Gattungsdaten - Handelbare Optionen 
Definition
Eine handelbare Option ist an einer Terminbörse gehandeltes einseitig verpflichtendes Termingeschäft standardisierter Ausstattung. Die standardisierten Vertragsbestandteile werden in den Gattungsstammdaten hinterlegt. Im Gegensatz zu den Futures ist hier das Risiko nicht gleichmäßig verteilt. Der Käufer (Inhaber der Long-Position) einer Option hat das Recht zur Ausübung. Dieses Recht kostet Geld: der Käufer hat an den Verkäufer eine Optionsprämie zu zahlen. Der Verkäufer (Stillhalter, Writer, Inhaber der Short-Position) muß das Geschäft erfüllen, wenn der Käufer ausübt.
Das unterschiedliche Risiko von Long und Short hat Auswirkungen auf die Sicherheitsleistungen, die von den Kontrahenten erbracht werden müssen.
Man unterscheidet zwei Verfahren:
Der Käufer (Long) einer Option geht kein Risiko ein, er muß keine Sicherheitsleistung erbringen. Er bekommt für jeder seiner Long-Positionen einen Einschußkredit, der mit seinen Short-Positionen verrechnet wird.
Der Verkäufer (Short) muß eine Premium Margin hinterlegen. Die Höhe dieses Margins ist so bemessen, daß es den Verlust ausgleicht, wenn der Bestand heute glattgestellt würde. Entwickelt sich der Kurs so, daß der Verlust des Stillhalters steigt, so muß er die Sicherheitsleistung erhöhen.
Bei DTB-Optionen auf den DAX-Future und DTB-Optionen auf den BUND-Future und BOBL-Future erfolgt keine sofortige Zahlung der Optionsprämie. Vielmehr wird der tägliche Abrechnungspreis ermittelt und die Differenz unmittelbar als Gewinn und Verlust ausgeglichen. Da diese Abrechnungsmethode dem Verfahren bei den Futures gleicht, wirde sie Future-Style genannt. Damit beide Seiten des Geschäfts ein Risiko tragen, sind sie auch beide zu Sicherheitsleistungen verpflichtet.
Struktur
Unter Stammdaten ® Gattungsdaten ® Handelbare Optionen können Sie folgende Optionen anlegen, anzeigen und ändern:
Der Käufer einer Aktienoption erwirb erwirbt das Recht, eine feste Anzahl Aktien einer Gattung zu einem festgelegten Preis zu erwerben (Call-Option) oder zu veräußern (Put-Option). Übt ein Käufer eine Option aus, so teilt das Clearing-Haus der Terminbörse dem Käufer per Zufallsverfahren einen Verkäufer zu. Der zugeteilte Verkäufer wird dann vom Clearing-Haus ausgeübt. Teilausübung von Beständen ist möglich.
Ein Käufer einer Aktienindex-Option hat das Recht ein Aktienpaket, das der Zusammensetzung des Index entspricht, zu einem festen Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Da die Abwicklung des Wertpapiergeschäfts bei der Ausübung nicht möglich wäre, erfolgt bei diesen Optionen die Ausübung grundsätzlich über einen Barausgleich.
Mit dem Kauf einer Future-Option erwirbt man das Recht bis zum Verfalltermin einen Future-Kontrakt zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Beim Ausüben tritt der Käufer einer Put-Option in die Short-Position des Future ein, bei einer Call-Option in die Long-Position.
Bei diesen Optionen wird die Prämie nicht beim Kauf gezahlt. Die Abrechnung erfolgt im Future-Style.
Zur Zeit ist der Handel dieses Produktes an der DTB eingestellt.
Hinweis: Bei der Definition der Produktart im Customizing spezifizieren Sie den Options-Typ.
Verwendung
Hier legen Sie die Gattungsstammdaten für Optionen an, die an Terminbörsen gehandelt werden.
Es sind demzufolge vier Grundpositionen zu unterscheiden:
Beachten Sie bitte die beiden Grafiken in den Kapiteln
Begriffserläuterung Call und Put und
Eingabehilfe für Call und Put.Ob es sich um einen Put oder Call handelt, geben Sie in den Kontraktdetails an.
Vorgehensweise
Um eine handelbare Option anzulegen füllen Sie folgende Eingabefelder:
Über Zusätze ® Handelsplatz erhalten Sie den Namen oder die Kurzbezeichnung des Börsenhandelsplatzes (lesen Sie hierzu auch das Kapitel
Handelsplatz zuordnen).Die Kopfdaten wie Optionstyp, Settlement usw. ergeben sich durch entsprechende Customizing-Einstellungen.