Finanzbuchhaltung und Anlagenbuchhaltung 

Die allgemeinen Voraussetzungen für das Führen von parallelen Bewertungen in der Finanzbuchhaltung und der Anlagenbuchhaltung finden Sie unter Fortschreibung paralleler Werte in der Finanzbuchhaltung und Parallele Werte in der Anlagenbuchhaltung.

Beim nachträglichen Aktivieren paralleler Bewertungen in der Finanzbuchhaltung können folgende Szenarien unterschieden werden:

Szenario 1: Es wurden noch keine parallelen Währungen in der Finanzbuchhaltung verwendet

Das Einschalten einer parallelen Bewertung (z.B. Profit-Center-Bewertung) im Customizing des FI bewirkt keine Änderung bereits gebuchter Belege. Ohne spezielle Maßnahmen werden in der parallelen Bewertung beim Ausgleich offener Posten unsinnige Kursdifferenzen gebucht. Außerdem haben alle Konten Saldo Null.

In diesem Fall haben Sie folgende Möglichkeiten:

Bis zu diesem Zeitpunkt ist Ihre Bilanz in der parallelen Bewertung wegen der Kursdifferenzen unbrauchbar. Danach müssen Sie nur noch Ihre Anfangsbilanz buchen. Es kann sein, daß bei einigen Geschäftsvorfällen Probleme mit Kursdifferenzen (u.a. Steuerrückrechnung bei Skonto) oder bei der Buchung der Anfangsbilanz auftreten. Die Standardprogramme sind nicht an allen Stellen dafür ausgelegt, daß Daten mit und ohne parallele Bewertung in einer Buchung auftreten. Dieser Weg wird von SAP nicht weiter unterstützt.

Diese Möglichkeit bietet sich an, wenn Sie die parallele Bewertung z.B. in Periode 2 Ihres Geschäftsjahres X einschalten und vernünftige Werte in paralleler Bewertung erst ab Geschäftsjahr X+1 benötigen. Bis dahin sollten fast alle offenen Posten ohne parallele Bewertung ausgeglichen sein. Die verbleibenden offenen Posten müssen Sie manuell oder per Programm behandeln. Während des Geschäftsjahres X machen sich Kursdifferenzbuchungen bei Ausgleich offener Posten durch zusätzliche Belegzeilen mit Wert Null in Buchungskreiswährung bemerkbar. Dieser Weg wird von SAP nicht weiter unterstützt.

Dies ist nur in dem Fall möglich, daß Sie für das Berichtswesen in der parallelen Bewertung, z.B. Konzernwährung, die exakt gleichen Beträge benötigen wie in der legalen Bewertung. Das ist der Fall, wenn der Buchungskreis 'Konzernmutter' ist und Konzernwährung einschaltet, um über alle Buchungskreise in Konzernwährung berichten zu können.

Bei dieser Variante werden alle offenen Posten mit Konzernwährung versorgt. D.h. alle für Ihre zukünftigen Buchungen notwendigen Werte in Konzernwährung werden bereitgestellt. Bereits gebuchte Posten, die keine offenen Posten sind und damit für die Zukunft nicht mehr relevant sind, werden nicht mit Konzernwährung versorgt.

Offene Posten werden um einen Betrag in der parallelen Bewertung, z.B. Konzernwährung, ergänzt. Andere Belegzeilen und Belege ohne offene Posten bleiben unverändert, d.h. ohne Betrag in Konzernwährung. Die Umstellung sollten Sie am Ende Ihres Geschäftsjahres vornehmen, damit Sie für das ganze neue Jahr korrekte Werte in Konzernwährung haben. Die Erstellung einer Anfangsbilanz in Konzernwährung wird durch Umrechnung der Werte in der legalen Bewertung zu einem Stichtag unterstützt.

Es werden nur Belegzeilen mit offenen Posten ohne Konzernwährung umgestellt. Dafür wird der Beleg um eine Zeile ergänzt, die nur in Konzernwährung einen Betrag ungleich Null hat. Diese Kursdifferenz geht auf ein spezielles GuV-Konto 'Währungsübernahme', das Sie anlegen und angeben müssen.

Beispiel mit einer Hauswährung (Buchungskreiswährung) DEM und Konzernbewertung in Konzernwährung USD:

 

Beleg vor Umstellung:

Pos

BS

Kontonr.

Bezeichnung

DEM

USD

001

31

Kredit

Lieferant

1500,00-

0,00-

002

40

400000

Material

1500,00

0,00

 

Beleg nach Umstellung:

Pos

BS

Kontonr.

Bezeichnung

DEM

USD

001

31

Kredit

Lieferant

1500,00-

1000,00-

002

40

400000

Material

1500,00

0,00

003

40

233233

Währungsübernahme

0,00

1000,00

 

Die Umrechnung erfolgt mit den Kursen zu einem Stichtag, den Sie angeben. Es wird so umgerechnet, wie Sie dies im Customizing für parallele Hauswährungen festgelegt haben. Die Umrechnung zu historischen Kursen ist derzeit nicht vorgesehen.

Die Einführung der Konzernwährung sollte am Ende des Geschäftsjahres erfolgen, d.h. bevor Buchungen in das neue Geschäftsjahr stattfinden. Die Konzernwährung kann im Customizing auch früher (also vor Ende des Geschäftsjahres) eingeschaltet werden, damit die Anzahl der umzustellenden offenen Posten ohne Konzernwährung klein bleibt. Ein Nachteil ist, daß die Benutzer bereits Werte in Konzernwährung sehen, obwohl noch gar nicht damit gearbeitet werden soll. Die Belege werden dann auch oft Zeilen mit Kursdifferenzen in Konzernwährung haben, die unerwünscht sind.

Für eine Anfangsbilanz in Konzernwährung können Sie zusätzlich die Salden nicht OP-verwalteter Konten in Konzernwährung bewerten und mit dem Konto 'Währungsübernahme' als Gegenkonto buchen lassen. Die Umrechnung erfolgt mit den Kursen zu einem Stichtag, den Sie angeben. Einige spezielle Bestandskonten, nämlich Bilanzkorrekturkonten für Kursdifferenzen aus der OP-Bewertung dürfen nicht bewertet werden. Auf Wunsch können auch GuV-Konten bewertet werden.

Abstimmkonten der Anlagenbuchhaltung (FI-AA) werden nicht berührt, d.h. der Bestand in Konzernwährung bleibt Null. Diese Konten müssen gesondert behandelt werden.

Andere Möglichkeiten, eine Anfangsbilanz in Konzernwährung zu erzeugen, sind derzeit nicht vorgesehen.

Anlagenbuchhaltung (FI-AA)

In FI-AA wird für jede parallele Währung in FI ein zusätzlicher Bewertungsbereich benötigt, der die Werte in dieser Währung führt. Anschaffungswerte und Abschreibungsregeln für diesen Bereich müssen aus dem Leitbereich 01 ohne Änderungsmöglichkeit übernommen werden.

Szenario 2: Parellele Währungen sind in der Finanzbuchhaltung im Einsatz

Es muß analysiert werden, ob die parallelen Währungen den Währungen entsprechen, die für die parallelen Bewertungen notwendig sind.

Beispiel: Folgende Einstellungen sind im System vorhanden

Finanzbuchhaltung

Buchungskreiswährung

10

Hauswährung 1

30 = Konzernwährung

Hauswährung 2

40 = Hartwährung (<> Konzernwährung)

 

Folgende Bewertungen sollen im System parallel geführt werden

Währungs- und Bewertungsprofil

10 legale Bewertung/Buchungskreiswährung

31 Konzernbewertung/Konzernwährung

32 Profit-Center-Bewertungssicht/Konzernwährung

 

Die parallelen Währungen sollen durch parallele Bewertungen ersetzt werden.

Da die Hauswährung 1 vom Währungsschlüssel (z.B. USD) her der Währung entspricht, mit der die Konzernbewertung bzw. die Profit-Center-Bewertungssicht geführt werden soll, kann eine Umstellung des Währungstyps und somit eine Umstellung auf parallele Bewertungen vorgenommen werden. Hierzu muß jedoch ein Umsetzprogramm gestartet werden mit dem alle Belegköpfe im FI vom bisherigen Währungstyp auf den neuen Währungstyp umgesetzt werden.

Die Hauswährung 2 könnte in diesem Beispiel nicht den parallelen Bewertungen weichen, da der Währungsschlüssel der Hauswährung nicht dem Währungsschlüssel aus dem Währungs- und Bewertungsprofil entspricht. D.h. außer der Umsetzung des Währungstyps müßte zusätzlich noch eine Währungsumrechnung durchgeführt werden. Dies entspricht vom Aufwand her einer Euro-Umsetzung und wird nicht im Standard unterstützt. Eine Umsetzung auf Projektbasis ist jedoch möglich.