ALE-Technologie/-Geschäftsprozesse 
Beschreibung
Mit Release 4.5A ist die ALE-Technologie erweitert worden.
Bei der asynchronen Datenübertragung gehören dazu die Serialisierung über Objekttypen, neue Funktionen bei der
ALE-Schnittstellengenerierung, die Steuerung der Datenreplikation über
BAPI-Parameterfilterung und die erweiterte Empfängerermittlung für BAPIs.
Für die synchrone Datenübertragung wurde das Berechtigungskonzept
dergestalt erweitert, daß unterschiedliche RFC-Destinationen einem logischen System zugeordnet werden können.
Auch Methodenaufrufe in Nicht-R/3-Systemen werden nun unterstützt.
Der Visio-Viewer für die Modellpflege ist mit 4.5A ein Bestandteil der Standardauslieferung.
Außerdem können Sie abgearbeitete oder veraltete Änderungszeiger zu
Nachrichtentypen nach Datum und Uhrzeit auswählen und testweise oder physisch löschen (Transaktion BD22).
Darüberhinaus gibt es neue Standard-ALE-Geschäftsprozesse und Erweiterungen an existierenden Prozessen.
Diese und weitere Neuerungen sind im folgenden kurz beschrieben.
Weitere Einzelheiten zu ALE-Geschäftsprozessen und zur Technologie finden Sie
- im Einführungsleitfaden (IMG):
Anwendungsübergreifende Komponenten, Verteilung (ALE)
- und in der R/3-Bibliothek:
CA - Anwendungsübergreifende Komponenten
Business Framework Architecture
Application Link Enabling (ALE)
STAND-ALONE-KOMPONENTEN
HR
Die meisten Schnittstellen zwischen Personalwirtschaft, Logistik und
Rechnungswesen, die innerhalb eines R/3-Systems verwendet werden,
werden ab Release 4.0A auch in einem verteilten Umfeld unterstützt.
Zu 4.5A wurden die Schnittstellen zum Rechnungswesen um die Filter- objekte Buchungskreis und Kostenrechnungskreis erweitert.
PDM
Das PDM (Product Data Management)-Szenario sieht vor, daß Produktentwicklung und Design in einem anderen R/3-System erfolgt als
die Produktion. Dazu wurden mit 4.0A zusätzliche Stammdatenschnittstellen geschaffen.
Mit 4.5A können Originale von Dokumenten verteilt werden.
Neue ALE-Geschäftsprozesse
Die folgenden ALE-Geschäftsprozesse sind zu 4.5A neu hinzugekommen:
- Basis (BC)
Zentrale Benutzerverwaltung
Um eine mehrfache Pflege der Benutzerstammsätze zu vermeiden, kann diese nun in einem zentralen System durchgeführt werden. Die
Benutzerdaten werden logischen Systemen zugeordnet und dann aus dem zentralen System in alle relevanten Systeme verteilt.
Einzelne Felder können wahlweise lokal oder zentral gepflegt werden.
- Logistik (LO)
Einkauf: Verteilte Service-Kontrakte
Einkaufskontrakte als Stammdaten
WM als entkoppelte Komponente für Fertigerzeugnisse
PDM: Verteilbare Originale von Dokumenten
Projektsystem: Verteilung von PSP-Elementen
- Rechnungswesen (AC)
Anlagenbuchhaltung: Übertragung von Anlagen zwischen Systemen
Controlling: Verteilung von CO-Aufträgen (Innenaufträge)
Controlling: Zentrale Kostenstellenplanung, dezentrale System-Owner der
Buchungen
Controlling: Dezentrales System als Owner von Profit Centers
Verteilung von Wechselkursen
- Personalwirtschaft (HR)
HR als entkoppeltes System unterstützt mehrere Rechnungswesen-Systeme
(Filterobjekte Buchungskreis und Kostenrechnungskreis)
Verteilung von HR-Reiseergebnissen zwischen RW-Systemen
ALE-TECHNOLOGIE
Abgleichwerkzeug für Inkonsistenzen nach einem DB-Recovery
Bei einem Wiederaufsetzen in der Vergangenheit im Sendersystem können
Inkonsistenzen im Empfängersystem auftreten. Diese können mit Hilfe
eines Werkzeugs beseitigt werden, indem die aus der Kommunikation entstandenen Daten storniert werden.
Eindeutige Namen für logische Systeme
Aufgrund der zunehmenden Komponentisierung und Offenheit von R/3 müssen
logische Systeme auch jenseits eines ALE-Verbunds miteinander kommunizieren können, beispielsweise im Rahmen der zentralen
Benutzerverwaltung. Logische Systeme sollten daher eindeutige Namen haben, auch jenseits von Verbundgrenzen.
Für die Umsetzung der Customizing-, Anwendungs- und Stammdaten bei
einer Änderung von logischen Systemen stehen Werkzeuge zur Verfügung.
Beachten Sie hierzu unbedingt auch den Hinweis Nr. 103228.
ALE-Verteilungsmodell
- Abhängigkeiten als Filtertyp
4.0A: Abhängigkeiten sind nur zwischen Nachrichtentypen abbildbar
4.5A: Abhängigkeiten sind abbildbar zwischen BAPIs bzw. zwischen BAPIs und Nachrichtentypen.
- Kopieren einer Modellsicht
Modellsichten können Sie in andere Umgebungen übernehmen. Wenn Sie
gemäß der obigen Empfehlung eindeutige Namen für logische Systeme in
unterschiedlichen Umgebungen verwenden, müssen Sie eine lokale Kopie
anlegen und dabei die Namen der logischen Systeme so ändern, daß sie mit denen der Zielumgebung übereinstimmen.
Anschließend können Sie die kopierte Modellsicht in die Zielumgebung übernehmen.
- Visio-Viewer
Der Visio-Viewer für eine grafische Darstellung des Verteilungsmodells
wird ab 4.5A im Standard ausgeliefert.
Im SAPnet steht ein Visio-Zusatz für R/3-Releases ab 3.0D zur
Verfügung, der eine interaktive Darstellung erlaubt.
Methodenaufrufe in Nicht-R/3-Systemen über Outbound-BAPIs
Mit 4.5A können Sie BAPIs für Aufrufe an Nicht-R/3-Systemen im BOR
definieren, d.h. Sie können Methoden aufrufen, die nicht im R/3 implementiert sind.
Sie werden als Interface-Typen im BOR angelegt.
Asynchrone Datenübertragung:
- BAPI-Integration: ALE-Schnittstelle aus BAPI generieren
BAPIs können seit 4.0A sowohl für synchrone als auch für asynchrone Verbindungen zwischen Systemen verwendet werden.
Bei asynchronen Verbindungen werden aus einem BAPI mittels eines Werkzeugs folgende ALE-Schnittstellenobjekte generiert:
- Segmente in der IDoc-Struktur
- Funktionsbaustein im Ausgang (IDoc-Datenaufbau und Versand)
- Funktionsbaustein im Eingang (BAPI-Aufruf mit IDoc-Daten)
Bisher konnten Sie diese Objeke neu anlegen, nachgenerieren und löschen.
Mit Release 4.5A können Sie diese Objekte auch anzeigen, prüfen und
freigeben und eine Freigabe aufheben. Außerdem steht Ihnen zu den generierten Funktionsbausteinen Dokumentation zur Verfügung.
Einzelheiten zur generierten ALE-Schnittstelle finden Sie im ALE-Programmierleitfaden in der R/3-Bibliothek.
- Parameterfilterung
Über die Parameterfilterung können Sie mittels Filterobjekten im
ALE-Verteilungsmodell die zu replizierende Datenmenge in der Schnittstelle eines BAPIs steuern.
- Abhängigkeiten zwischen BAPI-Tabellenparametern
Sie können hierarchische Abhängigkeiten zwischen
BAPI-Tabellenparametern definieren, beispielsweise zwischen Werks- und Lagerdaten.
Falls Sie solche Abhängigkeiten definiert haben, werden IDocs mit Hierarchie generiert.
- Serialisierung von abhängigen Objekten
Wenn es Abhängigkeiten zwischen Objekten gibt, müssen neu angelegte
Objekte in der richtigen Reihenfolge im Zielsystem angelegt werden, beispielsweise das Material vor der Klassifizierung.
Zu 4.0A gibt es eine Serialisierung über Nachrichtentypen.
Mit Release 4.5A wird eine Serialisierung über Objekttypen unterstützt.
- Anwendungsprotokoll-Anschluß aus der IDoc-Fehlerbehandlung
Sie können aus der IDoc-Fehlerbehandlung in das Anwendungsprotokoll verzweigen.
Synchrone Datenübertragung:
- Berechtigungskonzept
Mit 4.5A können Sie für ein logisches System mehrere RFC-Destinationen definieren:
- Standard-Destination für BAPIs
Für BAPIs ist ein Benutzer des Typs CPIC im Server-System ausreichend.
- Standard-Destination für Dialogmethoden
Für Dialogmethoden ist ein Benutzer des Typs DIALOG im Server-System
erforderlich.
- Standard-Destination für spezielle Methoden
Eine solche Destination ist für besonders sicherheitskritische Methoden
vorgesehen, beispielsweise für Objekte der Personalwirtschaft.