Serienfertigung  

Einsatzmöglichkeiten

Dieses Szenario beschreibt eine auf Produktionsraten basierende Fertigung oder Montage von Erzeugnissen. Die Serienfertigung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

Die Serienfertigung bietet sich für folgende Industrien an:

Im Rahmen der Serienfertigung setzen Sie die folgenden R/3-Komponenten integriert ein:

R/3-Komponente

Funktionen

Produktionsplanung- und steuerung

Serienaufträge anlegen, Planung durchführen und Istdaten erfassen

Lagerverwaltung/Bestandsführung

Umlagerung

Qualitätsmanagement (QM)

Qualitätsprüfung (fertigungsbegleitend und beim Wareneingang aus der Produktion)

 

Ablauf

Serienauftragsbearbeitung

  1. Für das in Serie zu produzierende Material legen Sie einen Serienauftrag an, der den Beginn und das Ende der Laufzeit festlegt. Zu dem Serienauftrag wird entweder automatisch ein Kostensammler angelegt oder Sie ordnen einen existierenden zu.
  2. Produktionsplanbearbeitung

  3. Die in der Bedarfsplanung ermittelten Planaufträge für dieses Material können Sie in einem Planungstableau verwalteten. In diesem Zusammenhang spricht man nicht mehr von Planaufträgen, sondern von Produktionseinteilungen. Im Planungstableau können Sie diese Produktionseinteilungen, ggf. unter der Berücksichtigung der Kapazitätssituation, ändern oder ergänzen. Die Produktion wird nun aufgrund der Produktionseinteilungen gesteuert.
  4. Materialbereitstellung

  5. Die interaktive Materialbereitstellungsliste informiert Sie über Komponenten, deren Bestände im Produktionslagerort aufgestockt werden müssen. Ausgehend von den festgestellten Fehlmengen können Sie direkt eine Umlagerung vom Zentrallager in den Produktionslagerort anstoßen.
  6. Produktionsdurchführung und Istdatenerfassung

  7. Die Produktion des Erzeugnisses erfolgt in der Regel in einem stetigen Fluß durch die Fertigungslinie. Die Istdatenerfassung führen Sie in regelmäßigen Abständen für die jeweils gefertigten Produktionsmengen durch. Mit dem Wareneingang des Fertigerzeugnisses werden Komponentenverbrauch und Fertigungsleistungen automatisch gebucht. Bei längeren Fertigungsdurchlaufzeiten können Sie die Istdaten auch zu Zählpunkten innerhalb der Fertigungslinie erfassen, um die Verbräuche zeitnäher buchen zu können.

Qualitätsprüfung in der Produktion mit Prüfpunkten

    1. Wenn Sie den Fertigungsauftrag im Rahmen der Fertigungsauftragserstellung freigeben, eröffnet das R/3-System automatisch ein Prüflos und stellt Ihnen die benötigten Arbeitspapiere für die Qualitätsprüfung bereit. Es besteht auch die Möglichkeit, das Prüflos vor der Freigabe des Fertigungsauftrags manuell anzulegen.
    2. Die fertigungsbegleitende Qualitätsprüfung kann hierbei zu einem Vorgang durch die Verwendung von Prüfpunkten mehrmalige Prüfungen vorsehen. Dies erlaubt Ihnen, den Fertigungsvorgang kontinuierlich zu überwachen und die produzierten Teilmengen den Prüfpunkten zuzuordnen.

    3. Sie erfassen Merkmalsergebnisse. Wenn Teilmengen mit unterschiedlichen Eigenschaften auftreten, können Sie die Gesamtmenge des Fertigungsauftrages auf der Basis der Prüfpunkte in Teillose aufspalten.
    4. Eventuelle Fehler können Sie durch Fehlerdaten dokumentieren. Wenn Sie die damit verbundenen Korrekturmaßnahmen im R/3-System verwalten möchten, aktivieren Sie eine Qualitätsmeldung und bearbeiten diese.
    5. Sie treffen einen Verwendungsentscheid für jede Teilmenge des Prüfloses.
  1. Sie melden die produzierten Mengen und erbrachten Leistungen zurück. Prüfleistungen können Bestandteil der Rückmeldungen sein. Die Rückmeldung:

– entlastet den Arbeitsplatz kapazitätsmäßig

– schreibt Kosten fort

– aktualisiert die Auftragsdaten

  1. Wenn die Qualitätsprüfung keinen Befund zeigte, buchen Sie einen Wareneingang. Der Wareneingang schreibt die Bestandsmengen und -werte des Erzeugnisses fort.

Qualitätsprüfung beim Wareneingang aus der Fertigung

  1. Beim Wareneingang kann das R/3-System erneut ein Prüflos eröffnen und - sofern gewünscht - das Material in einen Qualitätsprüfbestand buchen.

Die Qualitätsprüfung beim Wareneingang aus der Poduktion verwendet keine Prüfpunkte und Teillose. Alternativ kann ein "vorgezogenes" Prüflos für die Wareneingangsbuchung aus der Produktion schon zum Zeitpunkt der Auftragsfreigabe erzeugt und dann bei den Wareneingängen fortwährend mit Teilmengen bebucht werden.

Kosten erfassen sie auf einem QM-Auftrag.

Im Rahmen des Prüflosabschlusses treffen Sie einen Verwendungsentscheid für die gesamte Prüflosmenge. Die annehmbare Prüflosmenge wird anschließend in den frei verfügbaren Bestand gebucht. Für nicht annehmbare Mengen führen Sie Sonderbuchungen durch.

Ergebnis

Wenn die Qualitätsprüfung keinen Befund zeigte, befinden sich nach Abschluß der Serienfertigung qualitativ einwandfreie Erzeugnisse in Ihrem Lager. Diese können Sie ihrem Verwendungszweck zuführen.

Kosten, die im Rahmen der Serienfertigung angefallen sind, fließen in die Kosten- und Deckungsbeitragsrechnung ein.