Eingaben in den Feldern Wertebereich und Wertetyp bei Wertspalten können noch weitere Angaben zur Wertermittlung in der Spaltenstrukturpflege angegeben werden.
- Zunächst kann der durch Wertebereich und Wertetyp festgelegte Positionswert über ein Gruppenkennzeichen (Gruppen-Kennz) und eine zugehörige Gruppe (Ausprägung) eingeschränkt werden. Als Gruppenkennzeichen sind folgende Eingaben zulässig:
CO |
Gesellschaft |
MT |
Bewegungsartengruppe |
Sn |
Sortierkennzeichen n (n=1..3) aus Gesellschaftsstammsatz |
- In Abhängigkeit vom Gruppenkennzeichen muß im Feld Ausprägung dann entsprechend eine Gesellschaftsnummer, eine Bewegungsartengruppe oder ein im Einführungsleitfaden im Kapitel
Stammdaten
®
Gesellschaften definiertes Sortierkennzeichen angegeben sein.

Wenn als Gruppenkennzeichen CO (Gesellschaft) gewählt wird, dann ist folgendes zu beachten: Werden im Feld Ausprägung numerische Gesellschaftsnummern eingetragen, dann müssen diese mit führenden Nullen aufgefüllt werden, wenn sie weniger als 6-stellig sind.
Beispiel:
Eine Gesellschaft mit der Gesellschaftsnummer 1234 muß im Feld Ausprägung mit der Nummer
001234
eingetragen werden.
Bei alphanumerischen Gesellschaftsnummern ist diese Vorgehensweise nicht relevant.
Durch die Zuordnung von Gesellschaften zu einer Gruppe innerhalb der drei möglichen Sortierkriterien im Gesellschaftsstammsatz lassen sich beliebige Gesellschaftsgruppen auswerten (siehe auch
Gesellschaften). Mittels des Gruppenkennzeichens und der Gruppe lassen sich somit beispielsweise Auswertungen mit Einzelgesellschaftsdaten, Sparteninformationen oder Gesellschaftsgruppendaten in Spalten realisieren.
Lediglich eine Ausnahme in Verbindung mit dem Sortierkennzeichen als Gruppenkennzeichen erlaubt es, keine Gruppe im Feld Ausprägung anzugeben. Gibt man bei Sortierkennzeichen keine Gruppe ein, so werden alle Gesellschaftsgruppen untereinander in der angegebenen Spalte in alphabetischer Reihenfolge der Ausprägungen der Sortierkennzeichen ausgedruckt. Listart 2 des Auswertungsprogramms zeigt einen Aufriß nach den einzelnen Gesellschaften, wobei nach jedem Sortierkennzeichen eine Zwischensumme ausgegeben wird.
Der Andruck des Sortierkennzeichens und des Textes des Sortierkennzeichens wird über die Verarbeitungskennzeichen CN (für die Ausprägung des Sortierkennzeichens) und CT (für den Text des Sortierkennzeichens) realisiert. Es ist sinnvoll, eine Matrixform des Spaltenaufbaus durch logische Zeilen zu wählen, so daß in der ersten Zeile die Position und in der zweiten Zeile die Gesellschaftsgruppe erscheint.
- Über das Feld Null ausgeben kann explizit die Ausgabe von Null angefordert werden, wo ansonsten Leerstellen erscheinen würden:
- Bei Auswertungen ohne Aufriß wird immer eine Null ausgedruckt, wenn kein Datenbankwert vorliegt.
- Bei Auswertungen mit Aufriß nach Bewegungsart, Gesellschaft oder Gesellschaftsgruppe ist die Ausgabe von Null extra anzufordern. Ansonsten erscheinen Leerstellen, wenn kein Datenbankwert existiert. In bestimmten Auswertungen wie beispielsweise einem Anlagenspiegel kann es aus optischen Gründen erforderlich sein, daß in solchen Fällen (z.B. wenn keine Umbuchungen vorliegen) eine Null statt Leerstellen gedruckt wird.
- Um vergleichende Auswertungen auf Teilkonzernebene zu erzeugen, trägt man im Detailbild der Spaltenaufbauvorschrift eine Nummer ein, die den n-ten Teilkonzern aus dem Anforderungsparameter des Auswertungsreports darstellt. Die Teilkonzerne im Anforderungsparameter des Auswertungsreports werden durch Schrägstrich voneinander abgegrenzt (z.B. : SW1/SW2). Durch die Angabe einer Nummer und nicht des Teilkonzernes selbst im Spaltenaufbau kann die Reihenfolge und die Zusammensetzung der Teilkonzerne innerhalb eines Auswertungsformulars variiert werden.
- Bisher wurde die Möglichkeit besprochen, Werte einer einzelnen Position über Spaltendefinitionen mit oder ohne Einschränkungen auszugeben. Über die Angabe eines Positionssets im Spaltenaufbau können aber auch unterschiedliche Positionen in Spalten angefordert werden. Im Zeilenaufbau der Auswertung sind in diesem Fall Summenpositionen zu verwenden.
Beachten Sie dabei folgendes:
- Die Summenpositionen im Zeilenaufbau werden in der Positionspflege über ein Intervall oder ein Set gebildet.
- Die Positionssets im Spaltenaufbau dürfen keine Intervalle an Positionen enthalten. Die Wert- und Summenpositionen der Sets dürfen sich nicht überlappen.
Mittels einer Schnittmengenbildung aus den Positionen, die im Positionsset des Spaltenaufbaus und im Intervall bzw. im Set der Summenposition des Zeilenaufbaues liegen, ermittelt sich dann der auszugebende Wert.
Sinnvolles Einsatzgebiet für diese Technik ist etwa ein Forderungs- und Verbindlichkeitsspiegel, wobei die unterschiedlichen Laufzeiten durch separate Positionen differenziert werden. In der Zeilenstruktur der Auswertung sind lediglich die Summenpositionen für die Forderungen und Verbindlichkeiten aufgeführt.
Als Positionsset in der Spaltenstruktur könnte man sich ein Set für alle Forderungs- und Verbindlichkeitspositionen mit einer Laufzeit unter einem Jahr, eins mit einer Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren und eins mit Laufzeiten über fünf Jahre vorstellen, so daß man eine Auswertung mit insgesamt zwei Zeilen (Forderungen und Verbindlichkeiten) und drei Spalten (Laufzeit 1, 1-5 und über 5 Jahre) erhält.
- In Zusammenhang mit der Definition des Zeilenaufbaus ist die Möglichkeit der Berechnung von Strukturprozentsätzen bereits erwähnt worden (siehe auch
Manuelle Definition des Zeilenaufbaus). Durch Ankreuzen des Feldes Prozentsatz im Spaltenaufbau wird nicht der absolute Spaltenwert gedruckt, sondern der Spaltenwert in Prozent zu einem Positionswert, der sich aus dem Feld Bezugs.pos des Zeilenaufbaus ergibt.
| |
|
Spaltenwert |
Strukturprozentsatz |
= |
-------------------- * 100 |
| |
|
Bezugspositionswert |
Es ist hierbei anzumerken, daß sich der Spaltenwert dabei auf beliebige Weise durch das Gruppenkennzeichen und die zugehörige Gruppe einschränken läßt, während sich der Bezugswert immer nur aus dem Positionswert der Bezugsposition errechnet, allerdings unter Berücksichtigung des angegebenen Wertebereiches (HB-I, HB-II etc.) und des Wertetyps.
- Insbesondere zur optischen Gestaltung einer Auswertung dient die Zuordnung eines oder mehrerer Einträge in der Spaltenstruktur zu einer Spaltengruppe. Über die Vergabe von Spaltengruppen im Feld Spaltentyp der Spaltenstrukturpflege kann in einer Auswertung die Ausgabe bestimmter Wert- oder Textspalten zeilenweise unterdrückt werden. Sofern im Feld Spaltenunterdr. der Zeilenaufbauvorschrift Spaltengruppen angegeben sind, werden die zugehörigen Wert- oder Textspalten nicht ausgegeben. Spaltendefinitionen, die dagegen keiner Spaltengruppe zugeordnet sind, gelten für alle Einträge der Zeilenstruktur. Mittels dieses Gestaltungselements lassen sich z.B. die Werte ausgewählter Positionen einrücken oder unterstreichen.
- In bestimmten Auswertungen kann die Abgrenzung verschiedener Spalten durch Trennzeichen erforderlich sein. Ein solches Trennzeichen (z.B. I,!,:) ist dabei im gleichlautenden Feld einzutragen, wodurch es genau auf der durch Spalte und Zeile festgelegten Druckposition gedruckt wird.
- Auswertungen können durch einen Parameter im Auswertungsreport mit drei verschiedenen Listarten angefordert werden. Mit Hilfe der Listart 2 kann man einen Teilkonzernwert nach den einzelnen Gesellschaftsanteilen, die zu diesem Teilkonzernwert geführt haben, zeilenweise aufreißen (siehe auch
Der Auswertungsreport und seine Parameter). Sollen jedoch nicht alle Wertspalten einer Auswertung nach ihren Gesellschaftsanteilen aufgerissen werden, so kann durch Ankreuzen im Feld keine Ges.ant. dieser Aufriß für den entsprechenden Spaltenwert verhindert werden.